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Messestress!

geschrieben am 10. März 2010 um 09:22 von Tommi

So eine Messe-Vorbereitung ist Stress pur! Aber das kenn wir ja auch aus dem ‘richtigen’, meint beruflichen Leben - nur dass man (also wir …) sich den Stress auch noch neben dem Job antut - muss das sein? Ich denke ja, denn wir haben einiges vor in diesem Jahr in Punkto Kommunikation und was bietet sich dafür besser an, also eine fast vor der Haustüre stattfindende Automesse zu nutzen? Vom 10. bis 18.04.2010 findet in Leipzig die Messe Auto Mobil International (AMI) statt und man kommt uns seitens der Messe freundlicherweise was die Kosten für einen 4×4-Rally.com-Messestand anbetrifft stark entgegen. Dafür haben wir und unsere Kooperationspartner im Gegenzug einige interessante Preise gestiftet, die in einem Gewinnspiel dann unter das aktive Messevolk gebracht werden sollen. Aber dazu später mehr.

Wir haben mit unseren polnischen Freunden von der MT Rally vereinbart, dass wir eine gemeinsame Präsentation von 4×4-Rally.com und der MT Rally - die ja nur wenige Tage nach der Messe stattfindet - realisieren und damit auf der Messe eigentlich DER Stand zum Thema Offroad-Motorsport sein werden. Keine schlechte Idee, wie uns das Feedback von verschiedenen Internetforen aber auch von einigen Presseleuten und von Leuten aus der Szene versichert. Also los, auf dass es ein tolles Event wird!

Zunächst muss ja erst mal die Gestaltung des Standes geplant werden, also vom Fußboden über die Beleuchtung bis hin zum etwaigen Standbau, also Wände zur Abgrenzung zum Nachbarstand hin. Aber wer sind die Nachbarn? Vielleicht ein Sportwagenhersteller mit zahlreichen gut aussehenden Hostessen? Dann bräuchten wir keine Wände …

Spaß beiseite - wir müssen natürlich auch eine kostenoptimale Lösung finden, was heißt das ganze soll möglichst nichts kosten und trotzdem irgendwie gut aussehen und natürlich zum Charakter des Standes passen. Eigentlich müsste viel Sand, Schlamm und Wasser auf den 4×4-Messestand - aber da gibt es ja die “Technischen Richtlinien” der Messe und garantiert würden es unsere direkten Standnachbarn, aber auch die dahinter positionierten Zuffenhausener Sportwagenhersteller nebst der bayrischen Motorenschmiede schräg gegenüber gar nicht gern sehen, wenn die von unserem Stand kommenden Interessenten mit schlammverschmierten Schuhen dann in deren teure Luxuskutschen steigen. Eigentlich käme es doch mal auf einen Versuch an, oder?

Ganz im Sinne der friedlichen Koexistenz mit den anderen Ausstellern diskutieren wir aber gerade eine ‘zivil verträgliche’ und auch Budget-schonende Lösung für die Fußboden- und Standgestaltung, ich bin selbst gespannt wie der Stand dann letztlich aussehen wird. Aber neben diesen Fragen sind noch eine ganze Menge andere Fragen zu klären. Was stellen wir - neben Fahrzeugen natürlich - noch auf den Stand? Fahnen? Stühle? Ölfässer als Deko? Wie zeigen wir die Promo-Videos? Welches Informationsmaterial muss noch organisiert werden? Welche Formulare müssen beantragt werden? Wie gehen wir mit der Presse um? Zumindest hinter Letzteres können wir schon mal einen Haken setzen, nachdem wir gestern bei wunderschönem Sonnenschein noch einige Pressebilder geschossen haben, ist gestern Abend eine gemeinsame Presseinformation von 4×4-.Rally.com und MT Rally an die deutsche Motorpresse aber auch an die Regionalpresse heraus gegangen.

Na dann hoffen wir mal auf viele neugierige Messebesucher, vielleicht ist ja das eine oder andere weitere Rallye-Tem für die MT Rally oder auch Verstärkung für unser Team dabei. Aber bis zur Messe sind ja auch noch einige Tage Zeit - und bis dahin ist noch allerhand zu tun! Und sobald die Planungen für das Gewinnspiel abgeschlossen sind, werde ich hier darüber informieren.

Après-Drive statt Après-Ski

geschrieben am 2. Februar 2010 um 18:19 von Tommi

Vergangenes Wochenende hatte uns Toyota zum “Entdecken” des neuen Toyota Landcruiser J15 eingeladen. Das Event wurde wohl zeitversetzt an verschiedenen Standorten in Deutschland durchgeführt und da sich für uns die Gelegenheit in einigermaßen erreichbarer Distanz bot, konnten wir dazu natürlich nicht nein sagen. Wollten wir doch hautnah erleben, ob unser YellowCruiser nun schon ein Oldtimer geworden ist!

Die tief verschneite, traumhafte Landschaft lockte dazu zusätzlich ins Gelände und noch besser an den Steilhang. Auf dem Gelände einer ehemaligen Heeresversuchsanstalt, wo vor vielen Jahren Panzer und anderes Militärzeugs getestet wurde, durften wir den jüngsten Spross der japanischen Offroad-Legende ausgiebig onroad und offroad ausprobieren und das hat riesigen Spaß gemacht!

Mit Ski, Snowboard oder Rodel den Hang runter rutschen kann jeder - aber mit Toyotas neuestem Geländehightecherzeugnis die Hänge runter und wieder rauf, das ist schon fast exklusiv. Après-Drive statt Après-Ski; Allradtanz im Schnee ist schöner als Hüttengaudi!

Nun ja, der freundliche Hinweis “Beim Befahren der Steigungsbahnen besteht Lebensgefahr!” auf den Schildern am Fuße der Steilhänge machte doch auf einige (zumeinst weibliche…) Teilnehmer einen entsprechenden Eindruck. Obwohl das Risiko eines körperlichen Totalschadens an Deutschlands oder Österreichs Skipisten in den Alpen garantiert um ein Mehrfaches höher ist - nur gibt es dort nicht solche Schilder. Auf jeden Fall haben wir uns todesmutig - was sind wir doch für Kerle! - in den Toyo und die Hänge herauf und herunter gestürzt. Dank Craw Control, Multi-Terrain-Select-System, Multi-Terrain-Monitor, Pre-Crash-Safety-System und anderer elektronischer Helferlein mit unglaublich toll klingenden Namen gab es aber weder Knochen- noch Achs- oder anderweitige Materialbrüche an Mensch und Technik. Allerdings, ohne diesen ganzen Schnickschnack geht’s auch, und wenn es irgendwann im Gelände mal wirklich nicht weiter geht ist’s eh’ zu spät. Der Blick in die durchaus selbstbewusste Preisliste zeigt, dass man das Fahrzeug wohl sehr selten auf Deutschlands Straßen und erst recht kaum im Gelände sehen wird. Schade eigentlich.

Auch leider selten zu sehen ist wohl das fürs leckere Catering und Après-Drive genutzte Blockhaus mit Rampe (siehe Foto unten). Sehr beeindruckend, für schmale Grundstücke besonders zu empfehlen! Wer will schon seinen Offroader wie jeder “Normalo” vor dem Haus parken, wer was auf sich hält und den Nachbarn beeindrucken will, fährt einfach drüber. Und der Schornsteinfeger braucht auch keine Leiter mehr zum Kaminkehren…

Fazit? Der neue Landcruiser ist ‘ne super Spielkonsole für Erwachsene mit ausreichend Budget. Gut, dass wir unseren YellowCruiser haben!

-

Was sind wir doch für Kerle!

Ich fahr' Dir aufs Dach…

Vierschanzentournee? Nein, Frontkamerabild.

Skilift gefällig?

Let’s rally!

geschrieben am 1. Januar 2010 um 16:37 von Tommi

Das wird unser Jahr(zehnt)! Ganz sicher! Gerade einige Stunden alt, zeigt sich das Jahr bereits von seiner besten Seite und produziert neben einigen Schneekrümeln auch interessante Neuigkeiten. Übrigens, Schneekrümel sorgen ja allgemein in Deutschland für Chaos auf den Straßen und neuerdings auch bei der Bahn. Man kann ja im Winter auch nicht damit rechnen, dass es mal kalt wird und dann auch noch schneit. Vorteil 4×4 - vier angetriebene Räder helfen zum Glück nicht nur offroad in Sand und Schlamm sondern auch inmitten der weißgezuckerten Zivilisation.

Apropos Neuigkeiten - nur einen Beitrag weiter unter hatte ich das Thema Schumi und das abgeblasene Formel-1 Comeback erwähnt. Da sieht man, wie schnelllebig die Zeit ist. Rechtzeitig vor Weihnachten gab es hier ja inzwischen neue Nahrung für das Medienspektakel. Alle Achtung, er will es doch noch mal wissen. Viel interessanter für uns wird aber garantiert die heute anlaufende DAKAR in Südamerika werden. Hier geht es zwar letztendlich auch fast nur um eine gigantische Materialschlacht, zumindest bei den Profis. Aber es gibt auch Teams mit kleineren Budgets, und das ist doch die eigentliche Würze für die DAKAR. Undenkbar im Formel-1 Zirkus. Also schauen wir mal, wie sich die einzelnen Teams bei der Andenüberquerung schlagen.

Dieses Jahr sind auch wieder einige Toyota Landcruiser J12 (Prado), unterstützt vom Reifenhersteller Cooper-Tires in Argentinien am Start. Genau unser Fahrzeugtyp, genau unsere Reifen. Laut marathonrally.com aber eine ‘außergewöhnliche Reifenwahl’. Bisher hatten wir jedoch nur gutes über die auf unserem YellowCruiser montierten Cooper STT Reifen gelesen, gehört und auch selbst erfahren. Daher ist das Thema für uns besonders spannend. Viele Australier schwören auf Cooper STT Reifen, sollte die südamerikanische Wüste hier andere Anforderungen stellen?

Aber zurück zu den Neuigkeiten: gemeinsam mit unseren Freunden von MT Rally (Polen) werden wir in diesem Jahr einen gemeinsamen Messestand auf der Automesse AMI im April in Leipzig bestreiten. Informationen aus erster Hand für alle Rallye-Interessierte! Und in diesem Zusammenhang wird es gemeinsam mit unseren Partnern und der Messe einige äußerst interessante Preise zu gewinnen geben - etwas, was man sich garantiert nicht kaufen kann. Aber die Katze lass’ ich heute und hier mal noch nicht aus dem Sack, wir wollen doch schön neugierig bleiben …

Sonst noch was? Na klar, heute ist die Anmeldung für die BAJA-SAXONIA Rallye rausgegangen! Also bitte schon mal vormerken: 13.-15.05.2010 in der Nähe von Leipzig. Und in wenigen Tagen wird die Registrierung für die MT Rally in Polen (24.04.-01.05.2010) möglich sein und definitiv erfolgen. Nicht schlecht für den ersten Tag des Jahres, oder?

Na dann - Euch allen ein gesundes, maximal interessantes und erfolgreiches Jahr 2010! Und - Let’s rally!

Wie doch die Zeit vergeht

geschrieben am 7. Dezember 2009 um 12:05 von Tommi

Jetzt ist das Jahr 2009 fast gelaufen. Oder sagen wir lieber die Zielflagge ist schon am Horizont zu sehen. Noch wichtiger aber, unser Projekt und vor allem dieser Blog hier ist damit ungefähr ein Jahr alt. Ein Grund zum Feiern? Zumindest scheint ein Rückblick auf das vergangene Jahr lohnenswert. Nicht nur was unser Rallye-Projekt anbetrifft, sondern auch was rundum in der Welt passiert ist. Da hat uns doch das vergangene Jahr solch unglaubliche Dinge wie einen US-Präsidenten als Friedensnobelpreisträger oder Herrn Westerwelle als Bundesaußenminister beschert. Volkswagen hat die DAKAR in Südamerika mit einem Dieselauto gewonnen, nach einem riesigen Presse-Rummel kehrt Schumi nun doch nicht in die Formel-1 zurück während sich Toyota leider ganz von diesem Zirkus verabschiedet. Opel ging das ganze Jahr über mehrmals den Bach rauf und runter und selbsternannte Automobilexperten haben jede Woche ihre schlauen Weisheiten über die Zukunft des Automobilstandortes Deutschland und der Branche insgesamt verbreitet.

Anfang des Jahres hatte ich mich nach leidvollen, schier unglaublichen Erfahrungen schmerzhaft von meiner langjährigen ‘Jugendliebe’ - also DER amerikanischen Offroad-Marke - getrennt, weil diese durch allgemeine Ignoranz und Überheblichkeit auf unterschiedlichster Ebene nur mit sich selbst beschäftigt schien. Die ersten Einträge dieses Blogs widmen sich einigen persönlichen Erlebnissen, allerdings wird hier nur die Spitze des Eisberges sichtbar. Unterhalb der Oberfläche hat es ganz schön rumort. Rückblickend war der Rosenkrieg mit anschließender Trennung aber ein notwendiger Befreiungsschlag.

Dass es auch anders geht zeigen die vielen positiven Beispiele und Erlebnisse in Verbindung mit unserem Projekt im Laufe des Jahres, angefangen mit der Unterstützung und dem Enthusiasmus beim Umbau unseres Toyo’s, dem uneingeschränkt freundlichen Service beim Toyota-Händler, dem Echo auf der Abenteuer-Allrad in Bad Kissingen, im Buschtaxi-Forum bis hin zum direkten Feedback auf diesen Blog.

Letzterer hat im Laufe des Jahres so richtig Laufen gelernt. War ich anfangs etwas skeptisch was das regelmäßige Berichten anbetrifft, so sind doch hin und wieder hoffentlich interessante Beiträge und Bilder zustande gekommen. Leider ist aber unser großes Ziel für dieses Jahr, nämlich die Transsyberia-Rallye und eine intensive Bild- und Textreportage von unterwegs, der allgemeinen Wirtschafts- und Automobil-Krise zum Opfer gefallen. Schade, ist aber nicht zu ändern. Wir hoffen weiter auf eine Neuauflage im nächsten Jahr!

Aber auch unabhängig davon wird es nächstes Jahr zahlreiche interessante Events für unser Amateur-Rallye-Projekt geben, von denen wir umfassend berichten werden. Die Planungen dafür laufen schon auf vollen Touren. Mehr darüber wird es dann auch bald hier im Blog geben - bleibt mal schön neugierig und lasst Euch überraschen …

Bis dahin, eine schöne Advents- und Weihnachtszeit - und schaltet mal einen Gang runter!!

Passkontrolle

geschrieben am 18. November 2009 um 16:08 von Tommi

Jedes Ding braucht heutzutage einen Ausweis oder irgendein behördliches Stück Papier. Mindestens. Ein Automobil zum Beispiel braucht in unseren Breiten gleich eine ganze Kiste davon:  Zulassung, Kfz-Brief, Kennzeichen, Grüne Versicherungskarte, Umwelt- bzw. Feinstaubplakette, TÜV- und ASU-Plakette und möglichst ein Serviceheft mit regelmäßigen Stempeln. Ein ordentliches Race-Car wie unser YellowCruiser braucht aber noch mehr: ABE-Gutachten für Anbauteile, Herstellerzertifikat für den Sicherheitskäfig, diverse FIA Homologationen (FIA: FEDERATION INTERNATIONALE DE L’AUTOMOBIL) für verschiedene Teile und auch einen so genannten FIA-Wagenpass (Passport Technique). Ziemlich viel Papierkram, oder?

Während die erstgenannten, gefühlt knapp einhundert Dokumente allein für die Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr notwendig sind, werden die letztgenannten Ausweise zusätzlich für die Teilnahme an FIA-lizenzierten Rennveranstaltungen benötigt. Also zum Beispiel für die DAKAR oder für die Silk Way Rally.

Natürlich braucht Mann oder Frau für die Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr dann auch noch einen Führerschein in der jeweiligen Fahrzeugklasse. Und für die Teilnahme an FIA-Wettbewerbsveranstaltungen braucht man eine FIA-Lizenz, damit alles seine Ordung hat.

Nachdem in dieser Woche unser YellowCruiser nun auch endlich einen FIA-Wagenpass bekommen hat, sind wir jetzt also total up-to-date. Zumindest was den notwendigen Papierkram anbetrifft. Kann man darauf stolz sein? Nun ja, zumindest macht das in gold-bronze (!) eingebundene, 16-seitige Dokument mit dem Hinweis “Ce véhicule a été accepté en Groupe T2″ - was soviel heißt wie “geht schon in Ordung für Gruppe T2 [= seriennahe Geländefahrzeuge]” und mit abgestempelten Fotos unseres YellowCruisers schon was her. Zumindest rein optisch.

Und so vorbereitet könnten wir eigentlich mal schnell die DAKAR gewinnen. Zumindest rein dokumententechnisch würde dem jetzt eigentlich rein gar nichts mehr im Wege stehen …
;-)

Don’t call it ‘coffee’!

geschrieben am 20. Oktober 2009 um 21:29 von Tommi
Kaffee? Bitte nachbessern!

Letzter Tag im polnischen Offroad-Paradies. Natürlich wollen wir es zum Schluss noch mal gehörig krachen lassen. Aber zu viel nun auch wieder nicht. Sind wir doch bis hier ohne nennenswerte technische oder medizinische Probleme gekommen, so wollen wir jetzt so kurz vor Schluss den YellowCruiser nicht noch ernsthaft kaputt machen oder gar schrotten.

Andere Offroader im Team waren leider vereinzelt vom Pech verfolgt, angefangen von einem wohl liebestollen Hirsch, der offensichtlich die Flanke eines Defenders mit seiner Braut verwechselte (=Glasbruch), über einige Reifenschäden bis hin zu Motorausfällen. Also wollten wir den Teiletod nicht unbedingt noch auf der letzten Etappe herausfordern. Und wir mussten ja auch noch auf eigener Achse die knapp 500 Kilometer bis nach Hause zurücklegen.

Trotzdem war es geländemäßig ziemlich anspruchsvoll, Regen und schwarzer Lehmboden hatten sich gegen uns verbündet. Einige hatten jedoch ihre helle Freude beim Sprung in die Pampe und anschließendem Herauswinchen, wobei wir uns aus oben genannten Gründen etwas zurück hielten. An einer ziemlich ‘bösen’ Kuppe kam es dann doch zum bewussten Krachen, zumindest meldete sich irgendetwas mit lautem Knall von unten. Bei der späteren Schadensbegutachtung zeigte sich dann das Übel: beide hinteren Achsfangbänder waren gerissen! Kein Problem fürs Weiterfahren, aber irgendwie trotzdem ein ungutes Gefühl. War der Sprung über die Kuppe und die entstehenden Kräfte so mächtig, dass die dicken Drahtseile reißen? Oder ist das doch schon irgendwo vorher passiert? Hätte es uns - wenn die Fangbänder nicht gewesen wären - sonst gar die Hinterachse abgerissen? Puh, irgendwie schien das noch mal gut gegangen zu sein, die Achsfangbänder lassen sich einfach auswechseln.

Scheinbar ganz nebenbei hat es auch noch beide Nebelscheinwerfer in der ARB-Stoßstange erwischt - Glasbruch. Aber das war dann auch schon die Schadensbilanz für die gesamte Polen-Tour. Es hätte durchaus schlechter kommen können.

Auf der Rückfahrt gab es zusätzlich noch ein für Offroader sehr erwähnenswertes, positives Erlebnis. Nach dem Verlassen des schlammigen Geländes steuerten wir in der Stadt Walcz eine Tanke mit Waschbox an, um den größten Dreck loszuwerden. In Deutschland, so zeigt die traurige Erfahrung, sind in der Umgebung von Offroad-Veranstaltungen normalerweise sämtliche Waschboxen zugenagelt - (berechtigte …) Angst der Tankstellen- oder Waschplatzbesitzer vor massenhaft Schlamm und Dreck. Anders bei der ORLEN-Tankstelle in Walcz - man ließ uns gewähren, war sehr freundlich uns zuvorkommend! Und als wir fertig waren, kam ein freundlich lächelnder Servicemitarbeiter mit Besen und Schaufel zum Zusammenkehren der Schlammrückstände in der Waschbox! Das wäre bei uns unvorstellbar! Als wir uns bei Mr. Service dafür mit einem ‘Pfund’ bedanken wollten, schien er sogar beleidigt und weigerte sich, den Schein anzunehmen. Schade, aber auf jeden Fall war das ein super Service und die Tanke ist jedem zu empfehlen der in der Nähe ist. Also Offroader, wenn Ihr in Nordwestpolen Kraftstoff bunkern müsst, fahrt nach Walcz zu ORLEN (N 53 27.6289, E 16 48.6078)!

Ende Gelände - das war’s dann für uns im polnischen Offroad-Paradies. Insgesamt hatten wir viel Spaß und anspruchsvolle Etappen. Wir haben interessante Leute kennen gelernt und konnten die Grenzen des YellowCruisers wahrhaft erfahren. Mit vielen Endrücken im Kopf und natürlich mit dem festen Plan zur Teilnahme an der MT Series Rallye (www.mtrally.pl) im nächsten Jahr ging es dann nach Hause.

Fazit: Fünf super Tage, jederzeit wieder und jedem zu empfehlen.
Nur eines können die Freunde in unserem östlichen Nachbarland wirklich nicht: Kaffee.

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Dear MT Series Team - dear Tomasz and Moli ,

This is to say thank you for your support and hospitality. It was a great pleasure and a very good experience to meet you guys and to ride our YellowCruiser on your rally tracks. Except the ’sight seeing’ (I’m sure, you know what I mean) it was a perfect event and we enjoyed every mile.

PS: Only one little thing, please - the warm brown liquid stuff  - don’t call it ‘coffee’! ;-)

See you next year!

Thomas & Volker

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Dichter Wald, Schlamm …
… und hohes Gras
Achsfangband vorher …
… und nachher :-(((
Lampenglas kaputt
Danke …
… Tanke!

Er will doch nur spielen

geschrieben am um 12:57 von Tommi

Heutige Tagesaufgabe: Angriff auf eine ehemalige Russenkaserne, oder das was davon nach Jahren des Verfalls noch übrig geblieben ist. Die Kaserne liegt am Rande einer - für solche Verhältnisse - ziemlich großen Ortschaft namens Borne Sulinowo, in der zu Zeiten des Kalten Krieges offensichtlich etliche tausend Menschen von und mit der ruhmreichen Roten Armee gelebt haben. Luftaufklärung über Google-Maps? Fehlanzeige, keine detaillierte Satellitenkarte für dieses Gebiet verfügbar. Absicht oder Zufall? Macht nichts, erkunden wir das Gelände eben auf allen Vieren.

Rein optisch passen die dunkelgrünen oder schwarzen Land Rover und Jeeps unserer Kollegen natürlich besser in die Ex-Militärlandschaft als unser gelb-bunter Paradiesvogel. Aber unser YellowCruiser kommt ja in friedlicher Absicht, oder sagen wir treffender “Er will doch nur spielen!”.

Nachdem der Generalstab offiziell zum Angriff geblasen hatte, besetzten die allradmotorisierten Truppen in kürzester Zeit den zentralen Panzerspielplatz.  Ohne jegliche Feindberührung und Gegenwehr.

Offensichtlich hatten wir das Überraschungsmoment auf unserer Seite. Kein Wunder, waren wir doch sowohl farblich aber auch hinsichtlich weiterer markanter Details wie polnische, deutsche, britische (Rechtslenker) und österreichische Nummernschilder sowie diverse Fahrzeugaufkleber mit - für den nicht eingeweihten Betrachter - mehr oder weniger sinnfreien Sprüchen und Losungen ein absolut wirrer Haufen. Ganz abgesehen von den jeweiligen Fahrzeugbesatzungen und deren individueller, unberechenbarer Angriffstaktik.

Irgendwie doch eine skurrile Szenerie. Das Gelände und die darauf wühlenden und hopsenden Offroader erinnerten mich dann doch eher an meine frühkindlichen Sandkasten- und Matchbox-Erlebnisse als an die militärischen ‘Spielchen’ während der Wehrdienstzeit. Nur hatten früher die anderen Kinder immer die schöneren Matchbox-Autos, natürlich aus dem Westen. Aber das ist jetzt vorbei, unser YellowCruiser ist eindeutig der Platzhirsch und die anderen Kinder können jetzt mal was erleben!

Gefreiter Volker wollte diese Situation der Überlegenheit im Buddelkasten richtig auskosten und leerte sogleich genussvoll eine 100mm (Durchmesser!) BE-Powerdrink-Granate, scheinbar so eine Art polnisches Red-Bull. Dermaßen befeuert hüpfte Volker dann auch wie ein junger Landser durch die löchrige Landschaft und schoss Fotos in allen möglichen und unmöglichen, teilweise gefährlichen Lagen. Er wollte unbedingt fotografisch festhalten, wie der YellowCruiser aus einem riesigen Sandloch auf ihn zu gesprungen kommt. Hat er dann auch. Aber nicht dass hier ein falscher Eindruck von jugendlicher Gefahrenunterschätzung entsteht - doch nicht in unserem Alter …

Artillerie von rechts
Alle Achtung - Allradbus kämpft erfolgreich mit
Wer findet das tiefste Sandloch?
Zaubertrank-Granate
Uwaga fotograf! (Achtung Fotograf!)
Wir helfen gestrandetem Land Rover

Winch Dir was …

geschrieben am 18. Oktober 2009 um 21:46 von Tommi

… war am nächsten Tag das Tagesmotto, und das aber ordentlich. Los ging es jedoch erst mal ziemlich spannend mit dem Finden - oder sagen wir besser Suchen - der Startposition bzw. der Startrichtung der zweiten Roadbook-Etappe. Wir hatten die Koordinaten der Startposition und das Roadbook zeigte den Startpunkt links neben einem einzeln stehenden Baum. Aber da gab es mindestens zwei Richtungen in die man starten konnte; hier ließ uns das Roadbook ziemlich allein. Also einfach langsam los in die Richtung die vor uns lag, mal sehen was kommt. Das Schicksal schien uns sofort wohl gesonnen - nachdem die nächsten drei Wegpunkte des Roadbooks ziemlich mit dem übereinstimmten, was wir rechts und links erkennen konnten, entschieden wir uns für maximale Kraftstoffzufuhr in die Brennkammern des YellowCruiser-Kraftwerks: Volle Fahrt voraus!

So ging es dann ganz engagiert und mit viel Speed über Sandpisten und Waldwege, bis es von Stunde zu Stunde zunehmend feuchter wurde. Nicht nur von oben, nein auch die Pfützen entwickelten sich zunehmend zu Respekt einflößenden Wasserlöchern, in denen man gut und gerne diverse Fahrzeuge ohne Abwrackprämie hätte versenken können. Urplötzlich schossen mir Bilder mit abgesoffenen Fahrzeugen und bis zum Kinn im Schlamm steckenden Rallye-Piloten von der Dresden-Breslau durch den Kopf, die im Sommer genau diesen Abschnitt befahren hatten.  Hoffentlich holen wir uns hier keine nassen Füße!

Aber die ersten Wasserdurchfahrten machten uns recht optimistisch und ließen auf weiteres gutes Gelingen hoffen. Bis uns der eklig schwarze, knietiefe Schlamm in der Zufahrt zu einer Flussquerung plötzlich festhielt und ohne fremde Hilfe nicht mehr loslassen wollte. Sperren? Waren alle bereits drin. Zusätzlich hatte der YellowCruiser ziemliche Schräglage und ich die Befürchtung, dass wir mit der rechten Seite direkt auf der Uferböschung liegen. Was bei dem Gewicht sicher einige böse Dellen mit sich bringen würde. Mist!

Wohl oder übel musste jetzt die Winde ran. Klar, die im Trockenen stehenden ‘Zaungäste’ hatten gut Lachen und jede Menge superschlaue Kommentare. Na toll, kaum steckst Du fest und schon fangen die anderen an zu feiern!

Dank eines erfahrenen Jeepers kamen wir trotzdem ganz gut wieder aus der schwarzen Soße raus - bzw. in den Fluss hinein, aus dem wir uns dann auf der anderen Seite an einem Baum herauswinchen konnten. Damit war dann auch gleich das neue Equipment von der Winde selbst bis hin zu diversen Gurten standesgemäß eingeweiht und schlammverschmiert. Natürlich haben wir in diesem Zusammenhang auch noch das Windenseil total verknotet aufgewickelt und anschließend beim kompletten Abwickeln aus der Winde gerissen! Saublöd das!

Schaden macht klug, sagt man. Zumindest waren wir nach dieser Aktion um einiges schlauer. Glück im Unglück hatten wir jedoch trotzdem, an der rechte Seite des YellowCruisers war bis auf einige kleine Striemen auf der gelben Folie nichts zu sehen, nicht eine kleine Delle. Na das ging ja noch mal gut …

Es ging bergauf …
… und bergab.
Bis dann nichts mehr ging …
… wegen schwarzer Pampe.
Winde marsch!
Das hat man nun davon :-(

Am Panzer scharf rechts!

geschrieben am 17. Oktober 2009 um 17:32 von Tommi

Am nächsten Morgen ging es dann direkt ins Gelände. Natürlich erst einmal Briefing durch das MT Series Team, Papierkram unterschreiben, Roadbook fassen usw.

Das Roadbook für die erste Etappe hatte 309 Einträge, verteilt über ca. 140 km. Also 309 mal Aufpassen und die hoffentlich richtige Entscheidung treffen. 309 mal die Möglichkeit falsch abzubiegen. 309 mal Tripmaster zurücksetzen - richtige Rallyenauten sagen dazu “Nullen”. Also sagen wir ab jetzt auch “Nullen”.

Navigator Volker, der noch nie vorher ein Roadbook in der Hand gehalten hatte, geschweige denn danach gefahren war, verstand sofort, worum es ging. Und nach den ersten vier (richtigen) Ansagen waren wir ein eingespieltes Team, woran ich eigentlich vorher nie Zweifel hatte. Und es war zum Glück auch schnell klar, dass “sein” Links identisch mit “meinem” Links ist, was ja zwischen zwei Personen in einem Auto nicht immer der Fall ist. Wobei dies nach meiner Erfahrung und einer abenteuerlichen, gemeinsamen Tour mit einer netten Journalistin vor einigen Jahren rund um den Frankfurter Flughafen trotz Navigationssystem auch recht lustig sein kann. Aber wir hatten zum Glück Spaß von der anderen Sorte, eben für Männer. Manchmal war mein Gasfuß träger als Volkers “jetzt scharf rechts”, dann halfen nur Bremse und sofortiger Rückwärtsgang sowie ein gesundes Gottvertrauen, dass hinter uns kein anderes Fahrzeug stand. Zumindest ist der tote Sichtwinkel nach hinten im YellowCruiser bei mangelnder Bewegungsfreiheit - festgegurtet in den Rennsitzen - dreckverschmierten Spiegeln und schlammverkrusteter Heckscheibe ganz schön groß. Aber es ging alles gut, hatten wir doch einen ganz guten Vorsprung vor unseren Verfolgern aufgebaut.

An mancher Stelle wurde uns aber das leuchtende Gelb des YellowCruisers zum sportlichen ‘Verhängnis’ - irgendwie schienen sich die Qualitäten unseres frisch gebackenen Navigators herum gesprochen zu haben, denn die “Mitbewerber” folgen uns fast bedingungslos und hatten selbst bei großem Vorsprung und komplizierten Roadbook-Einträgen einfaches Spiel. Denn “die Gelben” waren auf dem weitläufigen Militärgelände ganz einfach zu sehen. Also einfach auf “die Gelben” draufhalten schien die Devise. “Da vorne sind die Gelben!”. Na gut, wo wir sind ist vorne!

Ich muss an dieser Stelle aber (ungern…) zugeben, dass wir uns an einem riesigen Schlammloch nicht vorne angestellt haben sondern den Bypass für Mädchen genommen haben. Wir wollten als Greenhorns den YellowCruiser nicht gleich am ersten Tag komplett im schwarzen Schlamm fluten. Mindestens ein Team der MT Series Rally hatte dort wenige Stunden vorher sein Fahrzeug verloren und rechnet damit, dass es in einigen Monaten wieder okay ist - keine Alternative für uns. Das heißt aber nicht, dass nicht genug Zeit war um das Schauspiel der Bergung von zwei festgefahrenen und beinahe abgesoffenen Jeep Cherokee zu beobachten. Einschließlich der netten und aufmunternden Kommentare der umstehenden Akteure - ja wer den Schaden hat …

Und auch um zu sehen, wie ein Kollege ganz selenruhig und mit Feingefühl mit einem (leichten …) Jeep Rubicon Zentimeter für Zentimeter durch die Passage “spazierte”. Alle Achtung!

Irgendwie verging die Zeit auf der Roadbook-Etappe insgesamt wie im Flug. Natürlich im wahrsten Sinne des Wortes, denn nichts ist schöner als ein fliegender YellowCruiser. Nur - die Landung, oder besser der Aufschlag nach dem kurzen Abheben ist ganz schön hart. Zwar hat das Fahrwerk alles problemlos weggebügelt (Kompliment DAKTEC !!) , aber am Abend tat mir das Popometer und noch einiges andere ziemlich weh. Macht nichts, für ein solches Erlebnis nimmt man einige körperliche Leiden in Kauf. Und beim gemeinsamen Ansehen der Videos der anderen Teilnehmer am Abend im Camp hörten wir hier und da den Spruch “Sieh, da vorne sind die Gelben!”. Na wenn das die Schmerzen nicht vergessen lässt …

Ankunft am MT Series Camp
Die dürfen natürlich nicht fehlen …
Start der Roadbook-Etappe
Am Panzer scharf rechts!
Angreifer von hinten
Matsch voraus
Jeeps stecken im Tiefschlamm fest
Bitte mal das Kinderzimmer aufräumen!

Jedem sein Paradies!

geschrieben am 16. Oktober 2009 um 16:22 von Tommi

Wo liegt das Paradies? Diese Frage konnte in der Literatur bisher nicht ganz vollständig geklärt werden. Aber - hier kommt die gute Nachricht für Offroader: wir haben es gefunden! Wenn es ein Paradies gibt, dann liegt es exakt bei N 53 27.427, E 015 49.556 bzw. innerhalb der umgebenden 30×30km², ca. 100km östlich von Szczecin (Stettin) im Nordwesten von Polen. Austragungsort einiger berühmt-berüchtigten Etappen der Dresden-Breslau sowie der MT Series Rally in der vergangenen Woche. Wir waren mit dem YellowCruiser dort und sind einige Roadbook-Strecken der MT gefahren. Noch ohne Wertung, aber ganz klar mit dem Ziel die Grenzen von Fahrzeug und Team auszuloten.

Offroadfreuden pur, Sand ohne Ende, Strecken für jeden Geschmack und jede Geschwindigkeit. Huckelpisten, Tiefsand, Flussquerungen, Wasser und Schlamm ganz nach Bedarf. Und freundliche Menschen! Also nicht nur in den Offroadfahrzeugen. Aber dazu mehr in den nächsten Tagen.

Am Samstag ging’s los. Knapp 6 Stunden Anfahrt bis zum Basis-Camp, im YellowCruiser wie immer eine bequeme Sache. Kurz hinter der Landesgrenze dann die erste angenehme Erfahrung: der Liter Diesel kostet umgerechnet rund 90 Cent. Da macht das Cruisen doch gleich noch mehr Spaß als zuhause! Aber der Anblick der sehr grauen Ortschaften und der deutlich unter dem für uns gewohnten Lebensstandard lebenden Leute dort stimmte uns ziemlich nachdenklich. Und dann noch der Smog, der über allen Orten hing, qualmende Schornsteine aus denen Kopfschmerzen und Magenumdrehungen verursachender Qualm stieg! Garantiert ein Ergebnis aus der Verbrennung von extrem minderwertiger Braunkohle - ganz wie vor über 20 Jahren bei uns in der Gegend um Leipzig und Espenhain. Aber war das bei uns wirklich so schlimm? Von Paradies kann diesbezüglich keine Rede sein, wie eng liegen Freud und Leid doch manchmal beisammen. Und der unaufhörliche Regen machte alles noch grauer und trostloser. Auf jeden Fall brummte uns mächtig der Schädel, als wir hungrig im Camp ankamen.

Und es war kalt in Polen. 3°C am Abend, Regen und Wind ohne Ende. Gut dass wir uns gegen das Zelt und für ein Hotelzimmer im Camp entschieden hatten. Naja, die Bezeichnung Hotel war etwas übertrieben, aber auf alle Fälle ein festes Dach über dem Kopf zum Schlafen und eine warme Dusche. Was will man mehr.

Gleich beim Ausladen ‘überfielen’ uns die männlichen Gäste einer in den Räumlichkeiten des “Hotels” stattfindenden Hochzeitsgesellschaft und wollten sich vor dem YellowCruiser fotografieren lassen. Scheinbar war unser Gelber attraktiver als die hübsche polnische Braut - was ich eigentlich nicht fand ;-). Oder war das sogar der Bräutigam selbst, der seine Braut in Anbetracht des gelben Race-Cars für einige Momente sitzen ließ? Irgendwie stolz ließen wir sie natürlich gewähren …

Leider waren die im “Hotel”-Prospekt angepriesenen Restaurants nicht vorhanden bzw. geschlossen, so dass wir uns nach einem kurzen Besuch beim örtlichen Supermarkt mit einigen Lebensmitteln für ein artgerechtes Abendessen eindecken konnten. Volker war glücklich, dass wenigstens eine bekannte Biermarke verfügbar war, wenn auch eine aus Holland …

Morgen folgt dann hier der Bericht von der ersten Etappe durchs Offroad-Paradies.

trostlose Ortsdurchfahrt
alt-sozialistischer Plattenbau
Hochzeitsgäste vor YellowCruiser
Offroader’s Abendmahl

Rausoperiert

geschrieben am 26. September 2009 um 21:50 von Tommi

Operation gelungen, der YellowCruiser schnurrt wieder! Dies nur um das Ergebnis vorweg zu nehmen.
Und das ganz ohne Handbuchlesen! ;-)

Fangen wir aber von vorne an. Nach dem letzten Wochenende ging nix mehr - Hauptsicherung durchgebrannt. Unser Verdacht, dass diese spezielle Sicherung irgendwie anders ist als die anderen, wurde vom freundlichen Toyota-Händler bzw. von dessen Servicemeister beim Kurzbesuch vor Ort bestätigt. Die Sicherung - die ja nie kaputt geht (!) -  sei geschraubt und zum Lösen der Schrauben müssen die ‘Innereien’ des  Sicherungskastens komplett herausoperiert werden. Ja richtig, herausoperiert! Das machen die bei Toyota auch nicht gerne, sagt der Servicemeister, weil schrecklich kompliziert. Man brauche vier Hände und vier kleine Schraubenzieher zum gleichzeitigen Drücken gegen vier Plastik-Clips und einige weitere starke Hände, die - ohne dass man richtig zufassen kann - dann das Ding irgendwie herausziehen. Na das klang ja schon super (de)motivierend! Zum Gück war aber noch eine der benötigten Sicherungen auf Lager (ziemlich teuer!), so dass einem Operationsevent am heutigen Sonnabend nichts im Wege stand. Dabei zeigte sich auch das Wetter von seiner besten Seite, so dass unser Erfolg eigentlich schon beim Öffnen der Motorhaube garantiert war.

Erst mal die Batterie abklemmen - nicht dass etwa eine Sicherung durchbrennt! Oder noch besser, am besten ganz raus mit der Batterie - dies schafft viel Bewegungsfreiheit. Nachdem wir dann das mit den vier Schraubenziehern irgendwie ohne ernsthafte Verletzungen hinbekommen hatten, war aber natürlich keine Hand mehr frei zum Ziehen. Und selbst wenn, wo anfassen? Aber nach einigem Hin und Her ließ sich der Kasten dann so nach und nach aus seiner Behausung herausrütteln. Jetzt kam auch schon eine kleine Schraube zum Vorschein, mit welcher der Sicherungsfuß auf der einen Seite angeschraubt war. Wie jetzt aber an die andere Seite des Sicherungsfußes kommen? Der innere Sicherungskasten musste noch weiter demontiert werden, und als ob wir es schon geahnt hätten - es gab weitere Plastik-Clips in die man gleichzeitig mit dem Schraubenzieher … naja und so weiter. Schließlich hatten wir uns nach geraumer Zeit an beide Befestigungspunkte der Sicherung herangearbeitet und konnten sie jetzt endlich abschrauben und herausziehen.

Neue Sicherung rein, alles wieder zusammen-CLIPSEN, Batterie rein und anklemmen - fertig!

Puh, hoffentlich brennt uns diese Sicherung nie wieder durch! Obwohl, jetzt wo wir wissen wie es geht, wird uns das nächste mal garantiert etwas anderes ärgern. Scheinbar geht diese Sicherung aber wirklich “nie” kaputt, denn auf meine Frage im Buschtaxi-Forum nach Hinweisen wie die Sicherung befestigt ist, gab es keinerlei Antwort. Scheinbar weiß das wirklich niemand - außer uns.  Und der freundliche Servicemeister natürlich, aber der zählt hier ja nicht.

Und alles ist wieder gut … :-)

Wo ist die vierte Hand?   Na an der Kamera …
Fast geschafft.
Draußen ist der Kasten!
Da (<) ist eine Schraube …
… und hier (<) die andere.
Endlich ist der Zahn rausoperiert!
So ein kleines Ding macht so viel Ärger!

Wir sind doch keine Handbuchleser!

geschrieben am 16. September 2009 um 21:40 von Tommi

Also das war wieder ein Sonntag! Regen ohne Ende und Volker und ich hatten uns genau für diesen Tag schon lange einige Elektro-Umbauten vorgenommen. Es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, nur unangemessene Kleidung - aber im Regen auch noch mit Strom hantieren, sowie in, unter und über dem YellowCruiser herumzuklettern macht dann doch irgendwie keinen Spaß. Was soll’s, ein Carport bot uns etwas Schutz vor direkter Nässe von oben, aber ein kräftiger Wind sorgte auf alle Fälle für konstante Feuchtigkeit auch unter dem Dach. Egal, wir wollten nur mal ’schnell’ einige Relais für die Fernscheinwerfer sowie die Interkom für die Helmkommunikation anschließen. Sicher keine große Sache und bis zum Kaffeetrinken im Kreise der Lieben würden wir garantiert fertig sein.

Diverse Verkleidungen im Innenraum waren schnell abmontiert - ich staune, dass die Verschraubungen und Kunststoff-Clips überhaupt noch halten. So oft wie ich diese in den letzten Monaten schon ab- und angebaut habe um Kabel, diverse Sicherungskästen, Antennen und irgendwelche Elektronikmodule für Offroad- und Onroad-Navigation, Telematik, Freisprecheinrichtung usw. ein- bzw. auszubauen. Aber dafür sind die Verkleidungen und Abdeckungen jetzt in Bestzeit ab. Gefühlte 2 cm dicke Kabel durch ein 5 mm Loch, an das man nur kopfüber, ausschließlich mit der linken Hand und ohne dabei auch nur irgendetwas zu sehen herankommt, in den Motorraum durchführen - auch das gelang uns ohne nennenswerte Probleme oder Kollateralschäden. Relais anbringen und anschließen. Fertig, das war’s. Einschalten.

Blitz, Qualm, Finsternis …

Verflucht, irgendwas war wohl falsch angeschlossen. Kann ja mal passieren dachten wir, Sicherungen sind bei Bedarf schnell gewechselt. Der Qualm kam aber aus einem Ding, das keine Ähnlichkeit mit den üblichen Kfz-Sicherungen hatte: ein kleiner weißer Kasten mit Sichtfenster, ca. 2,5 x 1,5 x 2,5 cm. Montiert im Sicherungskasten und in dessen Deckel als Sicherung Nr. 65 “ALT” bezeichnet. Aha, also eine Sicherung, nur größer als die üblichen Kfz-Stecksicherungen. Auf dem Deckel konnten wir lesen 120A. Wow, 120 Ampere? Ziemlich viel, da muss es ja ganz schön geraucht haben im Kasten. Unsere Fehleranalyse brachte das Problem recht schnell ans bereits schwindende Tageslicht; die Relais waren falsch angeschlossen. Wir hätten wohl doch die Dokumentation vorher konsultieren sollen anstatt diese Dinger ‘wie immer’ anzuschließen. Aber wer liest schon Dokumentationen, Bedienungsanleitungen oder Handbücher? Das machen ja wohl nur Anfänger, Schattenparker und Bergaufbremser! Wir sind doch keine Handbuchleser!

Jetzt schnell die 120A Sicherung ziehen und am nächsten Tag beim freundlichen Toyo-Händler eine Ersatzsicherung organisieren - fertig. Aber das Ding ging nicht raus! Ließ sich nicht einen Zehntelmillimeter bewegen! Zange? Schraubenzieher? Alles Fehlanzeige. Da standen wir nun ratlos vor dem Sicherungskasten des YellowCruisers und mussten das Handtuch werfen! Der Abend nahm seinen Lauf und an das familiäre Kaffeetrinken war sowieso nicht mehr zu denken. Nach unzähligen Versuchen kam die Erleuchtung - oder zumindest eine vage Vermutung: möglicherweise ist die Sicherung von unten geschraubt! Macht ja auch Sinn bei 120A, solch hohe Ströme lassen sich schwer über Steckkontakte leiten, die offen im Motorraum auch noch der Korrosion ausgesetzt sind. Also wie jetzt an die eventuelle Verschraubung oder anderweitige Befestigung der Sicherung herankommen? Den gesamten Sicherungskasten ausbauen? Dieser hängt am Kabelbaum und lässt sich leider nicht drehen, damit man von unten an die Kontakte der Sicherungen heran kommt. Was passiert eigentlich, wenn eine solche Sicherung unterwegs, also weitab jeglicher Zivilisation durchbrennt? Sicher gibt es einen Trick, irgendwie gleichzeitig mit 5 Schraubenziehern in die Befestigungsclips des Sicherungskasten-Einsatzes drücken und mit der dann noch freien Hand (??) den Einsatz ganz einfach herausnehmen …

Fragen über Fragen. Aber deren Beantwortung haben wir als der Sonntag dann fast um war verschoben auf die folgende Woche und auf einen Besuch beim Toyo-Händler. Ach ja, und den YellowCruiser haben wir auch erst mal beiseite schieben müssen.

Na dann bis zum nächsten fröhlichen Bastelsonntag - und ab jetzt immer schön ins Handbuch schauen …

Der Sicherungskasten
Das Corpus Delicti

“Angrillen”

geschrieben am 17. August 2009 um 19:50 von Tommi

Schon seit einiger Zeit lag ein Beitrag aus dem Buschtaxi-Forum [www.buschtaxi.de] zum besseren Schutz des Kühlers gegen anfliegende Steine ausgedruckt auf dem Schreibtisch und wartete auf seine Realisierung. Dafür stand auch der mir bis dahin völlig unbekannte Begriff “Streckmetall” ganz weit oben auf meiner Baumarkt-Einkaufsliste - natürlich in elektronischer, meint BlackBerry-Form. Ein großer Vorteil solcher multimediagesteuerten Baumarkt-Einkäufe ist unter anderem, dass man sich unterwegs im Baumarkt in das Forum einloggen kann (sofern man dort guten Mobilfunkempfang hat…) und dem freundlichen Mann hinter dem Infotresen gleich zeigen kann, was man möchte - falls auch dieser den Begriff “Streckmetall” nicht zuordnen kann. Doch er konnte sofort, und ich musste mich nicht als Onlinejunkie outen.

Am Wochenende habe ich mich dann ans “Grillen” gewagt. Der verchromte Grill war in wenigen Minuten per Schraubenschlüssel von der Motorhaube entfernt und lag dann vor mir - wie aber jetzt das Streckmetall von hinten befestigen? Etwa eine Stunde kräftiges Biegen und Schneiden halfen das Streckmetall ungefähr an die Kontur des Grills anzupassen und anschließend mit dem Anschrauben des Grills an die Motorhaube das ‘gestreckte’ Metall mit zu fixieren.

Fertig! Warum aber ist so ein Schutz eigentlich nicht bereits ab Werk vorhanden? Durch die mehrere Zentimeter großen Abstände der originalen Grillstreben kann man sich auf einer Schotterpiste z.B. von einem voraus fahrenden Fahrzeug sicher viele böse Steine einfangen, die dann gefährliche Einschläge im Kühler hinterlassen. Macht nichts, ich habe einiges über Streckmetall gelernt und einen interessanten und erfolgreichen “Grillnachmittag” verbracht.

Das Ergebnis kann sich sicher sehen lassen - hier kommen keine Steine mehr rein:

vorher
nachher
Gesamter Grill von vorn …
… und von hinten

Nach dem Urlaub …

geschrieben am 14. August 2009 um 18:59 von Tommi

… ist vor der Rallye!

Urlaub ist eine angenehme Unterbrechung des Alltags für einige Tage oder gar Wochen, auf die man sich gewöhnlich lange freut. Und die Zeit bis zum Urlaub vergeht erstaunlicherweise von Tag zu Tag langsamer. Aber plötzlich ist er dann da - der Urlaub - und das Leben ändert sich von heute auf morgen: länger schlafen, ausgiebig frühstücken, planlos den Tag verleben …

Insgesamt eine schöne Zeit, die aber viel zu schnell vergeht. Am urplötzlich hereinbrechenden Ende des Urlaubs macht sich dann irgendwie Katerstimmung breit. Das war’s. Jetzt ändert sich das Leben wieder schlagartig. Nur dieser Schlag ist irgendwie ein herber Tiefschlag.

Aber es gibt zum Glück auch positive Kräfte, die nach dem Urlaub schnell gegen die Katerstimmung ankämpfen helfen: die innerhalb der letzten Wochen entstandenen Ideen und  Pläne gilt es nun in die Tat umzusetzen. Endlich! Nicht mehr untätig am Strand sitzen oder in Gedanken versunken umherlaufen. Endlich wieder Werkzeug in den Händen halten. Endlich wieder Schrauben, Bohren, Löten - der Umbau am YellowCruiser geht weiter. Unter anderem ist folgendes geplant:

- Kühler mit Streckmetall gegen Steinschlag schützen
- Elektrolüfter einbauen
- Getriebe- und Achsentlüftungen hochlegen zum besseren Schutz für Wasserdurchfahrten
- Befestigung von Ausrüstungsmaterial im Innenraum (Alu-Boxen, Kanister, Schaufel usw.)
- Einbau und Anschluss Interkom (Verstärker für Helmkommunikation)
- Verkabelung Fernscheinwerfer
- …

Und es gibt auch positive Nachrichten von der Transsyberia-Rallye. Die Planung der Organisation für 2010 läuft, die Rallye wird stattfinden! Das technische Reglement für 2010 ist bereits online. Die verbleibende Zeit werden wir für den restlichen Umbau und vor allem zur Erprobung und Feinabstimmung des YellowCruisers nutzen.

Na dann - nach dem Urlaub ist vor der Rallye!

Strand-Nachlese

geschrieben am 11. Juli 2009 um 13:02 von Tommi

Quelle: OFF-ROAD 8/09

Die ABENTEUER & ALLRAD 2009 von Bad Kissingen ist nun schon seit einigen Tagen Geschichte. Ich sitze vor mich hin dösend am Ostseestrand und schaue neidisch auf den örtlichen Strandkorbvermieter, der mit seinem Quad tiefe Spuren in den weißen Sand zieht, während er seine Strandkörbe checkt.  Hier mit dem YellowCruiser durch den Sand zu pflügen wäre sicher ein Traum. Aber nicht opportun - der Naturschutz und die hier Ruhe und Erholung suchenden Mitmenschen verbieten das von selbst.  Ansonsten aber kein schlechter Gedanke, dies zumindest theoretisch in Betracht zu ziehen. Dabei scheint mir doch aber irgendwie verdächtig, dass der Quad-Pilot nicht unbedingt den kürzesten Weg zwischen den Strandkörben sucht. Ganz nach dem Motto, die schönste Verbindung zwischen zwei Punkten ist die Kurve. Sehe ich da gar ein Grinsen in seinem Gesicht, immer wenn er genussvoll und mit viel Gas zum nächsten Strandkorb driftet? Er scheint ziemlich viel Freude bei seinem Job zu haben. Aber so soll es ja auch sein.

Mir bleiben auf jeden Fall heute und hier nur gedankliche Drifts und offroad-Erlebnisse, ganz im Einklang mit Natur und Erholung. Das Lesen der aktuellen Ausgabe der OFF-ROAD sorgt dabei für angenehme Abwechslung und Kurzweil.

Und für eine schöne Überraschung: unser YellowCruiser ist abgebildet! Offensichtlich fand ein Redakteur auf der ABENTEUER & ALLRAD Interesse an unserem Race-Car und brachte somit Bild und Text auf  Seite 12 des beliebten 4×4-Magazins.

Ein erster, kleiner medialer PR-Erfolg? Wie auch immer, die Freude darüber war mir garantiert anzusehen. Und das ganz ohne Drift und Vollgas am Strand.

Thank you for the Blue Jack!

geschrieben am 28. Juni 2009 um 19:45 von Tommi

Blue Jack

Eigentlich gehört dies hier nicht wirklich hin, denn dieser Blog ist nicht beruflich - Freizeit eben. Hier geht’s um das Amateur-Rallye-Projekt. ABER: der ‘Blue Jack’ ist einmalig, etwas ganz besonderes und aus meiner Sicht muss er hier unbedingt angemessen gewürdigt werden. Und das möchte ich heute tun, fiel mir der Blue Jack doch beim Aufräumen des YellowCruisers im wahrsten Sinne des Wortes fast auf die Füße. Aber schon mal an dieser Stelle die wesentliche Botschaft dieser Zeilen: DANKE liebe Kollegen!

Fangen wir aber ganz am Anfang an. Im letzten Jahr hatte ich mich entschlossen, mich beruflich zu verändern. Sicher nach über 15 Jahren Tätigkeit in einer Firma nicht ganz ungewöhnlich, aber doch ein ziemlich einschneidender Schritt. Insbesondere wenn es dabei um die Trennung von einer ganz besonderen Firma und von ganz besonderen Kollegen geht.

Jedenfalls war es im Frühjar dieses Jahres dann so weit, “Goodbye” zu sagen. Natürlich hatte sich unser Rallye-Projekt über unerklärliche Kanäle des Buschfunks bereits verbreitet und zum Abschied schenkten mir meine Kollegen einen Wagenheber. Einen Wagenheber? Was ist aber denn bitteschön so besonders an einem Wagenheber?

Dies wird bei näherer Betrachtung des guten Stückes deutlich: hierbei handelt es sich um ein absolutes Unikat. Unbezahlbar - weder mit VISA, noch mit irgendeiner anderen Kreditkarte dieser Welt. Und auch nicht kopierbar. Simply the best!

Das gute Stück ist in der Farbe des Unternehmens lackiert, einschließlich Firmenlogo und mit den Unterschriften aller Kollegen in weißer Farbe versehen! Ein handverziertes Einzelstück! So einmalig wie die Firma und die Leute dort.

Irgendwie drängte sich mir der Name Blue Jack für das exklusive, blaue Werkzeug auf. “Gib mal bitte den Wagenheber rüber!” klänge ja unwürdig. Hoffentlich werden wir den Blue Jack unterwegs abseits jeglicher Zivilisation nicht oder nur selten benötigen. Oder falls doch, bin ich sicher dass er uns immer genügend Bodenhaftung und Standsicherheit geben wird. Und dabei an so manch nette Story der Vergangenheit und die ehemaligen Kollegen daheim erinnert.

Möglicherweise gehört der Blue Jack sogar ins Museum für moderne Kunst …

Er ist ein Model …

geschrieben am 11. Juni 2009 um 22:23 von Tommi

… und er sieht gut aus!

Diese Zeilen des Ohrwurms von Kraftwerk aus meiner frühen Jugend - der sich allerdings im Original um eine Sie drehte - summten mir sofort durch den Kopf, als ich heute Morgen unseren YellowCruiser auf dem DAKTEC-Stand der Messe Abenteuer-Allrad in Bad Kissingen sehe.

W-a-h-n-s-i-n-n!

Herr Krüger von DAKTEC hatte uns schon vor einigen Wochen gefragt, ob er unseren Toyo als Referenz für den Umbau auf der Messe ausstellen kann. Natürlich, ist ja eine schöne Sache - und ein Blickfang sowieso. Allerdings war der Toyo zum Zeitpunkt unserer Zusage noch nicht gelb foliert.  Sicher gewinnt er jetzt noch mehr Aufmerksamkeit - und das Feedback sowohl vom DAKTEC-Team als auch von verschiedenen Messebesuchern ist durchweg positiv. Also, an dieser Stelle noch einmal Danke DAKTEC (Umbau) und Autvertising (Folierung)! Volker und René, die den Toyo während der letzten Tage mit Folie versehen haben und heute mit auf der Messe sind, sind sichtlich stolz auf ihr Werk. Das dürfen sie auch, denn immerhin haben sie mit dem YellowCruiser ein Unikat geschaffen.

Ansonsten ist die Abenteuer-Allrad wie erwartet ein Eldorado für alle Offroader und Freunde des Abenteuers abseits der üblichen Pfade. Allerdings stellt Petrus uns und die Aussteller heute auf eine ganz besonders harte Probe, denn nicht nur dass es gießt wie aus Eimern, dazu bläst auch noch ein gehörig starker Wind. Dieser macht so einigen Zelten, Fahnen und Bannern äußerst stark zu schaffen und sorgt dafür, dass der Regen auch in jeder noch so abgelegenen Ecke der Messe ankommt. Aber es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung. Zum Glück kommt wenigstens zwischendurch die Sonne manchmal durch und lässt uns einige Fotos machen.

Auch Frauen lieben große Autos
Regen & Sturm, aber trotzdem viel los
Die Sonne zeigte sich dann doch
Ein anderer schöner Toyo

YellowCruiser

geschrieben am 7. Juni 2009 um 17:00 von Tommi

Nachdem der Toyo gestern frisch von der Folierung gekommen ist, musste ich doch gleich einige Bilder in der freien Natur machen. Ich bin begeistert - mit dieser Farbe haben wir die richtige Entscheidung getroffen! Garantiert fällt der Toyo damit viel mehr auf als vorher. Na wir werden mal sehen, in welchen Zeitschriften und anderen Medien wir ihn in der nächsten Zeit sehen werden …

Heute Nachmittag, etwa zur Hälfte meiner 10km Laufrunde, ging mir dann plötzlich ein Name für den gelben Toyota Landcruiser durch den Kopf  und ließ mich nicht wieder los: “YellowCruiser”.  Gegen solche Gedanken beim Laufen kann man sich nicht wehren, sie sind einfach da. Das ist das Schöne am Laufen. Wenn man mit sich und der Pulsuhr allein laufend unterwegs ist, geht einem ziemlich viel Sinn und Unsinn durch den Kopf. Je länger die Strecke, desto mehr (Un-) Sinn. “YellowCruiser”, eigentlich gar kein schlechter Name für ein solches Auto. Denke ich die restlichen 5km, die damit wie im Flug vergehen. Und entschließe mich, diesen Namen für unser Race-Car aufzugreifen.

Bitte einwickeln

geschrieben am 6. Juni 2009 um 16:58 von Tommi

“Car wrapping” nennen es die Americanos, was wörtlich so viel heißt wie Einwickeln oder Verpacken. Bei uns heißt es nicht ganz so wohlklingend “Fahrzeug-Folierung”, obwohl “Einwickeln” der Sache an sich schon ziemlich nahe kommt …

Wir haben uns entschlossen, den silbernen Toyo zu wrappen - also zu folieren. Irgendwie muss ein Race-Car farbintensiver, knalliger daher kommen. Silber metallic ist langweilig, vor allem für die Medien. Die wollen es farbig. Also kam in Familie und Freundeskreis die Diskussion auf, dass der Toyo nach dem Umbau eine andere, sagen wir besser eine ‘richtige’ Farbe  bekommen sollte.

Da war zunächst Rot von mir ins Gespräch gebracht und schnell von der Familie als langweilig abgeschmettert worden. Nach dem Blättern in einigen Rallye- und Offroad-Magazinen war dann bald die Traumfarbe Gelb/Orange gefunden. Mathematisch exakt zwischen Post-Gelb und Kommunal-Orange! Volker und René von der Firma Autvertising, einem Spezialisten für Fahrzeug-Folierung, waren schnell begeistert und als die gelb-orange Folie dann auf dem Tisch vor mir lag, gab es kein Zurück. Bitte einwickeln!

Es ging los mit dem Abbau aller Lampen, Zierleisten, Logos - alles musste ab. Und anschließend die Karosserie komplett reinigen und fettfrei machen, damit kein Dreck oder Staub o.ä. unter die Folie kommt und diese auch überall ordentlich hält. So sauber war der Toyo seit seiner Produktion noch nie! Und ich schätze so sauber wird er nie wieder sein, erst recht nicht nach diversen Rallye-Etappen.

Anschließend hatten Volker, René und auch Marcel einige Tage straff zu tun, um die Folie faltenfrei auf den Toyo zu zaubern. Ich habe mich auch ein wenig versucht, mich aber vor allem bemüht, den Fachleuten nicht im Wege zu stehen …

Das Puzzle hat begonnen …
René “zaubert” die Folie an den Toyo
Der Spiegel ist noch ein Folienknäul
Die Hecktür ist fertig
Der Autor beim “Einwickeln” der Türgriffe
Schriften und Logos werden angebracht
Volkers Hände kleben TomTom-Hände
Es ist vollbracht!

Der Amtsschimmel wiehert

geschrieben am 5. Mai 2009 um 21:51 von Tommi

Die Story mit der schönen neuen Hecktür ist noch nicht ganz zu Ende. Der Toyo benötigt ein neues Kennzeichen, denn das alte “Kuchenblech” passt jetzt nicht mehr an die neue Tür wie man hier sehen kann.

Also “Kuchenblech” einstecken - wir wollen ja nicht gleich mit dem hochgerüsteten Toyo, dessen Umbauten noch nicht alle geTÜVt sind, auf den Amtshof rollen - und auf geht’s zur 25km entfernten Zulassungsbehörde des Landratsamtes, eine Nummer im Warteraum ziehen, warten und für einige Euronen ein neues Nummernschild anfertigen und mit Siegel versehen lassen. Hatte ich leichtsinnig gedacht, keinerlei Gedanken dabei aber dem Amtsschimmel gewidmet.

Da sich seit der bereits einige Jahre zurück liegenden Zulassung des Toyos durch diverse Reformen der Name des Landkreises und damit die Bezeichnung der Behörde selbst geändert hatte, meinte der Amtsschimmel, dass auch das Siegel auf dem vorderen Kennzeichen geändert werden muss. Also: gehen Sie zurück auf LOS und ziehen Sie aber keine 4.000 EUR ein. Meint für Nicht-Monopoly-Kenner: 25km zurück nach hause fahren, vorderes Kennzeichen abbauen, 25km zurück zum Amt fahren, eine Nummer im Warteraum ziehen, warten und hoffen …

Final hat dann doch alles bestens geklappt - und war gar nicht so teuer. Es gab dann zu Hause nur noch die allseits beliebte Übung: Welches Kennzeichen kommt vorne und welches hinten dran? Zum Glück hat der Toyo ein rundes Auspuffrohr, womit die Eselsbrücke - das Kennzeichen mit dem runden Aufkleber kommt nach hinten - wieder funktionierte.

Und wieder ein erlebnisreicher Tag …

Ich hab’n Rad ab

geschrieben am 29. April 2009 um 18:23 von Tommi

Irgendwie hat mir das außenliegende Ersatzrad an der Hecktür des Toyos noch nie so richtig gefallen. Das sieht zwar richtig nach Offroad aus, aber muss ein Landcruiser unbedingt das Ersatzrad hinten dran tragen, um ernst genommen zu werden? Es gibt ja auch Ausstattungsvarianten des J12, die serienmäßig mit Ersatzrad unter dem Fahrzeug und einer ’schönen’, glatten Hecktür ausgeliefert werden. Dort könnte man zum Beispiel viel besser Sponsoren-Aufkleber anbringen - und außerdem sieht das optisch viel dynamischer aus.

Heißt schneller, schätzungsweise mindestens +10 km/h ;-)

Nach dem Umbau haben wir in unserem Race-Car zwei Ersatzräder mit riesigen Cooper MT-Reifen der Abmessung 285/70 R17 stehen. Das Serienersatzrad (265/65 R17) würde bei einem Reifenschaden sowieso nicht zu den anderen montierten Rädern passen. Braucht also keiner mehr. Leider scheitere ich mit dem Versuch, anstelle des Serienersatzrades an der Hecktür eines unserer neuen, fast überdimensionalen Ersatzräder zu montieren. Es passt einfach nicht dran. Ganz zu schweigen vom Gewicht des größeren Ersatzrades, welches sicher über die Zeit auf Kriegsfuß mit den Scharnieren der Hecktür stehen würde.

Kollege Zufall läuft mir doch plötzlich beim Blättern durch das Buschtaxi-Forum über den Weg: es scheint einige Landcruiser-Eigner zu geben, die sich genau in der umgekehrten, unbefriedigenden  Situation befinden - also liebend gerne ein Ersatzrad an der Hecktüre hätten. Und innerhalb weniger Tage war ein User des Forums zum Türentausch gefunden. Welch ein Glück, dass unsere beiden Toyos auch noch die gleiche Farbe hatten! Somit war es innerhalb einer Stunde geschehen - einige Schrauben und Steckverbinder lösen und die Türen wechselten die Autos. Ich hatte den Eindruck, dass der neue Besitzer meiner Hecktür glücklich über das Tauschgeschäft war. Und ich war es auch, also zwei glückliche Landcruiser-Eigner!

Jetzt habe ich ein Rad ab - endlich!!

Heiligenschein

geschrieben am 10. April 2009 um 18:23 von Tommi

Irgendwo hatte ich hier schon einmal etwas geschrieben wie “der Umbau ist nie fertig”. Und daran wollen wir uns ja auch halten, oder?

Bereits seit einigen Wochen liegt der Lampenbügel fertig im Keller. Dessen Anfertigung hat schon einige Zeit und Nerven gekosten (Toyo-Dachträger ersteigern - zum Glück gab es ein super Angebot; Fernscheinwerfer auswählen, bestellen und Gedanken über deren Befestigung machen und natürlich umsetzen; Kabel in den Träger einziehen usw.). Nun endlich ist der Zeitpunkt gekommen, den Kopfschmuck anzulegen.

Here you are:

Grande Finale

geschrieben am 9. April 2009 um 21:10 von Tommi

Der Toyo ist fertig! Heute ist der große Tag - wir holen den Toyo bei DAKTEC ab. Ich bin wansinnig gespannt. Auch wenn schon fast alles vorab per Foto angekommen ist, natura und dreidimensional ist doch etwas anderes. Und wie “fühlen” sich das Fahrwerk und die Sitze an? Wie fährt sich der Toyo, wie liegt er auf der Straße und im Gelände?

Dann aber noch einige praktische Fragen - z.B. wie transportieren wir die jetzt überflüssigen, ausgebauten Teile wie Sitze, Räder, Stoßstange usw. zurück? Zum Glück ließ sich alles bestens regeln.

Und hier auch einige Bilder vom fertiggestellten Toyo:

Jetzt auch mit Snorkel
Windenstoßstange - jetzt schön ‘abgebügelt’ …

Cooper 285/70 R17, verstellbare Schmutzfänger
Elektro-Notabschaltung von außen
Explona Tripmaster

Schöner wohnen

geschrieben am 20. Februar 2009 um 19:46 von Tommi

Jetzt geht der Umbau so langsam in Richtung Innenausbau: Sicherheitskäfig, Sitze, Elektrik (ABS-Abschaltung, Airbag-Abschaltung, Elektrik-Notabschaltung, usw.).

Es gibt neues Bildmaterial von DAKTEC aus Rathenow:

Der Käfigbau hat begonnen
Alles muss raus …
Das Kreuz lässt sich bei Bedarf herausnehmen
Komplizierte Arbeiten an der Elektronik
Viele zusätzliche Schalter …
… für ABS, Airbag, Sperre, Notaus usw.
Der Käfig ist fertig und lackiert
Sparco-Sitze, 6-Punkt-Gurte, …
… nach FIA Norm
Die Rückbank ist raus - viel Platz entsteht
Polsterung der Käfig-Streben
Reserveradhalter und Sandbleche
Kompressorsystem zum Reifenbefüllen
Es ist noch einiges zu tun …

Abgebügelt

geschrieben am 18. Februar 2009 um 10:56 von Tommi

Schön, dass es auch im Wintersporthotel eine Internet-Ecke gibt, in die man sich immer mal kurz zurückziehen und den wirklich schönen und wichtigen Dingen des Lebens nachgehen kann …

Uups - “Sie haben Post”! Heißt: es gibt wieder neues Bildmaterial vom Umbau! Ist es nicht faszinierend - nach einem langen Tag auf der Piste schlürft man gemütlich einen Espresso in der Hotelbar und schaut sich online die neuesten Bilder vom Toyo-Umbau fern in der Heimat an! Viva Internet!

Die ARB-Windenstoßstange ist dran. Aber was ist denn das für ein riesiger Bügel?

Heftig viel Stahl …

Wir wollen doch den Toyo nicht einsetzen, um während der Fahrt Büffel oder anderes Großgetier zu erlegen! Bei den Australiern sind solche Bügel, an die der Aussie dann in der Regel riesige Lampen und Funkantennen schraubt, sicher ein ultimatives Muss. Aber für unseren Rallye-Toyo? Und außerdem, was würde der TÜV dazu sagen? Nein, der Bügel geht gar nicht.

Das muss schnellstens abgebügelt werden …

Um- und ausgebaut (2)

geschrieben am 26. Januar 2009 um 11:29 von Tommi

Seit einigen Tagen steht der Toyo in Rathenow bei DAKTEC und ich erwarte von Woche zu Woche händeringend spannende Bilder vom Umbau. Jeden Tag dafür mindestens ein Blick auf die Webseite und in die Emails. Schön, dass man dank BlackBerry jetzt überall und immer online sein kann. Sicher eine sehr nervige Zeit für meine Mitmenschen - sorry …

Und dann kamen die ersten Bilder von DAKTEC. Noch nicht viel, aber immerhin - es geht lost. Seht selbst:

Unser Landcruiser steht zum Umbau bereit.
Der riesige Teileberg
Die neuen Reifen
Profex Stoßdämpfer
Der Umbau am Fahrwerk geht los
Einbau der neuen Dämpfer
Unterfahrschutz
Das Differential ist draußen …
… und eine 100% Sperre wird eingebaut
Achsfangbänder werden eingeschweißt

Um- und ausgebaut (1)

geschrieben am 20. Januar 2009 um 16:12 von Tommi

Baustelle Toyo, eine Großbaustelle? Die Liste der Wünsche ist lang, gefährlich lang. Je intensiver ich mich mit dem Thema beschäftige, umso länger wird sie. Es fällt schwer, zwischen ‘must have’ und ‘nice to have’ zu unterscheiden. Was brauchen wir wirklich, auf was können wir verzichten? Was können wir selbst realisieren, was muss ein Profi machen? Und dann soll der Toyo ja nicht nur harte Wettbewerbsetappen in der sibirischen oder mongolischen Steppe ohne größere Schäden überstehen, so ein Race-Car muss ja auch ordentlich was her machen. Von einem langweiligen Auto macht kein Journalist auch nur ein Foto - es sei denn das Auto gewinnt die Rallye. Aber das wäre wohl für heute etwas zu viel Selbstbewusstsein ….

Nach einigen Recherchen waren sie gefunden: DAKTEC, die Profis für den Um- und Ausbau des Toyo’s zum Race-Car. Zumindest was die wesentlichen technischen Dinge anbetrifft wie Fahrwerk, Winde, Sicherheitskäfig gemäß FIA-Anforderungen, Sportsitze, Snorkel, Tripmaster und einiges mehr. Die Rallye-Erfahrung von DAKTEC hat mich überzeugt. Wer selbst erfolgreich über viele Jahre Marathon-Rallye fährt, sollte wissen, worauf es ankommt. Glaube ich.

DAKTEC hat zugesagt, den Umbau fotografisch zu dokumentieren. Zu finden auf DAKTEC’s Website www.daktec.de, aber auch hier werde ich einige Bilder einstellen. Dem Umbau insgesamt, mit vielen Details und Bildmaterial, werde ich eine spezielle Seite hier auf 4×4-Rally.com widmen. Denn ein Umbau ist niemals zu Ende …

Ungeschminkt

geschrieben am 15. Januar 2009 um 09:46 von Tommi

Da steht er, der Toyo, ungeschminkt und serienmäßig. Er hat die Familie in den letzten Jahren bestens befördert: an die See, ins Gebirge, in die City, ins Möbelhaus, zum Baumarkt, in die Firma, zu Kunden und Mandanten - im Sommer wie im Winter. Der Landcruiser war jederzeit ein treuer Begleiter, der uns sänftenartig, sicher, stets gelassen und entspannt in akzeptabler Zeit an jedes gewünschte Ziel gebracht hat. Den Tankwart haben wir dabei zwar auch ziemlich häufig gesehen, aber Komfort hat eben seinen Preis. Die Werkstatt hat er aber nur für die notwendigen Inspektionen ansteuern müssen, ansonsten kein Murren oder Zurren. Hut ab Toyota, selten hat uns ein Auto so zuverlässig tagein und tagaus zur Seite gestanden.

Doch jetzt ist Schluss mit Lustig! Das Auto ist doch viel zu schade, um sich die Räder auf glattem Asphalt abzufahren. Der Toyo ist ein Geländewagen, das meint er soll sich ins Gelände wagen! Wenn wir ein SUV für die Eisdiele gewollt hätten, hätten wir sicher etwas anderes gekauft. Außerdem sollten solche netten, serienmäßigen Features wie Untersetzung oder Differentialsperre ja auch irgendeinmal zum Einsatz kommen. Aber wozu diese Argumente, die Entscheidung war ja schon gefallen. Hier muss ja schließlich keine Ehefrau überzeugt werden, ihren allrädrigen Liebling abzugeben. Oder vielleicht doch?

Apropos Gelände – sicher müssen an einigen Stellen die Geländeeigenschaften des Toyo noch ein wenig hervorgehoben werden. Die guten Gene hat er ja, aber ob die Bodenfreiheit ausreicht? Und die Wattiefe? Ist das Fahrwerk nicht etwas zu weich für hohe Geschwindigkeiten auf Schotterpisten? Und überhaupt, so ungeschminkt können wir ihn doch nicht auf große Tour schicken …

American Style oder Sushi

geschrieben am 13. Januar 2009 um 12:32 von Tommi

Die letzten Wochen waren ziemlich hart. Von verschiedener Seite erhalte ich Signale, dass die langjährige Liebe zu amerikanischen Geländewagen und der beliebten Marke wohl nicht in gleicher Weise erwidert wird. Irgendwie passen wir vielleicht doch nicht zusammen. Sicher habe auch ich Fehler gemacht und zu hohe Erwartungen in die Händler dieser Marke und die Marke selbst gesetzt. Aber unser Ziel oder sagen wir besser, das Amateur-Rallye-Projekt müsste eigentlich bestens in die Welt und die Philosophie der US-Marke passen. Schade, aber vielleicht können wir Freunde bleiben …

Nun gut, andere Mütter haben auch schöne Töchter. Und die sind durchaus gut gebaut und hart im Nehmen. Und ein Toyota Landcruiser J12 gehört sowieso schon seit einigen Jahren zur Familie. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nahe liegt? Warum Geld zu uninteressierten Autohändlern tragen, wenn  schon ein Fahrzeug mit den besten Genen auf dem Hof steht? Zur Rallye DAKAR in diesem Jahr haben sich einige Toyota Landcruiser bestens geschlagen. Also war der Entschluss nach einiger Diskussion in Freundeskreis und Familie gefasst: ab sofort wird die japanische Flagge ausgerollt! Der Toyo wird unser Race-Car! Und mit dem Toyo-Händler um die Ecke gab es auch noch nie Probleme, beste Betreuung und toller Service.

Schade für die Americanos, aber nach so einer (Ent-)Scheidung kann man wieder viel klarer und optimistisch nach vorne schauen. Yes we can! Oder sagen wir besser: Nichts ist unmöglich - Toyota …

Kaum zu glauben …

geschrieben am 10. Januar 2009 um 22:12 von Tommi

euroEs ist (Automobil-) Krise wie man hört und liest. In den Medien erfährt man täglich, wie schlecht sich Autos verkaufen, Händler müssen aufgeben und Werkstätten gehen die Kunden aus. Große amerikanische Hersteller stehen kurz vor der Insolvenz. Jetzt stell’ Dir vor, Du gehst in diesen Zeiten hoch motiviert zum freundlichen Autohändler - am besten in die regionale Niederlassung des amerikanischen Herstellers - und bekundest offenes Interesse für den dort stehenden Traum in Silber. Der passt ziemlich genau was Preis und Ausstattung anbetrifft. Und zusätzlich signalisierst Du auch noch, dass Du noch einige Ersatzteile und Zubehör benötigst.

Und dann sagt der Verkäufer, nachdem man erst mal lange nach ihm gesucht hat: “Ich habe Ihnen doch vor über einem Jahr schon mal ein Angebot für ein Fahrzeug gemacht. Ich habe keine Lust, Ihnen noch einmal umsonst ein Angebot auszudrucken.”

Das glaubst Du nicht!  Fassungslosigkeit macht sich breit…
Habe ich da richtig gehört? Unsere Steuergelder werden über Abwrackprämen usw. mit der Gießkanne in die Automobilindustrie bzw. den Kfz-Handel gekippt und an einem normalen Autoverkauf hat man dort kein Interesse?

Na gut, vielleicht habe ich einen schlechten Tag erwischt - und starte einen Versuch bei einem anderen Händler der selben Marke. Anfrage per Email und Telefon. Die Antwort in Form eines aus meiner Sicht preislich unannehmbaren 0815 Angebotes kommt nach über zwei Wochen! In der E-Mail Signatur des Absenders steht “Verkäufer”, so wie auf der Visitenkarte des oben genannten “Verkaufsverhinderers”. Ich hatte bisher eine andere Vorstellung vom Verkauf.
Harte Zeiten für einen Autokäufer …

Und zum krönenden Abschluss hatte ich vor einigen Wochen auch eine Preisanfrage an einen anderen Händler selbiger Marke gestellt bezüglich Unterstützung hinsichtlich Ersatzteil-Bevorratung (möglicherweise geht doch mal das eine oder andere Teil unterwegs kaputt)  und Services.  Bis heute gibt es keinerlei Reaktion.

Langsam aber sicher kommt der American Dream ins Wanken. Kann das so weiter gehen?