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Airforce connection

geschrieben am 18. August 2010 um 13:00 von Tommi

Nur noch zwei Wochen bis zur Abfahrt in Richtung Balkan. Nur noch zwei Wochen um letzte Ein-, An- bzw. Umbauten am YellowCruiser vorzunehmen und um die letzten Besorgungen zu machen. Nachdem wir letztes Wochenende noch einmal einen kurzen Exkurs im nahe gelegenen Tagebau zum finalen Fahrwerk- Check unternommen hatten, geht es jetzt in den letzten Tagen eher um die kleineren Details. Wer besorgt was, was kommt in welche Kiste oder wo und wie wird’s im Fahrzeug fest gemacht. Das Thema Listen hatte ich ja erst im letzten Beitrag behandelt - selbstverständlich gibt es auch für die kleinen und großen mitzunehmenden Dinge wie Kopfschmerztabletten, Toilettenpapier, Zelt, Ersatzzündschlüssel und Wörterbuch eine umfangreiche Liste. Und die fängt mit ADAC-Mitgliedausweis an und hört bei Zeltplane auf. Dazwischen gibt es ca. 90 Einträge, dies aber alles ohne Ersatzteile und Werkzeug usw., denn dafür gibt es ja eine andere Liste …

Für den Balkan Offroad Marathon wird mich übrigens als “Gast-” Navigator Hans-Peter Wohlfahrt aus Leipzig unterstützen, der sich bisher u.a. auch bestens mit der Steuerung und Navigation von Heißluft-Ballonen auskennt. Da oben im Ballon hat man ja meist einen ganz guten Überblick - vielleicht schicken wir während der Rallye mal eben zum schnelleren Finden der CP’s als Luftunterstützung einen Spionage-Ballon voraus ;-)

Fortsetzung folgt.

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Schlachtfest

geschrieben am 7. August 2010 um 13:43 von Tommi

Bei einem meiner Lieblingsautoren hab’ ich mal gelesen, dass Männer andauernd irgendwelche Listen mit sich herum schleppen - ob nun im Kopf, auf Papier oder im Handy. Während es dem Buchautor eher um die Rangliste etwaiger in Frage kommender Autos oder gar potenzieller Kandidaten des weiblichen Geschlechts ging, gebe ich zu dass mein BlackBerry einige kontinuierlich gepflegte Listen für allfällige Bau- oder Elektronikmarkteinkäufe aber auch über unbedingt anschaffenswerte CD- oder Buchtitel verwaltet. Eine weitere Liste befand sich über die letzten Monate im Aufbau, allerdings noch eher im Kopf: die Rallye-Ersatzteile. Also alles was man so für diverse kleine oder große Eventualitäten draußen in der Prärie unbedingt braucht. Um die Kiste wieder flott zu bekommen.

Aber was gehört auf diese Liste und wie verteilen sich Prioritäten? Abgesehen von astronomischen Preisen, die der freundliche Toyota-Händler im Allgemeinen für diverse Originalteile aufruft, stehen ja auch keine unbegrenzten Lager- und Transportkapazitäten, vor allem im Rahmen einer weiter entfernten Rallye zur Verfügung. Und meist ist es ja auch gerade das eine winzige und nur wenige Cent kostende Teil, das am Weiterfahren hindert. Naja, stimmt nicht ganz - denn bei den Rally-Raid typischen Belastungen einschließlich der dabei verursachten Geräusche an die ich mich so erinnere, sind sicher vor allem Fahrwerksteile am meisten gefährdet. Zum Glück lässt der bei den meisten Rennen zu tragende Helm jedoch die schlimmem Geräusche gar nicht erst ans Ohr …

Zurück zur Liste. Fragt man die üblichen “Experten”, erhält man solch hilfreiche Antworten wie: “An einem Toyota Landcruiser geht nix kaputt.”, oder: “Am besten Du kaufst Dir einen zweiten Landcruiser und dann hast Du sowieso alle Teile dabei.”. Na danke schön, noch besser waren auch Kommentare wie “Kauf Dir lieber ä Dschieh (meint: kauf Dir lieber ein Mercedes G-Modell) …”. Klasse, damit kommt man natürlich weiter!

Glücklicherweise hat vor einigen Wochen Robert meinen Weg gekreuzt - oder ich seinen - und es sieht so aus als ob er schon einige Landcruiser und das Rallye-Geschäft nicht nur aus der Ferne gesehen hat. Mit seiner Hilfe hat sich jetzt jedenfalls allmählich eine Liste und mit der Zeit ein erster kleiner Teile-Vorrat entwickelt. Leider sind die Landcruiser doch ziemlich exotisch am deutschen Markt, so dass es kaum einen Ersatzteilmarkt jenseits des “Freundlichen” gibt. Zum Glück hatte ein Kfz-Verwerter in unserer Nähe ein relativ junges Modell nach einem Unfall zum Schlachten und ich konnte hier einige Teile erstehen. Was für ein (Schlacht-)Fest! Auch auf Ebay waren einige wenige gebrauchte Teile verfügbar, so dass sich inzwischen einige Teile wie Querlenker, Spurstangen, Kühler, Lichtmaschine usw. angesammelt haben. Zwar alles gebraucht, aber mit signifikant weniger Budget-Verbrauch als entsprechende Neuteile. Damit ist die Liste zwar noch nicht abgearbeitet, aber immerhin ist ein Anfang gemacht. Und der Besuch beim Autoverwerter mit unzähligen Autowracks aller Marken und den riesigen Regalen mit zum Teil heftig oxidierten Teilen ist allemal ein Erlebnis und erinnert immer irgendwie an früh-jugendliche Schrottplatz-Romantik oder an die inzwischen zur Kultfamilie avancierten und bei der diesjährigen Dresden-Breslau-Rallye zum Race-Team qualifizierten Ludolfs …

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Balkan Mucke

geschrieben am 2. Juli 2010 um 09:49 von Tommi

Planungen sind doch nur dazu da, um sie irgendwann wieder über den Haufen zu werfen. Hauptsache man hat dafür einen guten Grund. Und den haben wir. Nachdem sich die Kommunikation mit der Orga der SilkWay Rally leider ausschließlich einseitig gestaltet und darüber hinaus die Anforderungen an das Budget und die Leidensfähigkeit potenzieller Teilnehmer nicht nur aus unserer Sicht unannehmbar hoch sind, haben wir das Thema SilkWay für uns abgehakt. Schade, aber möglicherweise will man im Buddelkasten dieser Liga unbedingt unter sich bleiben und Teams ohne Millionenbudget sollen gefälligst woanders spielen.

Na wenn’s denn so sein soll - aber nicht dass hier der Eindruck entsteht, die gewählte Alternative ist damit nur zweite Wahl. Im Gegenteil, fast zur selben Zeit findet ebenfalls im (Süd-)Osten eine echte Amateur-Rallye statt! Mit Teams und Leuten die wir bereits von der Baja-Saxonia kennen und mit Budget-Anforderungen die uns nur bis an den Rand des Ruins bringen und nicht noch weiter. Und vor allem wird garantiert der Spaß dabei nicht zu kurz kommen. Konkret: Balkan-Offroad-Marathon heißt die Mucke über eine Gesamtdistanz von fast 2.000 Kilometer von Plovdiv (Bulgarien) durch Mazedonien bis nach Ioannina (Griechenland).

Ein interessanter Nebeneffekt hierbei ist, dass sich dafür nach ersten Gerüchten einige Teams aus Deutschland zusammenschließen wollen - positiv nicht nur hinsichtlich Logistik und gegenseitiger Unterstützung im Bedarfsfall. Apropos Logistik - wir planen die Anreise nach Plovidiv auf eigener Achse im YellowCruiser, da ein Transport auf dem Trailer hinter unserem Rallye-Bus über diese Distanz erstens ziemlich anstrengend wäre und zweitens durch die aufgrund des Gesamtgewichtes anfallende Maut signifikante Zusatzkosten anfallen würden. Also gut 1.900 km on-road von DE über CZ, HU, RO nach BG - sicher auch eine interessante Er-Fahrung! Die Rücktour wird möglicherweise entspannend: per Fähre von Griechenland bis Venedig und dann noch kurz über den Brenner cruisen - man gönnt sich ja sonst nichts.

Aber was wird, wenn wir einen technischen Schaden erleiden, den wir unterwegs mit Bordmitteln oder mit Hilfe des uns begleitenden Service-Teams nicht reparieren können? Hm, wozu zahlt man denn eigentlich jedes Jahr für seine ADAC Plus Mitgliedschaft …

Eine nicht unwesentliche Änderung für den Balkan-Offroad-Marathon wird sich auch im Cockpit des YellowCruisers ergeben - aber dazu später mehr.

Fortsetzung folgt …

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Wohl nicht ganz dicht!

geschrieben am 14. Juni 2010 um 20:08 von Tommi

“Motorsport-Zelt” hieß das viel versprechende Angebot im Online-Shop und im Kleingedruckten war unter anderem von “wetterfest” die Rede und es wurde aber vor Sturm, Hagel und Gewitter gewarnt. Das ist gut nachvollziehbar bei einem großen Zelt, dessen Dach und Seitenteile zusammen vielleicht eine größere Gesamtfläche als das Segel einer kleinen Yacht im Ernstfall gegen den Wind stemmen müssen. Große Freude kam auf, als es das Zelt dann auch noch in gelber Farbe gab! Na wenn das nicht ideal zum “Corporate Design” von 4×4-Rally.com passt! Bestellt, bezahlt und geliefert innerhalb kürzester Zeit - und das gelbe Zelt gehört seit dem zur Team-Ausrüstung und sollte sich zur Baja Saxonia erstmals bewähren.

Sturm, Hagel und Gewitter hatten wir glücklicherweise nicht zur Baja Saxonia. Dafür massenhaft Wasser von oben. Gut, dass wir das Zelt über und um Tisch und Stühle, Getränke, Proviant, Ersatzteile und Werkzeug aufgebaut hatten! So denkt man doch, wenn man ein “wetterfestes Motorsport-Zelt” hat, oder? Und dann freuten wir uns nach einer langen Rallye-Etappe durch Regen, Schlamm und Kälte am Abend auf ein gemeinsames Abendessen und Bier im Team und vor allem im Trockenen. Dafür hatten wir ja extra ein großes Zelt angeschafft.

Doch es kommt ja meist anders als man denkt - alles war nass im Zelt! Überall tropfte es durch das Zeltdach, in jedem Campingstuhl hatte sich mindesten ein Liter Regenwasser angesammelt! Wieso nur haben wir annehmen können, dass ein “wetterfestes” Zelt überhaupt Schutz vor Regen bietet? Zitronenfalter falten schließlich für gewöhnlich auch keine Zitronen und Handschuhe habe ich im so genannten Fach auch noch in keinem Auto gesehen.

Die anschließende Reklamation beim Lieferanten brachte dann eine erstaunlich interessante Antwort zu Tage: “… zu Ihrer Reklamation, dass das Zelt nicht wasserdicht ist, muss ich Ihnen leider mitteilen, dass das auch nicht in unserer Beschreibung steht. Das Zelt ist wetterfest und kann durch Aufbringen einer zusätzlichen Imprägnieremulsion wasserdicht gemacht werden.”

Die sind wohl nicht ganz dicht! Aber möglicherweise ist die Formulierung “wetterfest” irgendwie Juristendeutsch und beim Nachschlagen auf diversen Webseiten findet sich im Zusammenhang mit verschiedenen Produkten der Hinweis, dass “wetterfest” dort wohl tatsächlich nur so viel bedeutet wie “das Produkt geht im Regen nicht kaputt”. Mit Schutz vor Regen scheint “wetterfest” überhaupt nichts zu tun zu haben. Dumm gelaufen!

Naja, immerhin hat der Lieferant das Zelt nach einigem Hin und Her zurück genommen. Vielleicht war die Bezeichnung “wetterfest” für unsere gelbe Tropfsteinhöhle dann doch etwas übertrieben und vielleicht auch letztendlich rechtlich wohl nicht ganz “wasserdicht” …

Baja Saxonia: Nachlese

geschrieben am 17. Mai 2010 um 18:17 von Tommi

Viel zu kalt, viel zu nass, viel zu kurz, viele Eindrücke, viele gute Gespräche, viele nette Leute, viele Fotos, viele neue Ideen. So können wir unser Fazit der Baja Saxonia ziehen. Einfach ein super Event, gut organisiert und für uns eine interessante Mischung aus Fahrzeugen und Teams verschiedenster Leistungsklassen. Erfreulich war das Feedback was wir während der Baja nicht nur von einigen Lesern dieses Blogs erhielten. Und auch das Wiedersehen mit einigen alten Bekannten hat uns sehr gefreut.

Und doch gibt es offensichtlich auch Leute, denen unser Tun nicht zu gefallen scheint: gestern erreichte mich eine etwas fragwürdige Email, unter anderem mit der Frage, ob wir das Rennen nicht mit einer Roadbook-Tour verwechselt hätten. Sind wir jemanden auf die Schnürsenkel getreten - oder besser: gefahren? Das wäre schade. Ich bin aber ziemlich sicher, dass die vielen Teilnehmer der Baja Saxonia - egal ob sie vor oder hinter uns ins Ziel gekommen sind oder aufgrund irgendwelcher Probleme ärgerlicherweise aufgeben mussten - ganz sicher nicht von einer Roadbook-Tour sprechen würden. Auch spricht unsere Platzierung nicht unbedingt dafür. Schade nur, dass der Email-Schreiber während der letzten Tage nicht eine Minute Zeit hatte, die Antwort auf diese Frage oder sein eigentliches Problem mit uns beim Bier auszudiskutieren.

Zum Glück hatten wir aber Zeit und Gelegenheit noch einige Fotos im Fahrerlager zu machen:

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Praktischer Rallye-Bus mit Bar
Freiluft-Garderobe
Überall ist Schlamm
Rundum wird geschraubt und geschweißt
Startlisten und Zeiten am Orga-Zelt
Zelt für guten Überblick
MT Rally Chef trifft DAKTEC Chef
YellowCruiser Service
Huckepack zweifach
Die Party ist vorbei

Baja Saxonia: 35. Platz!

geschrieben am 16. Mai 2010 um 22:06 von Tommi

Geschafft! Nach zwei Wertungsprüfungen sind wir ohne größere technische Schäden durchs Ziel der 3. Baja Saxonia gerollt!

Die erste Etappe fing am Freitag sehr viel versprechend an, zwar war es ungewöhnlich kalt für Mitte Mai aber zum Glück hielt sich der Regen (noch) zurück. Die Strecke war somit gut fahrbar und bestand aus schnellen zu fahrenden Wegen und Schotterpisten aber auch aus sandigen und sehr welligen, steinigen und garantiert Material mordenden Abschnitten. Kein Grund zur Klage, dies hatten wir irgendwie erwartet. Da im Gegensatz zum Prolog vor uns doch schon einige Fahrzeuge mehr gestartet waren, war die Navigation nicht zu kompliziert. Die vielen vor uns fahrenden Fahrzeuge hatten eindeutige Spuren auf der Piste hinterlassen und das Roadbook diente zunehmend zur Bestätigung und zur Vorbereitung auf unerwartete Abbiegungen oder andere Überraschungen. Allmählich begann es dann jedoch zu Regnen und die Strecke wurde zunehmend rutschiger. Erste Teams kamen nicht mehr durch den Schlamm, LKWs blieben an Steigungen stecken.

An einer Steigung, kurz nach dem Beginn unserer dritten ca. 20 km-Runde, kam es dann unmittelbar vor uns zu einem folgenschweren Unfall. Ein verletzter  Teilnehmer, der wohl von einem LKW übersehen und angefahren wurde, musste leider mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert werden. Eine ziemlich bedrückende Situation für uns, keiner wusste genau was wirklich passiert war und wie ernst die Situation für den Verletzten war. Den Gesichtern der sehr schnell an der Unfallstelle eintreffenden Ärzten und Orga-Leute konnte man aber deutlich den wohl bestehenden Ernst der Lage ansehen. Erinnerungen an Berichte von der DAKAR mit Toten oder schwer Verletzten kamen auf und die Befürchtung, dass sich hier etwas Ähnliches abgespielt haben könnte. Natürlich mit allen Konsequenzen für das hiesige Event aber auch für den Offroad-Motorsport insgesamt. Etwas schockiert waren wir dann jedoch, als der unmittelbar neben uns landende und bald darauf wieder mit dem Verletzten abhebende Rettungshubschrauber von einigen Teilnehmern offensichtlich als interessanten Foto- oder Video-Motiv entdeckt wurde. In Folge des Unfalls und möglicherweise auch in Anbetracht des Wetters und dessen Auswirkungen auf die Befahrbarkeit bzw. Gefährlichkeit der Strecke ließ die Orga aber dann die Etappe abbrechen. Glücklicherweise wurden wir am späten Abend beim Fahrerbriefing informiert, dass der Verletzte außer Lebensgefahr sei und dass das Rennen am nächsten Tag - mit einigen Streckenänderungen in Anbetracht des Regens - weiter gehen wird.

Trotzdem entschieden einige Teams am nächsten Tag nicht zu starten. Diese Entscheidungen aber auch einige explizite Hinweise der Orga auf sehr glatte Streckenabschnitte brachten uns am späten Abend schon etwas zum Grübeln. Aber jetzt aufgeben? Nein, dafür waren wir nicht hier. Die Zahl derer, die am nächsten Tag starten wollten, war deutlich größer als die Zahl der Abbrecher und damit war unsere Entscheidung klar - wir starten zur zweiten Etappe! Unser Platz nach der ersten Etappe war übrigens Nr. 49. Und damit waren wir mehr als zufrieden.

Nach einer weiteren sehr kalten und lauten Nacht im Fahrerlager reihten wir uns gegen Samstagmittag in die Reihe der Starter zur zweiten Etappe ein. Die ersten drei Runden der Strecke, die nicht weniger anspruchsvoll war als die des Vortages, waren schnell und ohne Probleme gefahren. Die tiefer und tiefer zerwühlten und nicht großräumig umfahrbaren Schlammabschnitte in zwei Waldpassagen aber auch auf einer riesigen sumpfartigen Wiese machten uns jedoch zunehmend Angst, dass wir uns garantiert irgendwann hier fest fahren würden. Gleichzeitig wurde aber unser Kampfgeist wach. Und mit jeder dann doch erfolgreichen Vollgas-Durchquerung dieser Abschnitte unter Einsatz beider Sperren wuchs unser Respekt vor der Kraft und Traktion, die unser YellowCruiser in unaufhörlichen Vortrieb umsetzte.

Im Verlaufe der fünften Runde schien mit dem plötzlichen Aufleuchten einer roten Warnleuchte der kraftvolle Vortrieb doch noch unverhofft enden zu wollen. Schrecklich! Die Warnleuchte signalisierte eine überhöhte Temperatur des Automatik-Öls und ich befürchtete Schlimmes für die verbleibenden Kilometer. Letztlich forderte die Warnleuchte zum Glück aber nur eine deutliche Entlastung und Abkühlung des Getriebes, was wir auf den langen und geraden Streckenabschnitten realisierten konnten, indem wir unser Triebwerk nicht zu stark forderten und eher mit wenig Druck aufs Gaspedal eine einigermaßen erzielbar hohe Geschwindigkeit zur Kühlung des Aggregates wählten. Dieses Problem beschäftigte uns kontinuierlich bis zum Schluss der Etappe, die damit allerdings dann wie im Fluge verging. Ziemlich abgekämpft aber dennoch hocherfreut rollten wir dann nach sechs Runden und einer Fahrzeit von ca. 4,5 Stunden ohne technische Probleme durchs Ziel. Aus dem 41. Platz für die zweite Etappe entwickelte sich dann in der Gesamtwertung insgesamt der 35. Platz, was uns schon etwas stolz machte. Immerhin haben wir damit mehr als 60 Teams hinter uns gelassen, darunter garantiert Teams mit deutlich mehr Rallye-Erfahrung und teilweise technisch weit überlegenen Fahrzeugen.

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Am CP
Drift im tiefen Sand
Freude am Ziel
Autowäsche am Tagebau
Abendessen und Abschied
Siegerehrung

Baja Saxonia: Prolog

geschrieben am 14. Mai 2010 um 10:19 von Tommi

„Prolog“, laut Wikipedia: … (griechisch πρόλογος /prólogos/ „das Vor-Wort, die Vor-Rede“) bedeutet so viel wie „Vorwort“. … Ein Prolog ist eine Einleitung, Vorrede oder auch ein Vorwort. Im Drama dient diese Vorrede der Erläuterung des Sinnes des Stücks …

Drama? Also bis jetzt nicht und hoffentlich wird dieses Stück auch nicht dramatisch. Ganz im Gegenteil. Die Stimmung am zweiten Tag im Baja Saxonia Fahrerlager und in unserem Team ist bestens, unter anderem auch aufgrund der Tatsache, dass sich die seit zwei Tagen über uns drohenden dunklen Wolken bisher noch nicht entleert haben. Und hoffentlich bleibt das so!

Eine Rallye gewinnt man nicht im Prolog. Hatte man uns gesagt. Wir haben aber trotzdem gewonnen: jede Menge neue und wichtige Erfahrungen, handfestes Vertrauen in unseren YellowCruiser, Erkenntnisse über den Willen (einiger ganz „harter“ Typen) eine Rallye unbedingt und ohne Rücksicht auf irgendetwas gewinnen zu wollen und nicht zuletzt auch einige neue Freunde. Was will man mehr bei einem Rallye-Debüt?

Da wir beim Prolog – aufgrund unserer zeitigen Anmeldung für die Baja Saxonia – als zehntes Fahrzeug starten durften, mussten wir schnell lernen mit einigen ganz speziellen Herausforderungen umzugehen. Waren auf der einen Seite an manch komplizierter Wegegabelung noch keine ausgefahrenen und die Navigation etwas erleichternde Spuren zu sehen, hatte ich mit einem Auge wachsam den Rückspiegel zu beobachten. Ich musste Ausschau halten nach heran fliegenden Rallye-Boliden, die sich zwar später angemeldet hatten aber 120%ig auf Sieg fuhren. Und aus zutiefst eigennützigem Interesse an unser beider Leben und Gesundheit wollten wir diese entweder sehr erfahrenen oder kopflosen Kollegen natürlich an uns vorbei lassen. Aber damit nicht genug. Das Platzmachen kostete wertvolle Sekunden. Schlimmer noch aber war das was sich danach abspielte: aufgrund der sich nach dem Überholvorgang vor uns aufbauenden undurchsichtigen und nicht wieder weichen wollenden Staubfahne, der wir aufgrund der Streckenführung aber auch nicht ausweichen konnten, mussten wir unsere Geschwindigkeit mehrmals fast bis auf Null reduzieren.

Trotzdem haben wir insgesamt eine ganz gute Linie gefunden und sind letztlich auf Platz 73 von etwas mehr als 120 Startern gelandet. Nicht das schlechteste Ergebnis für einen Rallye-Auftakt – sagen wir uns.

Und wie gesagt, eine Rallye gewinnt man nicht im Prolog.

Fortsetzung folgt!

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Navigator-Job: Roadbook auswendig lernen
Sammeln vor dem Start
Gleich geht’s los!
Geschafft! Fahrzeuge warten auf Service-Check
Check-Liste: keine Schäden am YellowCruiser!
Mach mal die Masse, Volker!
Rallye Candle Light Dinner
Rallye Junior bei Drift-Übungen im Camp

Fahnenappell

geschrieben am 13. Mai 2010 um 11:46 von Tommi

06:30 Uhr war die Nacht das zweite Mal zu ende. Das erste Mal muss irgendwann gegen 04:00 Uhr gewesen sein, als sich die gefühlten Null Grad allmählich aber doch zielstrebig durch den Schlafsack durchgearbeitet hatten. Gepaart mit dem lebensgefährlichen Sägegeräusch aus dem Nachbarzelt (ich werde dem Kollegen mal eine Nacht zur medizinischen Beobachtung im Schlaflabor nahe legen …) wirkte diese Mischung heftig erwachend. Also raus aus dem Zelt zum Fahnenappell oder so ähnlich – nur außer uns war noch keiner wach …

Angefangen hatte die Nacht so gegen 03:00 Uhr, nachdem die Stromgeneratoren der Servicefahrzeuge und die fröhlichen Menschen nebenan dann so langsam verstummt sind. Der lautstark erzeugte Strom wurde aber am Aufbautag - oder besser in der Aufbaunacht - des Camps nicht etwa für echte Rallye-Services benötigt, sondern für Zwecke der Bierkühlung und für bunte Partybeleuchtung am Daktec Servicetruck. Hier herrschen das Team von Matthias Krüger und garantiert allzeit gute Stimmung!

Wir haben also überlebt! Die erste kalte Nacht im Fahrerlager der Baja Saxonia 2010, das ist doch schon mal was. Nachdem wir gestern unseren YellowCruiser das erste Mal auf dem Trailer und am Rallye-Bus hängen hatten, sind wir mit der gesamten Fuhre gut im Camp gelandet. Damit hat der Rallye-Bus seine eigentliche Feuertaufe gut bestanden!

Anmeldung, Zeltaufbau, Sponsorenaufkleberanbringen, technische Abnahme gingen dann bis zum Einbruch der Dunkelheit schnell voran. Zeit zum schlaue Sprüche machen war da noch nicht. Aber mit Einbruch der Dunkelheit und der verteilten Menge entsprechender Getränke wurde dann der „gesellige“ Teil des Abends eingeläutet. Und man konnte wieder beobachten, wie sich Lautstärke und inhaltlicher Anspruch diverser Kommunikation umgekehrt proportional verhalten, wobei Zeit und die erste Ableitung des Getränkekonsums mindestens quadratisch in diese Formel eingehen.

Beim Frühstück waren wir außer dem ORGA-Team die ersten Kaffeetrinker von 344 Teams! Wieso wird dies eigentlich nicht im Rallye-Reglement bewertet? Hier hätten wir eine gute Chance etwas Zeit gut zu machen …

Jetzt müssen wir erst einmal das Roadbook studieren und uns mental auf den Prolog einstimmen.

Fortsetzung folgt!

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Rallye-Zug
Die Auswilderung des YellowCruisers beginnt
DAKTEC Rallye-Rummel-Service-Truck
Spielzeugladen für Männer
Volker kann sich nicht entscheiden
Oldie but Goldie
Großes Schiff mit Beiboot
Tri-tra-trullala; drei Trucks aus Holland sind da
Im Rallye-Camp …
… ist viel Betrieb

Kisten packen …

geschrieben am 10. Mai 2010 um 14:12 von Tommi

Der Countdown läuft - nur noch weniger als 72 Stunden bis zum Start der Baja Saxonia (www.baja-saxonia.de)!

Jetzt heißt es Kisten packen: Zelt, Schlafsack, Isomatte, (warme…) Klamotten, Werkzeug, diverse Ersatzteile, Arbeitskombi, Taschen-, Stirn- und Zeltlampen, allemöglichen Ladegeräte und Netzteile für Notebook und Kamera, etwas Marschverpflegung und so weiter und so weiter. Garantiert fehlt am Ende irgendetwas, was dringend gebraucht wird.

Auf Anraten einiger “alter Baja-Hasen” haben wir uns noch einen neuen Kompass zugelegt und uns am Wochenende mit trigonometrischen Funktionen, Marschrichtungszahlen und ähnlichen Spielchen der Navigation mit Karte und Kompass befasst, die irgendwie an ganz lange vergangene Zeiten zwischen GST und NVA erinnert haben. Apropos Karte - im Gegensatz zur militär-sozialistischen Vergangenheit haben wir ja jetzt zum Glück solche glorreichen Segnungen wie digitale Satellitenkarten, die man sich einschließlich der aktuellen GPS-Position bei Gelegenheit oder im Notfall auch bei Orientierungsverlust im Fahrzeug auf den Blackberry downloaden kann. Vorausgesetzt man hat ausreichend guten Mobilfunkempfang. Aber lieber einige Sekunden für eine gute Standortermittlung einschließlich Kartendownload investieren, als Minuten oder gar Stunden während einer Irrfahrt durch den Tagebau verlieren. Nun ja, wir werden sehen …

Starken Rückenwind für unser Unterfangen gibt uns dabei auch die in der letzten Woche erhaltene Zusage der Sparkasse Leipzig, die uns in diesem Jahr als weiterer Partner und Sponsor unterstützen wird. In einer Zeit in der fast alle über Krise, Staats- und Bankenpleiten reden ist das mehr als eine gute Nachricht!

Ach so, da war noch das Thema Finanzamt und Kfz-Steuer aus dem letzten Beitrag offen: die Vorstellung unseres Rallye-Busses - der zumindest zulassungstechnisch ein LKW ist - beim Finanzamt vor einigen Tagen hat ergeben, dass der LKW auch als LKW versteuert wird. Da freut man sich doch, wenn das eine Amt an das glaubt, was das andere Amt schriftlich festgelegt hat. Dies soll ja nicht immer so ein. Und ich staune, worüber man sich eben so freut in diesen Zeiten.

Aber am meisten freuen wir uns auf das kommende Wochenende und dass es dann bei der Baja Saxonia ordentlich rund geht im Tagebau!

Grüße vom Amt

geschrieben am 30. April 2010 um 10:29 von Tommi

Vor wenigen Wochen hatte ich hier über unseren neuen gebrauchten Rallye-Bus berichtet. Inzwischen hat er uns nicht nur als Lastenesel für unseren AMI Messestand gute Dienste erwiesen. Ganz LKW eben, so wie es in der Zulassung steht. Mit dem Nachteil, dass man sich am Sonntag nicht mit einem Anhänger erwischen lassen darf, denn dann unterliegt man in Deutschland dem Wochenendfahrverbot für LKW und in der Feriensaison zusätzlich noch der Ferienreiseverordnung. Als kleine “Entschädigung” wird ein als LKW zugelassenes Fahrzeug dafür jedoch nicht nach Hubraum sondern nach Gewicht versteuert, was in der Regel etwas günstiger ist.

Inzwischen hat uns das verantwortliche Landratsamt auch freundlicherweise die beantragte Ausnahmegenehmigung zum Wochenendfahrverbot - exklusiv für den Transport unseres YellowCruisers am Wochenende - erteilt. Exklusiv heißt in diesem Zusammenhang, etwas anderes darf sonntags nicht auf dem Hänger sein - kein anderes Fahrzeug, kein Pferd, kein Boot und auch kein Klavier. Wir dürften nicht einmal einem gestrandeten Offroad-Kollegen helfen und aufladen - also bitte nicht am Sonntag in der Prärie liegen bleiben!

Mit einer Gebühr in Höhe von 20,40 EUR war die Ausnahmegenehmigung hinsichtlich der Kosten noch ganz akzeptabel. Und damit dachte ich, der Behördenkram ist erst einmal erledigt.

Diese Rechnung hatte ich aber ohne das einfallsreiche Finanzamt gemacht. In einem amtlichen Schreiben teilt man dem staunenden und Kraftfahrzeugsteuer-zahlenden Bürger mit, dass sich das Finanzamt hinsichtlich der zu entrichtenden Kfz-Steuer nicht an die LKW Einstufung in der Zulassung halten muss:
“… Die Entscheidung, ob das Fahrzeug als ‘LKW’ nach dem zulässigen Gesamtgewicht (§8 Nr. 2 KraftStG) oder als ‘PKW’ nach dem Hubraum (§8 Nr. 1 KraftStG) zu versteuern ist, richtet sich nach der objektiven Beschaffenheit des Fahrzeuges (Bauart, Einrichtung, Erscheinungsbild) … Gemäß §6 KraftStDv ist das Finanzamt berechtigt, sich zur Aufklärung von Zweifel oder Unstimmigkeiten das Fahrzeug vorführen und den Fahrzeugbrief vorlegen zu lassen …”.

Wie bitte? In der Zulassung steht ‘LKW’ und hinsichtlich der Fahrverbote und anderer Einschränkungen wird das Fahrzeug als LKW behandelt. Hinsichtlich der Steuer ist das Finanzamt jedoch berechtigt, das Fahrzeug nach eigenem Ermessen als teueren PKW zu versteuern? Da bleibt einem glatt die Spucke weg! Hört sich ganz nach der Summe aller Nachteile an, und der Finanzbeamte hat wieder einmal das letzte Wort.

Was heißt eigentlich “Bauart, Einrichtung” und vor allem “Erscheinungsbild”? Früher durfte ich sonntags von Zeit zu Zeit meinen dann hoffentlich aufgeräumten Schulranzen beim Familienhäuptling vorstellen, darf ich jetzt regelmäßig zum Finanzamt ganz nach dem Motto “schaut her, ordentlich gewaschen und vollgetankt”? Aber hallo! Nun denn, auch nach dem zweiten oder dritten Lesen des Briefes stellt sich die Situation unverändert dar - also auf geht’s zum Finanzamt …

Fortsetzung folgt!

Go Russia!

geschrieben am 16. April 2010 um 07:01 von Tommi

Silk Way Rally 2010

Die Transsyberia 2010 lässt auf sich warten. Nichts als Ankündigungen, Verzögerungen aber keine wirklichen Informationen vom Veranstalter. Nicht mal darüber, dass sie doch nicht stattfindet - warum auch immer. Seit Monaten ist die Webseite unverändert, das veröffentlichte technische Reglement erweckt immer noch den Eindruck dass hier eine Rallye geplant ist. Inzwischen läuft die Zeit weg, der Sommer steht fast vor der Tür.

Aber da gibt es ein ganz anderes aufgehendes Licht am östlichen Horizont! Und im Osten geht ja bekanntlich die Sonne auf: gestern fand die zweite Pressekonferenz der A.S.O. zur Silk Way Rally 2010 statt und seit gestern gibt es auch eine neue Webseite einschließlich Streckenverlauf und weiteren Informationen zur Silk Way Rally 2010. Nach den Informationen der ersten Pressekonferenz sollen ja auch Amateurteams zugelassen werden. Also wenn das für uns kein gutes Zeichen ist! Ist zwar nicht ganz Sibirien mit seiner unendlichen Schönheit. Aber auch Russland, die Wüste im südlichen Kalmückien und die kaukasische Steppe haben garantiert ihre Reize. Die Silk Way Rally gehört zur DAKAR Series und wird zusätzlich von Russland als Promotion für die 2014 in Sotschi stattfindenden Olympischen Winterspiele genutzt. Das lässt ein hochprofessionell organisiertes Event erwarten und wir hoffen neben der Rallye selbst natürlich auf zahlreiche interessante Eindrücke und Erlebnisse rund um die Veranstaltung. Bleibt außer der Registrierung und Organisation des gesamten ‘Drumherums’ noch die spannende Aufgabe der Logistik hinsichtlich einiger Tausend Kilometer An- und Abreise. Und weil Rom auch nicht an einem einzigen Tag aufgebaut wurde, haben wir dafür noch etwas Zeit und Platz für garantiert viele Berichte hier im Blog.

Russland, wir kommen! Aber vorher freuen wir uns mindestens genauso erst einmal auf die Baja-Saxonia Rallye am Himmelfahrt-Wochenende.

Schwarzer Tag

geschrieben am 12. April 2010 um 21:13 von Tommi

Am Wochenende war die Stimmung noch gut. Aber heute ist ein richtig schwarzer Tag - so schnell kann das gehen. Mit großer Bestürzung und großem Bedauern haben wir die plötzliche Absage der MT Rally aufgrund der am Wochenende geschehenen Flugzeugkatastrophe in Smolensk und des damit verbundenen, unfassbaren Todes des Präsidenten der Republik Polen und weiterer hochrangiger Regierungsvertreter Polens zur Kenntnis genommen. Wir trauern gemeinsam mit unseren polnischen Freunden, auch um die ums Leben gekommenen hochrangigen Führer der polnischen Landstreitkräfte, deren Unterstützung sehr wichtig für die Entstehung der MT Rally war. Natürlich können wir die Entscheidung zur Absage der Rallye in diesem Moment absolut verstehen.

Die Nachricht des Absturzes hatte uns und unsere polnischen Mitstreiter auf der Leipziger Messe AMI zwar bereits am Wochenende erreicht, die Tragweite des Unglücks und dessen Auswirkungen waren jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich klar. Nun denn, hoffen wir auf eine baldige Normalisierung der Lage und auf künftige Veranstaltungen unter dem Label MT.

Unser Mitgefühl gilt aber auf jeden Fall in diesen schweren Stunden unseren Freunden in Warschau und vor allem den Angehörigen und Freunden der Verunglückten.

Blitzlichtgewitter

geschrieben am 11. April 2010 um 16:29 von Tommi

Seit Freitag stehen wir mit unserem YellowCruiser und einem Landrover unserer polnischen Freunde von MT Rally auf der Leipziger Automesse AMI. Und wir haben viel Spaß! Tomasz und Norbert, die nur zwei Wochen vor dem Start der MT Rally den langen Weg von Warschau nach Leipzig nicht gescheut haben, sind total gut drauf und es vergehen fast keine zehn Minuten ohne dass wir uns vor Lachen über diverse, schräge Offroad-Erlebnisse oder trockene Jokes biegen – die zwei spielen sich die Lachbälle nur so zu.

Nachdem am Presse-Freitag verschiedene interessierte Presseleute vorbei schauten und endlich einmal viel Zeit zum ‚Quatschen’ mit dem einen oder anderen Szenenkenner war, scheint jetzt am Wochenende halb Deutschland auf dem Weg durch die Messehallen zu sein. Eine doch ganz beachtliche Zahl an Leuten blieb bisher mit offenem Mund vor unserem YellowCruiser oder den Rallye-Videos stehen, die über unseren Bildschirm flimmerten. „Kann man da mal mitfahren“? Fast im Sekundentakt blitzen die Digikameras, die auf unseren Toyo gerichtet werden. Natürlich mit Papi oder Sohnemann stolz davor stehend. Und dann muss man sich solche Sprüche anhören wie „geiler Tscheep“ oder „hochgelegter Auspuff“ (meint Snorkel - grins). Neben den ansonsten hier gezeigten Fahrzeugen des allgemeinen Interesses, ganz nach dem Motto „tiefer-breiter-schneller“ ist unser riesiges Race-Car nicht nur farblich ein absoluter Eyecatcher. Naja und bei der Öko-, CO2 oder E-Motion-Diskussion können oder wollen wir sowieso nicht mitreden. Wenn irgendwann nur noch Kleinstwagen mit maximal 150km Reichweite zwischen den Ladestationen hin und her surren und die Geländewagen- oder SUV-Dinosaurier ausgestorben sind, wird man uns dankbar sein, dass wir diese Spezies ordentlich pflegen und artgerecht halten …

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Car washing by Tomasz
Gespräch mit marathonrally.com

Gewinnspiel: Co-Pilot für einen Tag

geschrieben am 21. März 2010 um 11:50 von Tommi

Jetzt ist es offiziell: zur Leipziger Messe Auto Mobil International (AMI) vom 10. bis zum 18. April 2010 verlosen wir gemeinsam mit der Messe unseren Navigator-Sitz für eine Etappe der MT Rally:

Gewinnen Sie einen Platz als Co-Pilot im Offroad-Race-Car des Teams von 4×4-Rally.com auf einer Etappe der MT-Rally.

Die MT-Rally - die größte Orientierungs-, Sport- und Abenteuerrallye in Europa - führt von Szczecin (Stettin) nach Zielona Góra, Polen (24.4.-1.5.2010). Anreise in eigener Regie am 24. April 2010 nach Szczecin, wo die Einweisung erfolgt. Anschließend gemeinsame Fahrt nach Drawsko. Dort darf der Preisträger des AMI-Gewinnspiels am 25. April bei der (Wertungs-)Etappe rund um Drawsko den Sitz des Navigators übernehmen. Die Hotel-Übernachtung mit Frühstück vom 24./25. April in Drawsko wird übernommen. Die selbst organisierte Rückreise erfolgt nach der Etappe am 25. April, aber auch ein weiterer Verbleib als Zuschauer bis zum Ende der Tour ist auf eigene Kosten möglich. Für die Rallye-Teilnahme muss der Gewinner im Besitz eines gültigen PKW-Führerscheins sein.

Was man dafür tun muss? Einfach die Frage auf der AMI-Webseite richtig beantworten - und etwas Glück haben! Naja, und etwas Mut gehört sicher auch dazu. So eine Rallye-Etappe ist kein garantiert Zuckerschlecken.

Und wehe dem Gewinner, wenn wir die Etappe nicht mindestens gewinnen!

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Der Bus kommt!

geschrieben am 19. März 2010 um 19:25 von Tommi

Wir brauchen unbedingt einen Bus!
Zum Ziehen des YellowCruisers per Anhänger vom “Hauptquartier” zu den diversen Veranstaltungs-Locations. Zum Transportieren von Mensch und Material. Flexibel soll er sein, unseren Toyo komfortabel von der Stelle bekommen, Platz soll er bieten und - natürlich was her machen! Und das alles am besten ohne riesiges Budget. Naja, das wäre die Quadratur des Kreises. Aber man kann sich vielleicht annähern. Ein Fahrzeug war zunächst schnell gefunden, in der Woche geschäftlich genutzt und am Wochenende zum Rallye-Bus umgeflaggt. Das klingt gut und nach sorgenfreiem Leben - und wäre daher hier vielleicht überhaupt nicht berichtenswert. Aber weit gefehlt! Denkt man ein Problem gelöst zu haben, tun sich sofort mindestens zwei neue Probleme auf - die natürlich noch komplizierter zu lösen sind, wenn überhaupt. Mathematisch würde man das wohl als exponentiell wachsenden Problemraum bezeichnen. Aber wer spricht denn hier von Problemen - wir haben doch in diversen Management-Seminaren gelernt: we don’t have problems, there are challenges only! Zu gut-deutsch: nichts haut uns um.

Challenge Nr.1: zulässige Anhängelast ändern

Unser Rallye-Bus - ein Volkswagen T5 Gebrauchtimport mit gepflegter holländischer (!!) Handwerkerhistorie - bietet mit der Kraft von 174 deutschen Pferden ordentlich Leistung. Laut Angabe im Fahrzeugschein dürfen die vielen Gäule einen maximal 2.500 kg schweren Anhänger ziehen. Nun ergibt unsere Additionsaufgabe (Leermasse YellowCruiser ca. 2.100 kg + Leermasse PKW-Anhänger ca. 800 kg) aber leider eine Gesamtanhängelast von ca. 2.900 kg. Also auf zur Behörde und eine höhere Anhängelast eintragen lassen!
Behörde sagt: “musst Du Gutachten von TÜV vorlegen”.
TÜV sagt: “musst Du Dokument von Volkswagen vorlegen”.
Volkswagen sagt: erst mal gar nichts und auf penetrante Nachfrage: “geht nicht”.

Dumm gelaufen! Aber “geht nicht” gibt’s ja bekanntlich bei uns nicht und laut einigen Foren im Internet gibt es da wohl ‘diverse Möglichkeiten’. Eine legale Möglichkeit sieht die Erhöhung der zulässigen Nutzlast per Gutachten (gegen Geld natürlich) vor und anschließend die Erhöhung der zulässigen Anhängelast einschließlich verstärkter Anhängekupplung inklusive Gutachten (gegen noch mehr Geld selbstverständlich). Das funktioniert laut dem Kleingedruckten des teuren Gutachtens aber leider nur mit einem serienmäßigen Fahrwerk. Der holländische Vorbesitzer unseres Rallye-Busses muss aber wohl ein kleiner Möchtegern-Schumi gewesen sein und hatte das Serienfahrwerk gegen ein tiefer gelegtes Gewindefahrwerk ausgetauscht: super Straßenlage hat er ja, aber eben keine Chance bei TÜV und Behörden. Also:

Challenge Nr.2: Fahrwerk ändern

In der Bucht von Ebay lag zum Glück ein so gut wie nicht genutztes Original-Fahrwerk und ließ sich für ein gerade noch vertretbares Investment ersteigern. Mit Renés Hilfe war das Fahrwerk dann in einer Nachtschicht auch gleich gewechselt. Damit sollten alle Voraussetzungen für die Eintragung einer höheren Anhängelast geschaffen sein. Nach einigem Hin- und Her hat der gute Mann von der DEKRA dann auch seinen Stempel darunter gesetzt. Na wer sagt’s denn!

Challenge Nr.3:  Sonn- und Feiertagsfahrverbot

Unser Rallye-Bus ist als LKW zugelassen. Na und? Es gibt da ja ein Fahrverbot für LKW an Sonn- und Feiertagen und dann gibt es noch eine Fernreiseverordnung, nach der LKW auch in der Urlaubs- und Reisezeit an Samstagen nicht auf bestimmten Autobahnen fahren dürfen. Das alles gilt zum Glück wie man so weiß nur für “große” LKW - Brummis eben, also LKW mit mehr als 3,5t Gewicht. Darüber freut man sich normalerweise als PKW-Fahrer am Wochenende und auf der Fahrt in den Urlaub. Und uns trifft das alles sowieso nicht, da unser “LKW” ja eben ein Gewicht von weniger als 3,5t hat. Es wäre auch zu blöd, wenn wir mit dem Rallye-Bus nicht am Wochenende fahren dürften, da ja viele Motorsport-Events logischerweise am Wochenende stattfinden. Also kein Problem.

Haste gedacht! Laut StVO gelten die Fahrverbote genauso auch für LKW <3,5t sobald diese mit Hänger unterwegs sind. Saublöd das! Genau das wollen wir doch aber, eben am Wochenende mit Rallye-Bus und Anhänger zum Spielen in den Sand fahren! Wieso überhaupt muss ein VW T5 “Multivan” mit fünf Sitzen als LKW zugelassen sein? Wenn ich die zahlreichen VW T5 Familienkutschen mit Mutti und mindestens vier Kindern - Malte, Thorge, Marie-Chantal, Hannah oder wie die Lieben heute so heißen - vor dem Schulhort halten sehe, glaube ich nicht an eine LKW-Zulassung. Das muss auch als PKW gehen. Schließlich bekommt der Staat für eine PKW-Zulassung mehr Steuern, sollte also gerade auf uns und eine Zulassungsänderung warten. Also wieder mal ein Gang zur Behörde.
Behörde sagt: “musst Du von TÜV abnehmen und umschlüsseln lassen”.
TÜV sagt: “geht nicht - Fahrzeugdaten in der Zulassung erlauben das nicht”.
Obwohl unser Bus vom Kopfstützenbezugstoffmuster über alle Fahrgestell-, Fahrwerks-, Bremsen- und Motorteile bis hin zum Sonnenblendenschminkspiegellämpchen identisch mit den als PKW zugelassenen Walldorfschulenzubringerbussen ist, gibt es keine Änderung - einmal LKW, immer LKW!

Letzte Möglichkeit: Antrag auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot (§30 Abs. 3 StVO) und vom Fahrverbot nach §1 der Ferienreiseverordnung für einen (Klein-)LKW mit Anhänger. So heißt das Formular. Ausgefüllt, eingereicht beim (wirklich !!) sehr freundlichen und verständnisvollen Landratsamtsmitarbeiter -
- und ab jetzt gelduldig warten auf Post …

Altes Fahrwerk raus …
… neues rein.
3070 kg Anhängelast eingetragen! :-)
Ausnahmegenehmigungserteilungsantragsformular

Messestress!

geschrieben am 10. März 2010 um 09:22 von Tommi

So eine Messe-Vorbereitung ist Stress pur! Aber das kenn wir ja auch aus dem ‘richtigen’, meint beruflichen Leben - nur dass man (also wir …) sich den Stress auch noch neben dem Job antut - muss das sein? Ich denke ja, denn wir haben einiges vor in diesem Jahr in Punkto Kommunikation und was bietet sich dafür besser an, also eine fast vor der Haustüre stattfindende Automesse zu nutzen? Vom 10. bis 18.04.2010 findet in Leipzig die Messe Auto Mobil International (AMI) statt und man kommt uns seitens der Messe freundlicherweise was die Kosten für einen 4×4-Rally.com-Messestand anbetrifft stark entgegen. Dafür haben wir und unsere Kooperationspartner im Gegenzug einige interessante Preise gestiftet, die in einem Gewinnspiel dann unter das aktive Messevolk gebracht werden sollen. Aber dazu später mehr.

Wir haben mit unseren polnischen Freunden von der MT Rally vereinbart, dass wir eine gemeinsame Präsentation von 4×4-Rally.com und der MT Rally - die ja nur wenige Tage nach der Messe stattfindet - realisieren und damit auf der Messe eigentlich DER Stand zum Thema Offroad-Motorsport sein werden. Keine schlechte Idee, wie uns das Feedback von verschiedenen Internetforen aber auch von einigen Presseleuten und von Leuten aus der Szene versichert. Also los, auf dass es ein tolles Event wird!

Zunächst muss ja erst mal die Gestaltung des Standes geplant werden, also vom Fußboden über die Beleuchtung bis hin zum etwaigen Standbau, also Wände zur Abgrenzung zum Nachbarstand hin. Aber wer sind die Nachbarn? Vielleicht ein Sportwagenhersteller mit zahlreichen gut aussehenden Hostessen? Dann bräuchten wir keine Wände …

Spaß beiseite - wir müssen natürlich auch eine kostenoptimale Lösung finden, was heißt das ganze soll möglichst nichts kosten und trotzdem irgendwie gut aussehen und natürlich zum Charakter des Standes passen. Eigentlich müsste viel Sand, Schlamm und Wasser auf den 4×4-Messestand - aber da gibt es ja die “Technischen Richtlinien” der Messe und garantiert würden es unsere direkten Standnachbarn, aber auch die dahinter positionierten Zuffenhausener Sportwagenhersteller nebst der bayrischen Motorenschmiede schräg gegenüber gar nicht gern sehen, wenn die von unserem Stand kommenden Interessenten mit schlammverschmierten Schuhen dann in deren teure Luxuskutschen steigen. Eigentlich käme es doch mal auf einen Versuch an, oder?

Ganz im Sinne der friedlichen Koexistenz mit den anderen Ausstellern diskutieren wir aber gerade eine ‘zivil verträgliche’ und auch Budget-schonende Lösung für die Fußboden- und Standgestaltung, ich bin selbst gespannt wie der Stand dann letztlich aussehen wird. Aber neben diesen Fragen sind noch eine ganze Menge andere Fragen zu klären. Was stellen wir - neben Fahrzeugen natürlich - noch auf den Stand? Fahnen? Stühle? Ölfässer als Deko? Wie zeigen wir die Promo-Videos? Welches Informationsmaterial muss noch organisiert werden? Welche Formulare müssen beantragt werden? Wie gehen wir mit der Presse um? Zumindest hinter Letzteres können wir schon mal einen Haken setzen, nachdem wir gestern bei wunderschönem Sonnenschein noch einige Pressebilder geschossen haben, ist gestern Abend eine gemeinsame Presseinformation von 4×4-.Rally.com und MT Rally an die deutsche Motorpresse aber auch an die Regionalpresse heraus gegangen.

Na dann hoffen wir mal auf viele neugierige Messebesucher, vielleicht ist ja das eine oder andere weitere Rallye-Tem für die MT Rally oder auch Verstärkung für unser Team dabei. Aber bis zur Messe sind ja auch noch einige Tage Zeit - und bis dahin ist noch allerhand zu tun! Und sobald die Planungen für das Gewinnspiel abgeschlossen sind, werde ich hier darüber informieren.

Après-Drive statt Après-Ski

geschrieben am 2. Februar 2010 um 18:19 von Tommi

Vergangenes Wochenende hatte uns Toyota zum “Entdecken” des neuen Toyota Landcruiser J15 eingeladen. Das Event wurde wohl zeitversetzt an verschiedenen Standorten in Deutschland durchgeführt und da sich für uns die Gelegenheit in einigermaßen erreichbarer Distanz bot, konnten wir dazu natürlich nicht nein sagen. Wollten wir doch hautnah erleben, ob unser YellowCruiser nun schon ein Oldtimer geworden ist!

Die tief verschneite, traumhafte Landschaft lockte dazu zusätzlich ins Gelände und noch besser an den Steilhang. Auf dem Gelände einer ehemaligen Heeresversuchsanstalt, wo vor vielen Jahren Panzer und anderes Militärzeugs getestet wurde, durften wir den jüngsten Spross der japanischen Offroad-Legende ausgiebig onroad und offroad ausprobieren und das hat riesigen Spaß gemacht!

Mit Ski, Snowboard oder Rodel den Hang runter rutschen kann jeder - aber mit Toyotas neuestem Geländehightecherzeugnis die Hänge runter und wieder rauf, das ist schon fast exklusiv. Après-Drive statt Après-Ski; Allradtanz im Schnee ist schöner als Hüttengaudi!

Nun ja, der freundliche Hinweis “Beim Befahren der Steigungsbahnen besteht Lebensgefahr!” auf den Schildern am Fuße der Steilhänge machte doch auf einige (zumeinst weibliche…) Teilnehmer einen entsprechenden Eindruck. Obwohl das Risiko eines körperlichen Totalschadens an Deutschlands oder Österreichs Skipisten in den Alpen garantiert um ein Mehrfaches höher ist - nur gibt es dort nicht solche Schilder. Auf jeden Fall haben wir uns todesmutig - was sind wir doch für Kerle! - in den Toyo und die Hänge herauf und herunter gestürzt. Dank Craw Control, Multi-Terrain-Select-System, Multi-Terrain-Monitor, Pre-Crash-Safety-System und anderer elektronischer Helferlein mit unglaublich toll klingenden Namen gab es aber weder Knochen- noch Achs- oder anderweitige Materialbrüche an Mensch und Technik. Allerdings, ohne diesen ganzen Schnickschnack geht’s auch, und wenn es irgendwann im Gelände mal wirklich nicht weiter geht ist’s eh’ zu spät. Der Blick in die durchaus selbstbewusste Preisliste zeigt, dass man das Fahrzeug wohl sehr selten auf Deutschlands Straßen und erst recht kaum im Gelände sehen wird. Schade eigentlich.

Auch leider selten zu sehen ist wohl das fürs leckere Catering und Après-Drive genutzte Blockhaus mit Rampe (siehe Foto unten). Sehr beeindruckend, für schmale Grundstücke besonders zu empfehlen! Wer will schon seinen Offroader wie jeder “Normalo” vor dem Haus parken, wer was auf sich hält und den Nachbarn beeindrucken will, fährt einfach drüber. Und der Schornsteinfeger braucht auch keine Leiter mehr zum Kaminkehren…

Fazit? Der neue Landcruiser ist ‘ne super Spielkonsole für Erwachsene mit ausreichend Budget. Gut, dass wir unseren YellowCruiser haben!

-

Was sind wir doch für Kerle!

Ich fahr' Dir aufs Dach…

Vierschanzentournee? Nein, Frontkamerabild.

Skilift gefällig?

Let’s rally!

geschrieben am 1. Januar 2010 um 16:37 von Tommi

Das wird unser Jahr(zehnt)! Ganz sicher! Gerade einige Stunden alt, zeigt sich das Jahr bereits von seiner besten Seite und produziert neben einigen Schneekrümeln auch interessante Neuigkeiten. Übrigens, Schneekrümel sorgen ja allgemein in Deutschland für Chaos auf den Straßen und neuerdings auch bei der Bahn. Man kann ja im Winter auch nicht damit rechnen, dass es mal kalt wird und dann auch noch schneit. Vorteil 4×4 - vier angetriebene Räder helfen zum Glück nicht nur offroad in Sand und Schlamm sondern auch inmitten der weißgezuckerten Zivilisation.

Apropos Neuigkeiten - nur einen Beitrag weiter unter hatte ich das Thema Schumi und das abgeblasene Formel-1 Comeback erwähnt. Da sieht man, wie schnelllebig die Zeit ist. Rechtzeitig vor Weihnachten gab es hier ja inzwischen neue Nahrung für das Medienspektakel. Alle Achtung, er will es doch noch mal wissen. Viel interessanter für uns wird aber garantiert die heute anlaufende DAKAR in Südamerika werden. Hier geht es zwar letztendlich auch fast nur um eine gigantische Materialschlacht, zumindest bei den Profis. Aber es gibt auch Teams mit kleineren Budgets, und das ist doch die eigentliche Würze für die DAKAR. Undenkbar im Formel-1 Zirkus. Also schauen wir mal, wie sich die einzelnen Teams bei der Andenüberquerung schlagen.

Dieses Jahr sind auch wieder einige Toyota Landcruiser J12 (Prado), unterstützt vom Reifenhersteller Cooper-Tires in Argentinien am Start. Genau unser Fahrzeugtyp, genau unsere Reifen. Laut marathonrally.com aber eine ‘außergewöhnliche Reifenwahl’. Bisher hatten wir jedoch nur gutes über die auf unserem YellowCruiser montierten Cooper STT Reifen gelesen, gehört und auch selbst erfahren. Daher ist das Thema für uns besonders spannend. Viele Australier schwören auf Cooper STT Reifen, sollte die südamerikanische Wüste hier andere Anforderungen stellen?

Aber zurück zu den Neuigkeiten: gemeinsam mit unseren Freunden von MT Rally (Polen) werden wir in diesem Jahr einen gemeinsamen Messestand auf der Automesse AMI im April in Leipzig bestreiten. Informationen aus erster Hand für alle Rallye-Interessierte! Und in diesem Zusammenhang wird es gemeinsam mit unseren Partnern und der Messe einige äußerst interessante Preise zu gewinnen geben - etwas, was man sich garantiert nicht kaufen kann. Aber die Katze lass’ ich heute und hier mal noch nicht aus dem Sack, wir wollen doch schön neugierig bleiben …

Sonst noch was? Na klar, heute ist die Anmeldung für die BAJA-SAXONIA Rallye rausgegangen! Also bitte schon mal vormerken: 13.-15.05.2010 in der Nähe von Leipzig. Und in wenigen Tagen wird die Registrierung für die MT Rally in Polen (24.04.-01.05.2010) möglich sein und definitiv erfolgen. Nicht schlecht für den ersten Tag des Jahres, oder?

Na dann - Euch allen ein gesundes, maximal interessantes und erfolgreiches Jahr 2010! Und - Let’s rally!

Wie doch die Zeit vergeht

geschrieben am 7. Dezember 2009 um 12:05 von Tommi

Jetzt ist das Jahr 2009 fast gelaufen. Oder sagen wir lieber die Zielflagge ist schon am Horizont zu sehen. Noch wichtiger aber, unser Projekt und vor allem dieser Blog hier ist damit ungefähr ein Jahr alt. Ein Grund zum Feiern? Zumindest scheint ein Rückblick auf das vergangene Jahr lohnenswert. Nicht nur was unser Rallye-Projekt anbetrifft, sondern auch was rundum in der Welt passiert ist. Da hat uns doch das vergangene Jahr solch unglaubliche Dinge wie einen US-Präsidenten als Friedensnobelpreisträger oder Herrn Westerwelle als Bundesaußenminister beschert. Volkswagen hat die DAKAR in Südamerika mit einem Dieselauto gewonnen, nach einem riesigen Presse-Rummel kehrt Schumi nun doch nicht in die Formel-1 zurück während sich Toyota leider ganz von diesem Zirkus verabschiedet. Opel ging das ganze Jahr über mehrmals den Bach rauf und runter und selbsternannte Automobilexperten haben jede Woche ihre schlauen Weisheiten über die Zukunft des Automobilstandortes Deutschland und der Branche insgesamt verbreitet.

Anfang des Jahres hatte ich mich nach leidvollen, schier unglaublichen Erfahrungen schmerzhaft von meiner langjährigen ‘Jugendliebe’ - also DER amerikanischen Offroad-Marke - getrennt, weil diese durch allgemeine Ignoranz und Überheblichkeit auf unterschiedlichster Ebene nur mit sich selbst beschäftigt schien. Die ersten Einträge dieses Blogs widmen sich einigen persönlichen Erlebnissen, allerdings wird hier nur die Spitze des Eisberges sichtbar. Unterhalb der Oberfläche hat es ganz schön rumort. Rückblickend war der Rosenkrieg mit anschließender Trennung aber ein notwendiger Befreiungsschlag.

Dass es auch anders geht zeigen die vielen positiven Beispiele und Erlebnisse in Verbindung mit unserem Projekt im Laufe des Jahres, angefangen mit der Unterstützung und dem Enthusiasmus beim Umbau unseres Toyo’s, dem uneingeschränkt freundlichen Service beim Toyota-Händler, dem Echo auf der Abenteuer-Allrad in Bad Kissingen, im Buschtaxi-Forum bis hin zum direkten Feedback auf diesen Blog.

Letzterer hat im Laufe des Jahres so richtig Laufen gelernt. War ich anfangs etwas skeptisch was das regelmäßige Berichten anbetrifft, so sind doch hin und wieder hoffentlich interessante Beiträge und Bilder zustande gekommen. Leider ist aber unser großes Ziel für dieses Jahr, nämlich die Transsyberia-Rallye und eine intensive Bild- und Textreportage von unterwegs, der allgemeinen Wirtschafts- und Automobil-Krise zum Opfer gefallen. Schade, ist aber nicht zu ändern. Wir hoffen weiter auf eine Neuauflage im nächsten Jahr!

Aber auch unabhängig davon wird es nächstes Jahr zahlreiche interessante Events für unser Amateur-Rallye-Projekt geben, von denen wir umfassend berichten werden. Die Planungen dafür laufen schon auf vollen Touren. Mehr darüber wird es dann auch bald hier im Blog geben - bleibt mal schön neugierig und lasst Euch überraschen …

Bis dahin, eine schöne Advents- und Weihnachtszeit - und schaltet mal einen Gang runter!!

Passkontrolle

geschrieben am 18. November 2009 um 16:08 von Tommi

Jedes Ding braucht heutzutage einen Ausweis oder irgendein behördliches Stück Papier. Mindestens. Ein Automobil zum Beispiel braucht in unseren Breiten gleich eine ganze Kiste davon:  Zulassung, Kfz-Brief, Kennzeichen, Grüne Versicherungskarte, Umwelt- bzw. Feinstaubplakette, TÜV- und ASU-Plakette und möglichst ein Serviceheft mit regelmäßigen Stempeln. Ein ordentliches Race-Car wie unser YellowCruiser braucht aber noch mehr: ABE-Gutachten für Anbauteile, Herstellerzertifikat für den Sicherheitskäfig, diverse FIA Homologationen (FIA: FEDERATION INTERNATIONALE DE L’AUTOMOBIL) für verschiedene Teile und auch einen so genannten FIA-Wagenpass (Passport Technique). Ziemlich viel Papierkram, oder?

Während die erstgenannten, gefühlt knapp einhundert Dokumente allein für die Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr notwendig sind, werden die letztgenannten Ausweise zusätzlich für die Teilnahme an FIA-lizenzierten Rennveranstaltungen benötigt. Also zum Beispiel für die DAKAR oder für die Silk Way Rally.

Natürlich braucht Mann oder Frau für die Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr dann auch noch einen Führerschein in der jeweiligen Fahrzeugklasse. Und für die Teilnahme an FIA-Wettbewerbsveranstaltungen braucht man eine FIA-Lizenz, damit alles seine Ordung hat.

Nachdem in dieser Woche unser YellowCruiser nun auch endlich einen FIA-Wagenpass bekommen hat, sind wir jetzt also total up-to-date. Zumindest was den notwendigen Papierkram anbetrifft. Kann man darauf stolz sein? Nun ja, zumindest macht das in gold-bronze (!) eingebundene, 16-seitige Dokument mit dem Hinweis “Ce véhicule a été accepté en Groupe T2″ - was soviel heißt wie “geht schon in Ordung für Gruppe T2 [= seriennahe Geländefahrzeuge]” und mit abgestempelten Fotos unseres YellowCruisers schon was her. Zumindest rein optisch.

Und so vorbereitet könnten wir eigentlich mal schnell die DAKAR gewinnen. Zumindest rein dokumententechnisch würde dem jetzt eigentlich rein gar nichts mehr im Wege stehen …
;-)

Don’t call it ‘coffee’!

geschrieben am 20. Oktober 2009 um 21:29 von Tommi
Kaffee? Bitte nachbessern!

Letzter Tag im polnischen Offroad-Paradies. Natürlich wollen wir es zum Schluss noch mal gehörig krachen lassen. Aber zu viel nun auch wieder nicht. Sind wir doch bis hier ohne nennenswerte technische oder medizinische Probleme gekommen, so wollen wir jetzt so kurz vor Schluss den YellowCruiser nicht noch ernsthaft kaputt machen oder gar schrotten.

Andere Offroader im Team waren leider vereinzelt vom Pech verfolgt, angefangen von einem wohl liebestollen Hirsch, der offensichtlich die Flanke eines Defenders mit seiner Braut verwechselte (=Glasbruch), über einige Reifenschäden bis hin zu Motorausfällen. Also wollten wir den Teiletod nicht unbedingt noch auf der letzten Etappe herausfordern. Und wir mussten ja auch noch auf eigener Achse die knapp 500 Kilometer bis nach Hause zurücklegen.

Trotzdem war es geländemäßig ziemlich anspruchsvoll, Regen und schwarzer Lehmboden hatten sich gegen uns verbündet. Einige hatten jedoch ihre helle Freude beim Sprung in die Pampe und anschließendem Herauswinchen, wobei wir uns aus oben genannten Gründen etwas zurück hielten. An einer ziemlich ‘bösen’ Kuppe kam es dann doch zum bewussten Krachen, zumindest meldete sich irgendetwas mit lautem Knall von unten. Bei der späteren Schadensbegutachtung zeigte sich dann das Übel: beide hinteren Achsfangbänder waren gerissen! Kein Problem fürs Weiterfahren, aber irgendwie trotzdem ein ungutes Gefühl. War der Sprung über die Kuppe und die entstehenden Kräfte so mächtig, dass die dicken Drahtseile reißen? Oder ist das doch schon irgendwo vorher passiert? Hätte es uns - wenn die Fangbänder nicht gewesen wären - sonst gar die Hinterachse abgerissen? Puh, irgendwie schien das noch mal gut gegangen zu sein, die Achsfangbänder lassen sich einfach auswechseln.

Scheinbar ganz nebenbei hat es auch noch beide Nebelscheinwerfer in der ARB-Stoßstange erwischt - Glasbruch. Aber das war dann auch schon die Schadensbilanz für die gesamte Polen-Tour. Es hätte durchaus schlechter kommen können.

Auf der Rückfahrt gab es zusätzlich noch ein für Offroader sehr erwähnenswertes, positives Erlebnis. Nach dem Verlassen des schlammigen Geländes steuerten wir in der Stadt Walcz eine Tanke mit Waschbox an, um den größten Dreck loszuwerden. In Deutschland, so zeigt die traurige Erfahrung, sind in der Umgebung von Offroad-Veranstaltungen normalerweise sämtliche Waschboxen zugenagelt - (berechtigte …) Angst der Tankstellen- oder Waschplatzbesitzer vor massenhaft Schlamm und Dreck. Anders bei der ORLEN-Tankstelle in Walcz - man ließ uns gewähren, war sehr freundlich uns zuvorkommend! Und als wir fertig waren, kam ein freundlich lächelnder Servicemitarbeiter mit Besen und Schaufel zum Zusammenkehren der Schlammrückstände in der Waschbox! Das wäre bei uns unvorstellbar! Als wir uns bei Mr. Service dafür mit einem ‘Pfund’ bedanken wollten, schien er sogar beleidigt und weigerte sich, den Schein anzunehmen. Schade, aber auf jeden Fall war das ein super Service und die Tanke ist jedem zu empfehlen der in der Nähe ist. Also Offroader, wenn Ihr in Nordwestpolen Kraftstoff bunkern müsst, fahrt nach Walcz zu ORLEN (N 53 27.6289, E 16 48.6078)!

Ende Gelände - das war’s dann für uns im polnischen Offroad-Paradies. Insgesamt hatten wir viel Spaß und anspruchsvolle Etappen. Wir haben interessante Leute kennen gelernt und konnten die Grenzen des YellowCruisers wahrhaft erfahren. Mit vielen Endrücken im Kopf und natürlich mit dem festen Plan zur Teilnahme an der MT Series Rallye (www.mtrally.pl) im nächsten Jahr ging es dann nach Hause.

Fazit: Fünf super Tage, jederzeit wieder und jedem zu empfehlen.
Nur eines können die Freunde in unserem östlichen Nachbarland wirklich nicht: Kaffee.

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Dear MT Series Team - dear Tomasz and Moli ,

This is to say thank you for your support and hospitality. It was a great pleasure and a very good experience to meet you guys and to ride our YellowCruiser on your rally tracks. Except the ’sight seeing’ (I’m sure, you know what I mean) it was a perfect event and we enjoyed every mile.

PS: Only one little thing, please - the warm brown liquid stuff  - don’t call it ‘coffee’! ;-)

See you next year!

Thomas & Volker

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Dichter Wald, Schlamm …
… und hohes Gras
Achsfangband vorher …
… und nachher :-(((
Lampenglas kaputt
Danke …
… Tanke!

Er will doch nur spielen

geschrieben am um 12:57 von Tommi

Heutige Tagesaufgabe: Angriff auf eine ehemalige Russenkaserne, oder das was davon nach Jahren des Verfalls noch übrig geblieben ist. Die Kaserne liegt am Rande einer - für solche Verhältnisse - ziemlich großen Ortschaft namens Borne Sulinowo, in der zu Zeiten des Kalten Krieges offensichtlich etliche tausend Menschen von und mit der ruhmreichen Roten Armee gelebt haben. Luftaufklärung über Google-Maps? Fehlanzeige, keine detaillierte Satellitenkarte für dieses Gebiet verfügbar. Absicht oder Zufall? Macht nichts, erkunden wir das Gelände eben auf allen Vieren.

Rein optisch passen die dunkelgrünen oder schwarzen Land Rover und Jeeps unserer Kollegen natürlich besser in die Ex-Militärlandschaft als unser gelb-bunter Paradiesvogel. Aber unser YellowCruiser kommt ja in friedlicher Absicht, oder sagen wir treffender “Er will doch nur spielen!”.

Nachdem der Generalstab offiziell zum Angriff geblasen hatte, besetzten die allradmotorisierten Truppen in kürzester Zeit den zentralen Panzerspielplatz.  Ohne jegliche Feindberührung und Gegenwehr.

Offensichtlich hatten wir das Überraschungsmoment auf unserer Seite. Kein Wunder, waren wir doch sowohl farblich aber auch hinsichtlich weiterer markanter Details wie polnische, deutsche, britische (Rechtslenker) und österreichische Nummernschilder sowie diverse Fahrzeugaufkleber mit - für den nicht eingeweihten Betrachter - mehr oder weniger sinnfreien Sprüchen und Losungen ein absolut wirrer Haufen. Ganz abgesehen von den jeweiligen Fahrzeugbesatzungen und deren individueller, unberechenbarer Angriffstaktik.

Irgendwie doch eine skurrile Szenerie. Das Gelände und die darauf wühlenden und hopsenden Offroader erinnerten mich dann doch eher an meine frühkindlichen Sandkasten- und Matchbox-Erlebnisse als an die militärischen ‘Spielchen’ während der Wehrdienstzeit. Nur hatten früher die anderen Kinder immer die schöneren Matchbox-Autos, natürlich aus dem Westen. Aber das ist jetzt vorbei, unser YellowCruiser ist eindeutig der Platzhirsch und die anderen Kinder können jetzt mal was erleben!

Gefreiter Volker wollte diese Situation der Überlegenheit im Buddelkasten richtig auskosten und leerte sogleich genussvoll eine 100mm (Durchmesser!) BE-Powerdrink-Granate, scheinbar so eine Art polnisches Red-Bull. Dermaßen befeuert hüpfte Volker dann auch wie ein junger Landser durch die löchrige Landschaft und schoss Fotos in allen möglichen und unmöglichen, teilweise gefährlichen Lagen. Er wollte unbedingt fotografisch festhalten, wie der YellowCruiser aus einem riesigen Sandloch auf ihn zu gesprungen kommt. Hat er dann auch. Aber nicht dass hier ein falscher Eindruck von jugendlicher Gefahrenunterschätzung entsteht - doch nicht in unserem Alter …

Artillerie von rechts
Alle Achtung - Allradbus kämpft erfolgreich mit
Wer findet das tiefste Sandloch?
Zaubertrank-Granate
Uwaga fotograf! (Achtung Fotograf!)
Wir helfen gestrandetem Land Rover

Winch Dir was …

geschrieben am 18. Oktober 2009 um 21:46 von Tommi

… war am nächsten Tag das Tagesmotto, und das aber ordentlich. Los ging es jedoch erst mal ziemlich spannend mit dem Finden - oder sagen wir besser Suchen - der Startposition bzw. der Startrichtung der zweiten Roadbook-Etappe. Wir hatten die Koordinaten der Startposition und das Roadbook zeigte den Startpunkt links neben einem einzeln stehenden Baum. Aber da gab es mindestens zwei Richtungen in die man starten konnte; hier ließ uns das Roadbook ziemlich allein. Also einfach langsam los in die Richtung die vor uns lag, mal sehen was kommt. Das Schicksal schien uns sofort wohl gesonnen - nachdem die nächsten drei Wegpunkte des Roadbooks ziemlich mit dem übereinstimmten, was wir rechts und links erkennen konnten, entschieden wir uns für maximale Kraftstoffzufuhr in die Brennkammern des YellowCruiser-Kraftwerks: Volle Fahrt voraus!

So ging es dann ganz engagiert und mit viel Speed über Sandpisten und Waldwege, bis es von Stunde zu Stunde zunehmend feuchter wurde. Nicht nur von oben, nein auch die Pfützen entwickelten sich zunehmend zu Respekt einflößenden Wasserlöchern, in denen man gut und gerne diverse Fahrzeuge ohne Abwrackprämie hätte versenken können. Urplötzlich schossen mir Bilder mit abgesoffenen Fahrzeugen und bis zum Kinn im Schlamm steckenden Rallye-Piloten von der Dresden-Breslau durch den Kopf, die im Sommer genau diesen Abschnitt befahren hatten.  Hoffentlich holen wir uns hier keine nassen Füße!

Aber die ersten Wasserdurchfahrten machten uns recht optimistisch und ließen auf weiteres gutes Gelingen hoffen. Bis uns der eklig schwarze, knietiefe Schlamm in der Zufahrt zu einer Flussquerung plötzlich festhielt und ohne fremde Hilfe nicht mehr loslassen wollte. Sperren? Waren alle bereits drin. Zusätzlich hatte der YellowCruiser ziemliche Schräglage und ich die Befürchtung, dass wir mit der rechten Seite direkt auf der Uferböschung liegen. Was bei dem Gewicht sicher einige böse Dellen mit sich bringen würde. Mist!

Wohl oder übel musste jetzt die Winde ran. Klar, die im Trockenen stehenden ‘Zaungäste’ hatten gut Lachen und jede Menge superschlaue Kommentare. Na toll, kaum steckst Du fest und schon fangen die anderen an zu feiern!

Dank eines erfahrenen Jeepers kamen wir trotzdem ganz gut wieder aus der schwarzen Soße raus - bzw. in den Fluss hinein, aus dem wir uns dann auf der anderen Seite an einem Baum herauswinchen konnten. Damit war dann auch gleich das neue Equipment von der Winde selbst bis hin zu diversen Gurten standesgemäß eingeweiht und schlammverschmiert. Natürlich haben wir in diesem Zusammenhang auch noch das Windenseil total verknotet aufgewickelt und anschließend beim kompletten Abwickeln aus der Winde gerissen! Saublöd das!

Schaden macht klug, sagt man. Zumindest waren wir nach dieser Aktion um einiges schlauer. Glück im Unglück hatten wir jedoch trotzdem, an der rechte Seite des YellowCruisers war bis auf einige kleine Striemen auf der gelben Folie nichts zu sehen, nicht eine kleine Delle. Na das ging ja noch mal gut …

Es ging bergauf …
… und bergab.
Bis dann nichts mehr ging …
… wegen schwarzer Pampe.
Winde marsch!
Das hat man nun davon :-(

Am Panzer scharf rechts!

geschrieben am 17. Oktober 2009 um 17:32 von Tommi

Am nächsten Morgen ging es dann direkt ins Gelände. Natürlich erst einmal Briefing durch das MT Series Team, Papierkram unterschreiben, Roadbook fassen usw.

Das Roadbook für die erste Etappe hatte 309 Einträge, verteilt über ca. 140 km. Also 309 mal Aufpassen und die hoffentlich richtige Entscheidung treffen. 309 mal die Möglichkeit falsch abzubiegen. 309 mal Tripmaster zurücksetzen - richtige Rallyenauten sagen dazu “Nullen”. Also sagen wir ab jetzt auch “Nullen”.

Navigator Volker, der noch nie vorher ein Roadbook in der Hand gehalten hatte, geschweige denn danach gefahren war, verstand sofort, worum es ging. Und nach den ersten vier (richtigen) Ansagen waren wir ein eingespieltes Team, woran ich eigentlich vorher nie Zweifel hatte. Und es war zum Glück auch schnell klar, dass “sein” Links identisch mit “meinem” Links ist, was ja zwischen zwei Personen in einem Auto nicht immer der Fall ist. Wobei dies nach meiner Erfahrung und einer abenteuerlichen, gemeinsamen Tour mit einer netten Journalistin vor einigen Jahren rund um den Frankfurter Flughafen trotz Navigationssystem auch recht lustig sein kann. Aber wir hatten zum Glück Spaß von der anderen Sorte, eben für Männer. Manchmal war mein Gasfuß träger als Volkers “jetzt scharf rechts”, dann halfen nur Bremse und sofortiger Rückwärtsgang sowie ein gesundes Gottvertrauen, dass hinter uns kein anderes Fahrzeug stand. Zumindest ist der tote Sichtwinkel nach hinten im YellowCruiser bei mangelnder Bewegungsfreiheit - festgegurtet in den Rennsitzen - dreckverschmierten Spiegeln und schlammverkrusteter Heckscheibe ganz schön groß. Aber es ging alles gut, hatten wir doch einen ganz guten Vorsprung vor unseren Verfolgern aufgebaut.

An mancher Stelle wurde uns aber das leuchtende Gelb des YellowCruisers zum sportlichen ‘Verhängnis’ - irgendwie schienen sich die Qualitäten unseres frisch gebackenen Navigators herum gesprochen zu haben, denn die “Mitbewerber” folgen uns fast bedingungslos und hatten selbst bei großem Vorsprung und komplizierten Roadbook-Einträgen einfaches Spiel. Denn “die Gelben” waren auf dem weitläufigen Militärgelände ganz einfach zu sehen. Also einfach auf “die Gelben” draufhalten schien die Devise. “Da vorne sind die Gelben!”. Na gut, wo wir sind ist vorne!

Ich muss an dieser Stelle aber (ungern…) zugeben, dass wir uns an einem riesigen Schlammloch nicht vorne angestellt haben sondern den Bypass für Mädchen genommen haben. Wir wollten als Greenhorns den YellowCruiser nicht gleich am ersten Tag komplett im schwarzen Schlamm fluten. Mindestens ein Team der MT Series Rally hatte dort wenige Stunden vorher sein Fahrzeug verloren und rechnet damit, dass es in einigen Monaten wieder okay ist - keine Alternative für uns. Das heißt aber nicht, dass nicht genug Zeit war um das Schauspiel der Bergung von zwei festgefahrenen und beinahe abgesoffenen Jeep Cherokee zu beobachten. Einschließlich der netten und aufmunternden Kommentare der umstehenden Akteure - ja wer den Schaden hat …

Und auch um zu sehen, wie ein Kollege ganz selenruhig und mit Feingefühl mit einem (leichten …) Jeep Rubicon Zentimeter für Zentimeter durch die Passage “spazierte”. Alle Achtung!

Irgendwie verging die Zeit auf der Roadbook-Etappe insgesamt wie im Flug. Natürlich im wahrsten Sinne des Wortes, denn nichts ist schöner als ein fliegender YellowCruiser. Nur - die Landung, oder besser der Aufschlag nach dem kurzen Abheben ist ganz schön hart. Zwar hat das Fahrwerk alles problemlos weggebügelt (Kompliment DAKTEC !!) , aber am Abend tat mir das Popometer und noch einiges andere ziemlich weh. Macht nichts, für ein solches Erlebnis nimmt man einige körperliche Leiden in Kauf. Und beim gemeinsamen Ansehen der Videos der anderen Teilnehmer am Abend im Camp hörten wir hier und da den Spruch “Sieh, da vorne sind die Gelben!”. Na wenn das die Schmerzen nicht vergessen lässt …

Ankunft am MT Series Camp
Die dürfen natürlich nicht fehlen …
Start der Roadbook-Etappe
Am Panzer scharf rechts!
Angreifer von hinten
Matsch voraus
Jeeps stecken im Tiefschlamm fest
Bitte mal das Kinderzimmer aufräumen!

Jedem sein Paradies!

geschrieben am 16. Oktober 2009 um 16:22 von Tommi

Wo liegt das Paradies? Diese Frage konnte in der Literatur bisher nicht ganz vollständig geklärt werden. Aber - hier kommt die gute Nachricht für Offroader: wir haben es gefunden! Wenn es ein Paradies gibt, dann liegt es exakt bei N 53 27.427, E 015 49.556 bzw. innerhalb der umgebenden 30×30km², ca. 100km östlich von Szczecin (Stettin) im Nordwesten von Polen. Austragungsort einiger berühmt-berüchtigten Etappen der Dresden-Breslau sowie der MT Series Rally in der vergangenen Woche. Wir waren mit dem YellowCruiser dort und sind einige Roadbook-Strecken der MT gefahren. Noch ohne Wertung, aber ganz klar mit dem Ziel die Grenzen von Fahrzeug und Team auszuloten.

Offroadfreuden pur, Sand ohne Ende, Strecken für jeden Geschmack und jede Geschwindigkeit. Huckelpisten, Tiefsand, Flussquerungen, Wasser und Schlamm ganz nach Bedarf. Und freundliche Menschen! Also nicht nur in den Offroadfahrzeugen. Aber dazu mehr in den nächsten Tagen.

Am Samstag ging’s los. Knapp 6 Stunden Anfahrt bis zum Basis-Camp, im YellowCruiser wie immer eine bequeme Sache. Kurz hinter der Landesgrenze dann die erste angenehme Erfahrung: der Liter Diesel kostet umgerechnet rund 90 Cent. Da macht das Cruisen doch gleich noch mehr Spaß als zuhause! Aber der Anblick der sehr grauen Ortschaften und der deutlich unter dem für uns gewohnten Lebensstandard lebenden Leute dort stimmte uns ziemlich nachdenklich. Und dann noch der Smog, der über allen Orten hing, qualmende Schornsteine aus denen Kopfschmerzen und Magenumdrehungen verursachender Qualm stieg! Garantiert ein Ergebnis aus der Verbrennung von extrem minderwertiger Braunkohle - ganz wie vor über 20 Jahren bei uns in der Gegend um Leipzig und Espenhain. Aber war das bei uns wirklich so schlimm? Von Paradies kann diesbezüglich keine Rede sein, wie eng liegen Freud und Leid doch manchmal beisammen. Und der unaufhörliche Regen machte alles noch grauer und trostloser. Auf jeden Fall brummte uns mächtig der Schädel, als wir hungrig im Camp ankamen.

Und es war kalt in Polen. 3°C am Abend, Regen und Wind ohne Ende. Gut dass wir uns gegen das Zelt und für ein Hotelzimmer im Camp entschieden hatten. Naja, die Bezeichnung Hotel war etwas übertrieben, aber auf alle Fälle ein festes Dach über dem Kopf zum Schlafen und eine warme Dusche. Was will man mehr.

Gleich beim Ausladen ‘überfielen’ uns die männlichen Gäste einer in den Räumlichkeiten des “Hotels” stattfindenden Hochzeitsgesellschaft und wollten sich vor dem YellowCruiser fotografieren lassen. Scheinbar war unser Gelber attraktiver als die hübsche polnische Braut - was ich eigentlich nicht fand ;-). Oder war das sogar der Bräutigam selbst, der seine Braut in Anbetracht des gelben Race-Cars für einige Momente sitzen ließ? Irgendwie stolz ließen wir sie natürlich gewähren …

Leider waren die im “Hotel”-Prospekt angepriesenen Restaurants nicht vorhanden bzw. geschlossen, so dass wir uns nach einem kurzen Besuch beim örtlichen Supermarkt mit einigen Lebensmitteln für ein artgerechtes Abendessen eindecken konnten. Volker war glücklich, dass wenigstens eine bekannte Biermarke verfügbar war, wenn auch eine aus Holland …

Morgen folgt dann hier der Bericht von der ersten Etappe durchs Offroad-Paradies.

trostlose Ortsdurchfahrt
alt-sozialistischer Plattenbau
Hochzeitsgäste vor YellowCruiser
Offroader’s Abendmahl

Rausoperiert

geschrieben am 26. September 2009 um 21:50 von Tommi

Operation gelungen, der YellowCruiser schnurrt wieder! Dies nur um das Ergebnis vorweg zu nehmen.
Und das ganz ohne Handbuchlesen! ;-)

Fangen wir aber von vorne an. Nach dem letzten Wochenende ging nix mehr - Hauptsicherung durchgebrannt. Unser Verdacht, dass diese spezielle Sicherung irgendwie anders ist als die anderen, wurde vom freundlichen Toyota-Händler bzw. von dessen Servicemeister beim Kurzbesuch vor Ort bestätigt. Die Sicherung - die ja nie kaputt geht (!) -  sei geschraubt und zum Lösen der Schrauben müssen die ‘Innereien’ des  Sicherungskastens komplett herausoperiert werden. Ja richtig, herausoperiert! Das machen die bei Toyota auch nicht gerne, sagt der Servicemeister, weil schrecklich kompliziert. Man brauche vier Hände und vier kleine Schraubenzieher zum gleichzeitigen Drücken gegen vier Plastik-Clips und einige weitere starke Hände, die - ohne dass man richtig zufassen kann - dann das Ding irgendwie herausziehen. Na das klang ja schon super (de)motivierend! Zum Gück war aber noch eine der benötigten Sicherungen auf Lager (ziemlich teuer!), so dass einem Operationsevent am heutigen Sonnabend nichts im Wege stand. Dabei zeigte sich auch das Wetter von seiner besten Seite, so dass unser Erfolg eigentlich schon beim Öffnen der Motorhaube garantiert war.

Erst mal die Batterie abklemmen - nicht dass etwa eine Sicherung durchbrennt! Oder noch besser, am besten ganz raus mit der Batterie - dies schafft viel Bewegungsfreiheit. Nachdem wir dann das mit den vier Schraubenziehern irgendwie ohne ernsthafte Verletzungen hinbekommen hatten, war aber natürlich keine Hand mehr frei zum Ziehen. Und selbst wenn, wo anfassen? Aber nach einigem Hin und Her ließ sich der Kasten dann so nach und nach aus seiner Behausung herausrütteln. Jetzt kam auch schon eine kleine Schraube zum Vorschein, mit welcher der Sicherungsfuß auf der einen Seite angeschraubt war. Wie jetzt aber an die andere Seite des Sicherungsfußes kommen? Der innere Sicherungskasten musste noch weiter demontiert werden, und als ob wir es schon geahnt hätten - es gab weitere Plastik-Clips in die man gleichzeitig mit dem Schraubenzieher … naja und so weiter. Schließlich hatten wir uns nach geraumer Zeit an beide Befestigungspunkte der Sicherung herangearbeitet und konnten sie jetzt endlich abschrauben und herausziehen.

Neue Sicherung rein, alles wieder zusammen-CLIPSEN, Batterie rein und anklemmen - fertig!

Puh, hoffentlich brennt uns diese Sicherung nie wieder durch! Obwohl, jetzt wo wir wissen wie es geht, wird uns das nächste mal garantiert etwas anderes ärgern. Scheinbar geht diese Sicherung aber wirklich “nie” kaputt, denn auf meine Frage im Buschtaxi-Forum nach Hinweisen wie die Sicherung befestigt ist, gab es keinerlei Antwort. Scheinbar weiß das wirklich niemand - außer uns.  Und der freundliche Servicemeister natürlich, aber der zählt hier ja nicht.

Und alles ist wieder gut … :-)

Wo ist die vierte Hand?   Na an der Kamera …
Fast geschafft.
Draußen ist der Kasten!
Da (<) ist eine Schraube …
… und hier (<) die andere.
Endlich ist der Zahn rausoperiert!
So ein kleines Ding macht so viel Ärger!

Wir sind doch keine Handbuchleser!

geschrieben am 16. September 2009 um 21:40 von Tommi

Also das war wieder ein Sonntag! Regen ohne Ende und Volker und ich hatten uns genau für diesen Tag schon lange einige Elektro-Umbauten vorgenommen. Es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, nur unangemessene Kleidung - aber im Regen auch noch mit Strom hantieren, sowie in, unter und über dem YellowCruiser herumzuklettern macht dann doch irgendwie keinen Spaß. Was soll’s, ein Carport bot uns etwas Schutz vor direkter Nässe von oben, aber ein kräftiger Wind sorgte auf alle Fälle für konstante Feuchtigkeit auch unter dem Dach. Egal, wir wollten nur mal ’schnell’ einige Relais für die Fernscheinwerfer sowie die Interkom für die Helmkommunikation anschließen. Sicher keine große Sache und bis zum Kaffeetrinken im Kreise der Lieben würden wir garantiert fertig sein.

Diverse Verkleidungen im Innenraum waren schnell abmontiert - ich staune, dass die Verschraubungen und Kunststoff-Clips überhaupt noch halten. So oft wie ich diese in den letzten Monaten schon ab- und angebaut habe um Kabel, diverse Sicherungskästen, Antennen und irgendwelche Elektronikmodule für Offroad- und Onroad-Navigation, Telematik, Freisprecheinrichtung usw. ein- bzw. auszubauen. Aber dafür sind die Verkleidungen und Abdeckungen jetzt in Bestzeit ab. Gefühlte 2 cm dicke Kabel durch ein 5 mm Loch, an das man nur kopfüber, ausschließlich mit der linken Hand und ohne dabei auch nur irgendetwas zu sehen herankommt, in den Motorraum durchführen - auch das gelang uns ohne nennenswerte Probleme oder Kollateralschäden. Relais anbringen und anschließen. Fertig, das war’s. Einschalten.

Blitz, Qualm, Finsternis …

Verflucht, irgendwas war wohl falsch angeschlossen. Kann ja mal passieren dachten wir, Sicherungen sind bei Bedarf schnell gewechselt. Der Qualm kam aber aus einem Ding, das keine Ähnlichkeit mit den üblichen Kfz-Sicherungen hatte: ein kleiner weißer Kasten mit Sichtfenster, ca. 2,5 x 1,5 x 2,5 cm. Montiert im Sicherungskasten und in dessen Deckel als Sicherung Nr. 65 “ALT” bezeichnet. Aha, also eine Sicherung, nur größer als die üblichen Kfz-Stecksicherungen. Auf dem Deckel konnten wir lesen 120A. Wow, 120 Ampere? Ziemlich viel, da muss es ja ganz schön geraucht haben im Kasten. Unsere Fehleranalyse brachte das Problem recht schnell ans bereits schwindende Tageslicht; die Relais waren falsch angeschlossen. Wir hätten wohl doch die Dokumentation vorher konsultieren sollen anstatt diese Dinger ‘wie immer’ anzuschließen. Aber wer liest schon Dokumentationen, Bedienungsanleitungen oder Handbücher? Das machen ja wohl nur Anfänger, Schattenparker und Bergaufbremser! Wir sind doch keine Handbuchleser!

Jetzt schnell die 120A Sicherung ziehen und am nächsten Tag beim freundlichen Toyo-Händler eine Ersatzsicherung organisieren - fertig. Aber das Ding ging nicht raus! Ließ sich nicht einen Zehntelmillimeter bewegen! Zange? Schraubenzieher? Alles Fehlanzeige. Da standen wir nun ratlos vor dem Sicherungskasten des YellowCruisers und mussten das Handtuch werfen! Der Abend nahm seinen Lauf und an das familiäre Kaffeetrinken war sowieso nicht mehr zu denken. Nach unzähligen Versuchen kam die Erleuchtung - oder zumindest eine vage Vermutung: möglicherweise ist die Sicherung von unten geschraubt! Macht ja auch Sinn bei 120A, solch hohe Ströme lassen sich schwer über Steckkontakte leiten, die offen im Motorraum auch noch der Korrosion ausgesetzt sind. Also wie jetzt an die eventuelle Verschraubung oder anderweitige Befestigung der Sicherung herankommen? Den gesamten Sicherungskasten ausbauen? Dieser hängt am Kabelbaum und lässt sich leider nicht drehen, damit man von unten an die Kontakte der Sicherungen heran kommt. Was passiert eigentlich, wenn eine solche Sicherung unterwegs, also weitab jeglicher Zivilisation durchbrennt? Sicher gibt es einen Trick, irgendwie gleichzeitig mit 5 Schraubenziehern in die Befestigungsclips des Sicherungskasten-Einsatzes drücken und mit der dann noch freien Hand (??) den Einsatz ganz einfach herausnehmen …

Fragen über Fragen. Aber deren Beantwortung haben wir als der Sonntag dann fast um war verschoben auf die folgende Woche und auf einen Besuch beim Toyo-Händler. Ach ja, und den YellowCruiser haben wir auch erst mal beiseite schieben müssen.

Na dann bis zum nächsten fröhlichen Bastelsonntag - und ab jetzt immer schön ins Handbuch schauen …

Der Sicherungskasten
Das Corpus Delicti

“Angrillen”

geschrieben am 17. August 2009 um 19:50 von Tommi

Schon seit einiger Zeit lag ein Beitrag aus dem Buschtaxi-Forum [www.buschtaxi.de] zum besseren Schutz des Kühlers gegen anfliegende Steine ausgedruckt auf dem Schreibtisch und wartete auf seine Realisierung. Dafür stand auch der mir bis dahin völlig unbekannte Begriff “Streckmetall” ganz weit oben auf meiner Baumarkt-Einkaufsliste - natürlich in elektronischer, meint BlackBerry-Form. Ein großer Vorteil solcher multimediagesteuerten Baumarkt-Einkäufe ist unter anderem, dass man sich unterwegs im Baumarkt in das Forum einloggen kann (sofern man dort guten Mobilfunkempfang hat…) und dem freundlichen Mann hinter dem Infotresen gleich zeigen kann, was man möchte - falls auch dieser den Begriff “Streckmetall” nicht zuordnen kann. Doch er konnte sofort, und ich musste mich nicht als Onlinejunkie outen.

Am Wochenende habe ich mich dann ans “Grillen” gewagt. Der verchromte Grill war in wenigen Minuten per Schraubenschlüssel von der Motorhaube entfernt und lag dann vor mir - wie aber jetzt das Streckmetall von hinten befestigen? Etwa eine Stunde kräftiges Biegen und Schneiden halfen das Streckmetall ungefähr an die Kontur des Grills anzupassen und anschließend mit dem Anschrauben des Grills an die Motorhaube das ‘gestreckte’ Metall mit zu fixieren.

Fertig! Warum aber ist so ein Schutz eigentlich nicht bereits ab Werk vorhanden? Durch die mehrere Zentimeter großen Abstände der originalen Grillstreben kann man sich auf einer Schotterpiste z.B. von einem voraus fahrenden Fahrzeug sicher viele böse Steine einfangen, die dann gefährliche Einschläge im Kühler hinterlassen. Macht nichts, ich habe einiges über Streckmetall gelernt und einen interessanten und erfolgreichen “Grillnachmittag” verbracht.

Das Ergebnis kann sich sicher sehen lassen - hier kommen keine Steine mehr rein:

vorher
nachher
Gesamter Grill von vorn …
… und von hinten

Nach dem Urlaub …

geschrieben am 14. August 2009 um 18:59 von Tommi

… ist vor der Rallye!

Urlaub ist eine angenehme Unterbrechung des Alltags für einige Tage oder gar Wochen, auf die man sich gewöhnlich lange freut. Und die Zeit bis zum Urlaub vergeht erstaunlicherweise von Tag zu Tag langsamer. Aber plötzlich ist er dann da - der Urlaub - und das Leben ändert sich von heute auf morgen: länger schlafen, ausgiebig frühstücken, planlos den Tag verleben …

Insgesamt eine schöne Zeit, die aber viel zu schnell vergeht. Am urplötzlich hereinbrechenden Ende des Urlaubs macht sich dann irgendwie Katerstimmung breit. Das war’s. Jetzt ändert sich das Leben wieder schlagartig. Nur dieser Schlag ist irgendwie ein herber Tiefschlag.

Aber es gibt zum Glück auch positive Kräfte, die nach dem Urlaub schnell gegen die Katerstimmung ankämpfen helfen: die innerhalb der letzten Wochen entstandenen Ideen und  Pläne gilt es nun in die Tat umzusetzen. Endlich! Nicht mehr untätig am Strand sitzen oder in Gedanken versunken umherlaufen. Endlich wieder Werkzeug in den Händen halten. Endlich wieder Schrauben, Bohren, Löten - der Umbau am YellowCruiser geht weiter. Unter anderem ist folgendes geplant:

- Kühler mit Streckmetall gegen Steinschlag schützen
- Elektrolüfter einbauen
- Getriebe- und Achsentlüftungen hochlegen zum besseren Schutz für Wasserdurchfahrten
- Befestigung von Ausrüstungsmaterial im Innenraum (Alu-Boxen, Kanister, Schaufel usw.)
- Einbau und Anschluss Interkom (Verstärker für Helmkommunikation)
- Verkabelung Fernscheinwerfer
- …

Und es gibt auch positive Nachrichten von der Transsyberia-Rallye. Die Planung der Organisation für 2010 läuft, die Rallye wird stattfinden! Das technische Reglement für 2010 ist bereits online. Die verbleibende Zeit werden wir für den restlichen Umbau und vor allem zur Erprobung und Feinabstimmung des YellowCruisers nutzen.

Na dann - nach dem Urlaub ist vor der Rallye!

Strand-Nachlese

geschrieben am 11. Juli 2009 um 13:02 von Tommi

Quelle: OFF-ROAD 8/09

Die ABENTEUER & ALLRAD 2009 von Bad Kissingen ist nun schon seit einigen Tagen Geschichte. Ich sitze vor mich hin dösend am Ostseestrand und schaue neidisch auf den örtlichen Strandkorbvermieter, der mit seinem Quad tiefe Spuren in den weißen Sand zieht, während er seine Strandkörbe checkt.  Hier mit dem YellowCruiser durch den Sand zu pflügen wäre sicher ein Traum. Aber nicht opportun - der Naturschutz und die hier Ruhe und Erholung suchenden Mitmenschen verbieten das von selbst.  Ansonsten aber kein schlechter Gedanke, dies zumindest theoretisch in Betracht zu ziehen. Dabei scheint mir doch aber irgendwie verdächtig, dass der Quad-Pilot nicht unbedingt den kürzesten Weg zwischen den Strandkörben sucht. Ganz nach dem Motto, die schönste Verbindung zwischen zwei Punkten ist die Kurve. Sehe ich da gar ein Grinsen in seinem Gesicht, immer wenn er genussvoll und mit viel Gas zum nächsten Strandkorb driftet? Er scheint ziemlich viel Freude bei seinem Job zu haben. Aber so soll es ja auch sein.

Mir bleiben auf jeden Fall heute und hier nur gedankliche Drifts und offroad-Erlebnisse, ganz im Einklang mit Natur und Erholung. Das Lesen der aktuellen Ausgabe der OFF-ROAD sorgt dabei für angenehme Abwechslung und Kurzweil.

Und für eine schöne Überraschung: unser YellowCruiser ist abgebildet! Offensichtlich fand ein Redakteur auf der ABENTEUER & ALLRAD Interesse an unserem Race-Car und brachte somit Bild und Text auf  Seite 12 des beliebten 4×4-Magazins.

Ein erster, kleiner medialer PR-Erfolg? Wie auch immer, die Freude darüber war mir garantiert anzusehen. Und das ganz ohne Drift und Vollgas am Strand.