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MT Rally - Schlaf ist Luxus

geschrieben am 17. April 2012 um 16:11 von Tommi

Verdammt, die Nacht hier im Fahrerlager war ja wieder viel zu kurz. Und laut! Eigentlich wie immer zur MT Rally. Und wie immer sind wir wieder mal mehr als nur leicht verspätet aus Leipzig weggekommen. Gestern Nachmittag stand der LKW noch mit offener Wunde an der Vorderachse (Bremse …) in der Werkstatt, „… na das wird heute aber nichts mehr“, waren die motivierenden Worte des Werkstattmeisters. Hallo? Habe ich das gerade richtig gehört? Wir haben unsere komplette Ausrüstung und auch noch die von zwei weiteren Teams geladen! Und eine (fast) komplette Werkstatt! Das kannst Du nicht mal eben schnell umladen! Und wohin überhaupt umladen? Man erwartet uns mit genau diesem LKW spätestens gegen Mitternacht in Drawsko Pomorskie (Polen), NATO-Truppenübungsplatz, MT Rally eben. BITTE mach, dass der LKW wieder rollt!!

Die letzten Wochen standen voll im Zeichen der Vorbereitung unseres neuen Service-LKW’s – eigentlich eine lange Story, vom Kauf über TÜV, Überführung, Zulassung, Komplettierung, Ausbau, diversen Verbesserungen und Reparaturen bis nun auch zum Thema Bremsen – aber ich will hier ja kein Buch schreiben. Nur so viel: Adrenalinspiegel seit November fast täglich oberhalb aller verträglichen Maße. Und das nun auch noch bis zum letzten Tag und in voller Wucht!

Aber jetzt haben wir es doch bis Polen geschafft. Und unserer DAF Truck hat’s auch überstanden und uns erstaunlich komfortabel über die Autobahn geschaukelt. Nachdem uns das Thema LKW-Maut in Polen für nur eine handvoll Kilometer kurz hinter der Grenze dann auch noch fast eine bürokratische Stunde und gefühlte 27 Unterschriften auf tonnenweise Papierkram gekostet hat , sind wir heute kurz vor 02:00 Uhr ins Fahrerlager gerollt. Ein Wiedersehen mit guten Freunden! Und der vertraute Geruch (und Lärm …) des Fahrerlagers…

Inzwischen steht unser kleines Camp, Registrierung und technischer Check sind absolviert. Noch eine Stunde bis zum Fahrerbriefing und dann noch eine bis zum Prolog. Richtig spannend wird’s dann heute Abend bei der ersten Nachtetappe. Und derer soll es ja dieses Mal gleich zwei geben. Also neben den „normalen“ Tagesetappen. Wann schlafen wir hier eigentlich mal?

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Auf ein Neues!

geschrieben am 16. Januar 2012 um 22:05 von Tommi

Seit unserem “Rückzug” von der MT Series Rallye im letzten Herbst ist einige Zeit vergangen. Inzwischen ist noch mal einiges am YellowCruiser gebaut worden, intensive Tests in den nächsten Wochen stehen jedoch noch aus. Bis zu den ersten Frühjahrsveranstaltungen werden wir die Zeit hierfür hoffentlich gut nutzen können, noch verschont uns der Winter ja zum Glück etwas - zumindest hier in Mitteldeutschland.

Apropos Mitteldeutschland - “BAJA300 Mitteldeutschland” - mit diesem Namen wurde heute vom 4×4-Club Leipzig eine neue Veranstaltung für das Himmelfahrtswochenende im bekannten Gelände bei Hohenmölsen, nicht weit entfernt von Leipzig, angekündigt. In den letzten Jahren eher unter “Baja Saxonia” bekannt und sehr beliebt, hat es hier einige interne Veränderungen gegeben und der 4×4-Club Leipzig wird sich jetzt mit seiner jahrelangen Erfahrung vollständig der Organisation der Veranstaltung widmen. Hut ab, dies erfordert einiges an Engagement! Man hat aber die Leipziger Offroader auch in der Vergangenheit schon bei der Baja Saxonia überall auf der Strecke und im Fahrerlager im harten Einsatz für das gute Gelingen gesehen, also: denn sie wissen was sie tun! Und wir freuen uns auf die neue BAJA300 Mitteldeutschland!

Und sonst? “Same procedure as every year”, könnte man schon sagen wenn es um die MT Rallye(s) geht. Ein mal im Frühjahr und ein mal im Herbst, also nix neues. Denkste! Wir wollen uns darüber hinaus in diesem Jahr mal wieder etwas weiter nach Osten bewegen. Ungarn, Bulgarien, Rumänien - die neue Breslau-Rallye macht’s möglich und hat uns neugierig gemacht. Zwar liegen für dieses Jahr noch keine Informationen vor, aber wenn man eins und eins zusammenzählt, dann wird es wohl in diesem Spätsommer wieder eine osteuropäische Breslau geben. Für uns zwar auch schon etwas bekanntes Terrain nach unserer Balkan-Offroad-Tour im vorletzten Jahr, aber garantiert neu zubereitet und frisch abgeschmeckt. Also, auf ein Neues!

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Feile mit Eile!

geschrieben am 10. Oktober 2011 um 18:42 von Tommi

Gut gestartet sind wir in die erste Etappe der MT Series, Christbaumbeleuchtung an und ab in die Finsternis. Und auch die Navigation hat bestens funktioniert – ja wie denn auch sonst! 100km waren geplant und die ersten nächtlichen Drifts durch den polnischen Militärsand haben richtig Spaß gemacht.

Das neue Fahrwerk hat anfangs super mitgespielt, bis zu dem Punkt an dem uns ein zunehmend lautes Schlagen und Klappern aus Richtung Achtern mit Macht auf irgendein mechanisches Problem hinweisen wollte. Jetzt gab es zwei Möglichkeiten: schneller fahren und ignorieren – vielleicht hört sich das weg? – oder anhalten und mal nachsehen. Wir entschieden uns für Letzteres, und sehr schnell sahen wir die Bescherung. Der Stoßdämpfer hinten links hatte sich oben vollständig gelöst, die selbstsichernde Mutter nebst Scheiben und Gummi an der oberen Befestigung hatten sich unerlaubt von der Truppe entfernt. Fahnenflucht, und das nachts und mitten im Wald! Und dazu hatte sich der Dämpfer auch noch aus der Aufnahme gelöst und sich in die hinterste Ecke zwischen Rahmen und Karosse verklemmt.

Auf Fahnenflucht stehen harte Strafen! Das ging mir durch den Kopf, als ich mich kurz maßlos über das Dilemma aufregte. Hatte jemand vergessen, die Mutter festzuziehen? Was war passiert, wieso kann ein eigentlich so simples und billiges Bauteil durch seine plötzliche Abwesenheit unsere Etappe einfach so mittendrin beenden? An schnelle Weiterfahrt war nicht zu denken, erst recht nicht an Beendigung der Etappe. Wir mussten den Dämpfer irgendwie wieder in seine Position bekommen und fixieren, damit wir zumindest zurück ins Camp rollen konnten. Eine passende Mutter – natürlich mit Spezialgewinde war nicht an Bord. Auch die notwendige, sehr spezielle Scheibe und Gummiaufnahme waren natürlich nicht dabei - man kann ja nicht alles mitschleppen! Also durfte ich mich zur mitternächtlichen Stunde und auf dem Waldboden hockend metallverarbeitenden Tätigkeiten zuwenden und mit der Feile eine vorhandene, ähnliche Blechscheibe passend machen. Schöne Sch … !

Unter Einsatz diverser Hebel, Montiereisen und Wagenheber konnten wir dann den Dämpfer zum Glück aus der Karosserie drücken und provisorisch wieder befestigen. Na und dann sind wir zurück ins Camp „gehoppelt“. Licht aus gegen 02:00 Uhr.

Fazit: 8 Stunden Strafzeit wegen 4 fehlenden Checkpoints. Und noch mehr Stunden darüber ärgern …

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Ready to race!

geschrieben am um 16:30 von Tommi

Wir sind in Polen, in Drawsko Pomorskie – NATO Truppenübungsplatz, Austragungsort der MT Series 2011 Rallye. Und wir sind ready to race! Nach sechs Stunden Fahrzeit ist unsere kleine gelbe Karawane Donnerstag Abend bei strömenden Regen und Temperaturen um 10°C im Rallye-Camp eingetroffen. Zu hause schien noch die Sonne bei deutlich mehr als 20°C, hier sind wir nun plötzlich dem Winter ein ganzes Stück näher. Macht nichts, wir sind ja auch schließlich nicht zum Badeurlaub hier! Aber so viel Nässe können wir trotzdem nicht gebrauchen - die Hoffnung ist, dass es die nächsten Tage etwas trockener wird.

Nach einer lauten und kurzen Nacht im „Military-Hotel“ (ich berichtete im Frühjahr schon von der hiesigen Kasernenatmosphäre) konnten wir in kürzester Zeit durch die technische Abnahme und hatten dann noch genügend Zeit, unser Fahrwerk noch einmal etwas anzupassen. Der nachmittägliche kurze Prolog, bei dem es eigentlich nur um die Festlegung der Startreihenfolge der ersten Wertungsetappe geht, gab uns und unserem neuen Fahrwerk eine positive Einstimmung auf das, was in den nächsten drei Etappen kommen wird. Dank der durchgeführten Gewichtsreduzierung und Fahrwerkänderung am YellowCruiser konnten wir mit deutlich mehr Speed und ohne harte Grundberührung bzw. Durchschlagen des Fahrzeuges durch bzw. über die Panzerwellen fliegen! Phänomenal!

Jetzt wartet das gesamte Fahrerfeld mit Spannung auf die gegen 21:00 Uhr startende Nachtetappe über 100km. Wir erwarten etwa vier bis fünf Stunden Fahrzeit – wenn alles gut geht. Wenn ich an die Nachtetappe der MT Rally im Frühjahr und unsere nach diversen Wasser- und Schlammdurchfahrten ausgefallene Lichtmaschine einschließlich Beleuchtung denke, wird mir da schon etwas mulmig. Na wir werden sehen …

Gute Stimmung im Camp
Präsidentensuite für den Navigator bitte!
Finaler Check vor dem Prolog
mts2011-04
Mit solchen Schuhen fahren manche Motorrad …
Dreikampf im Prolog
Rallye macht hungrig
Matze kredenzt die ersten Lebkuchen
Vorbereitung der Nachtetappe

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Abgespeckt!

geschrieben am 22. September 2011 um 22:40 von Tommi

Den ganzen Sommer über war es ja ziemlich ruhig und einsam hier im Blog, trotzdem liefen aber einige Aktivitäten im Hintergrund. Da war vor allem der Umbau unseres YellowCruisers - Mission “Weg mit dem Hüftspeck!”. Und noch einige andere Punkte standen im “Lastenheft”, fast 20 Punkte umfasste meine Liste an toDos und Änderungen. Die wichtigsten Aufgaben jedoch waren das Versteifen und Verstärken von Rahmen und Karosserie bei gleichzeitiger Gewichtsreduzierung. Die Quadratur des Kreisen? Fast, aber doch machbar wie sich zeigt.

Wir hatten während der in den letzten zwei Jahren gefahrenen Rallyes massiv das Gewicht unseres Fahrzeuges - insbesondere auf der Vorderachse - zu spüren bekommen. Die vorderen Federn und Dämpfer schlugen bei tieferen Wellen zunehmend durch und gleichzeitig schrammten die riesigen Räder in den Radläufen und bahnten sich dort ihren zerstörerischen Weg. Gleichzeitig wirkten sich die Stöße auch auf Rahmen und Karosserie aus, erste Brüche taten sich auf - der japanische Stahl wurde “weich”. Uns wurde schnell klar, die schwere Stoßstange mit Winde an der Front des YellowCruisers half zwar in vielen Situationen, sorgte aber gleichzeitig für langsamere Fahrt und eine schleichende Zerstörung am Auto. Was tun?

Gleich nach der Baja Saxonia fasste ich daher den weitreichenden Entschluss zur aufwendigen Totaloperation mit dem Ziel einer drastischen Gewichtsreduzierung. Also am YellowCruiser, wo sonst! Die Mannen um Matze Krüger von DAKTEC haben einige Zeit und Ideen investiert und einen Großteil meiner Wunschliste bzw. des “Lastenheftes” abgearbeitet. Das Ergebnis steht seit drei Tagen wieder im heimischen Rennstall und wartet darauf, bei der MT Series Rallye (Polen) in zwei Wochen von der Kette gelassen zu werden. Und wie der an der Kette zerrt!

Die wesentlichen Überarbeitungen, vor allem hinsichtlich Stabilität, Gewicht und Fahrverhalten sind:

  • ARB-Windenstoßstange entfernt (Stahl & schwer)
  • Original-Landcruiser Frontschürze gekürzt und verstärkt (jetzt leicht)
  • 2 Blei-Batterien weiter hinten positioniert (hinter die Sitze)
  • Wischwasserbehälter weiter hinten positioniert (hinter die Vorderachse)
  • Windenseil aus Stahl getauscht gegen Nylonseil
  • Rahmen komplett verstärkt (dabei wurden gleich neue Aufnahmen für den Wagenheber angeschweißt)
  • Karosserie im vorderen Bereich versteift
  • Bodylift
  • Neues Fahrwerk (Dämpfer und Federn vorn und hinten)
  • Kleinere Bereifung

Nun, wir werden in wenigen Tagen sehen, wie gut das “Lastenheft” erfüllt worden ist und wie agil und leichtfüßig sich unser YellowCruiser nach der Fitness- und Verjüngungskur hoffentlich durch die polnische Steppe bewegt. Erste Tests im Gelände zeigen schon ein deutlich besseres Fahrverhalten.

Derweil durfte ich mich auch wieder im Folieren der Karosserieteile üben, die nach den Blessuren der Baja Saxonia ausgewechselt wurden. Zum Glück gibt es dafür inzwischen Gebrauchtteile, die Kollegen von Toyota rufen dafür ja wie immer unglaubliche Preise auf. Nicht einfach, das Folieren zum Beispiel bei der Frontschürze, die in jede Richtung diverse Krümmungsradien aufwirft. Versuch’ mal einen Ball in Papier einzuwickeln, ohne dass Falten und Knitter entstehen …

Rahmen und …
Karosserie wurden getrennt
Dann alles verstärkt und versteift
und die Karosserie leicht geliftet
neues Fahrwerk hinten
neues Fahrwerk vorn
Aufnahmen für Wagenheber
geänderte Achsfangbänder

neuer Platz für Batterien

schwere Stoßstange alt

leichte Stoßstange neu

leichteres Windenseil aus Nylon

Lüfter für Automatikölkühler

große Reifen alt

kleinere Reifen neu - mehr Platz zum Einfedern

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“Baja California” …

geschrieben am 17. August 2011 um 23:46 von Tommi

… so will ich die Headline dieses Beitrags mal nennen. Ist zwar geografisch nicht absolut korrekt, denn unten in Mexico auf der als Baja California bezeichneten Halbinsel und ‘Heimat’ der legendären SCORE Baja 1000 waren wir nicht ganz. Aber immerhin fast bis zur mexikanischen Grenze und in vergleichbarem Terrain. Mit dem 4×4 ganze zwei Wochen quer durch’s (ehemalige) Arnie-Land: kalifornischen Wüsten, Steppen und Wälder - das ist Wellnessurlaub pur für Freunde des gepflegten Allrad-Vortriebs! Zwar ging es mehr onroad voran als offroad, aber was heißt das hier schon. Hier im Lande der unendlichen Weite, im Land der (fast) unbegrenzten Möglichkeiten aber dennoch speedgebremster Highways. Vier bis acht Spuren - in jede Richtung. Da kannst Du auf jeder Dorfstraße eine 747 landen. Und wenden!

Im Land der 5.7 HEMI und der V8, der DODGE RAM, RUBICON, CHEVY SUBURBAN, CADILLAC ESCALATE, FORD F150, TOYOTA TUNDRA und wie sie alle heißen. Ja, ich bin sicher - einige hier können mit diesen Codeworten was anfangen, auch wenn es sicher derzeit nicht chick ist, sich offen zum wohlklingenden Sound und zur Optik dieser Gattung großhubräumiger, allradgetriebener Fortbewegungsmittel zu bekennen. Ich tu’s trotzdem! Auch wenn unter Arnie Schwarzenegger etwas Öko, ganze Farmen von Windenergieanlagen und auch erste Elektroautos ins sonnige Land am Pazifik eingezogen sind, die Tankfüllung für den fetten HEMI kostet nicht viel mehr als ein ordentliches Fastfood-Mittagessen für Fahrer und Beifahrer(innen). Aber mit ordentlich BBQ-Souce. Noch Fragen? Also dann, fix auf “D” geschaltet, kickdown und bei 65 mph die “Cruise Control” rein und rauf geht’s auf die 66 …

Aber zurück zum Thema “Baja”. Hier im Blog war es ja die letzten Monate ziemlich ruhig. Die Absage der BAJA300 POWERDAYS im Juli hatte uns ganz schön getroffen. Wie hatten uns riesig auf das angekündigte Event gefreut und die Planungen liefen auf Hochtouren. Im Sommer, direkt vor unserer Haustür und in dem Gelände, das wir schon von der Baja Saxonia kannten! Aber leider hatten da einige den Mund heftig zu voll genommen und dann waren es natürlich wie immer die anderen, die an der Absage des Events schuld waren. “Das spektakulärste Off-Road Festival Europas mit internationalen Stars und Spaß & Action Garantie!” - so und noch vollmundiger hatte man das Megaevent angekündigt, mit schönen bunten Bildchen auf der Webseite, mit springenden Monstertrucks und leichtbekleideten Race-Girls. Ganz voran tolle Superstars und Rally-Champions aus USA und old Germany - wow! Ziemlich peinlich die ganze Show, und da lässt mich nur sagen ‘Hut ab vor solchen Leuten, die solche Dinge wirklich zustande bringen’. In diesem Sinne gehen meine Grüße an diesem Wochenende nach Schwerin an Ingo und sein Team vom SOREA Offroad-Park, in dem das GORM 24h Rennen stattfindet - wir können aus Termingründen (und Jetlag…) leider nicht teilnehmen. Alle Achtung, hier ist mit viel Einsatz was tolles entstanden und ich bin schon ganz gespannt, irgendwann das SOREA-Gelände auch unter die Yellowcruiser-Räder zu nehmen. Ich wünsche gutes Gelingen und ein heißes Race-Wochenende in Schwerin!

Meine persönliche “Baja” während der letzten zwei Wochen an der Westküste der USA war mal ein etwas anderes 4×4-Erlebnis und vielleicht auch ein kleiner Ersatz für die ausgefallenen Baja300 Powerdays. Es ging zwar nicht um Zeit um Plätze, sondern um einige tausend Meilen entspanntes 4×4-Genuss-Cruisen. Und die täglichen Special Stages hatten eher zum Ziel trotz höchster amerikanischer Fastfood-Esskultur nicht zuzunehmen. Ziel erreicht …

Toyota Tundra 5.7 HEMI V8 - Let’s ride!

Endlose Weite an der Route 66

Nicht überall ist alles möglich

Sheriff mit coolem Dienst-Hummer

Dünen voraus!

Nur 44°C outside - Forecast war 50°C

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Baja Saxonia: Resümee

geschrieben am 1. Mai 2011 um 21:10 von Tommi

Einige Tage nach der Baja Saxonia lässt sich mit etwas Abstand ein Resümee ziehen: insgesamt eine super Rallye, perfektes Roadbook, etwas zu trockenes Wetter, fragwürdige Entscheidung der Rennleitung nach der Unterbrechung der zweiten Etappe, interessante Leute, etwas zu wenig Party, viele Zuschauer an der Strecke, trotzdem wenig Interesse in den regionalen Medien - dafür um so mehr bei den Offroad- und Motorsport-Medien. Und wieder viel gelernt. Aber auch durchaus Zufriedenheit mit dem erreichten Ergebnis und den vielen gesammelten Eindrücken auf unserer Seite.

Und die überhaupt wichtigste Erkenntnis der Baja Saxonia 2011: Speed ist eben nicht alles! Navigation is key - oder zu gut deutsch: man muss auch die CPs finden. Für mich geht diese Erkenntnis noch deutlich weiter: was nützt ein hochgezüchtetes Fahrzeug im Wert einer Eigentumswohnung mit Sauna und Dachterrasse nebst hochprofessionellem Service-Team und Ersatzteillager-Truck, wenn letztlich die Navigation  während des Rennens nicht funktioniert? Was nützt ein ständig am Bodenblech klebendes Gaspedal, wenn durch die maximale Belastung ganze Radaufhängungen abreißen oder andere Teile auf der Strecke bersten? Nach der Navigation - oder sogar noch davor - kommt das Ankommen überhaupt. Wir haben während der zwei Etappen etliche technische Ausfälle an der Strecke gesehen, bereits nach dem ersten Tag standen zahlreiche Fahrzeuge bereits wieder auf dem Trailer - ein deutliches Zeichen dass sie nicht noch mal zum Einsatz kommen sollten.

Nach der vergangenen MT Rally hatte ich ernste Zweifel an unserem Toyo, unser Fahrwerk war für die Panzerstrecken in Polen alles andere als perfekt geeignet. Ähnliche Erfahrungen hatten wir auch schon im letzten Jahr bei einigen Rennen gesammelt. Trotzdem sind wir dort und auch bei der diesjährigen Baja Saxonia ganz gut ins Ziel gekommen. War das Zufall? War das weil der Toyo bisher insgesamt noch nicht all zu viele Rallye-Kilometer gesehen hat? War das weil ein Toyota Landcruiser von Hause aus etwas robuster ist? War das weil wir etwas umsichtiger, eher “materialschonend” gefahren sind? Über letzteres hatten sich in der Vergangenheit immer mal einige ‘Kollegen’ lustig gemacht - ach so, die sind übrigens wieder ausgefallen wegen technischer Schäden …

Vielleicht war es wirklich nur Glück, aber sicher kann die Kombination aus guter Navigation und umsichtiger, kontinuierlicher Fahrweise nicht ganz falsch sein. Vielleicht gelingt es uns zusätzlich, den YellowCruiser mit einigen Optimierungen hinsichtlich Gewicht und Federweg doch noch etwas zu verbessern. Ich hatte vor der Baja Saxonia schon mit Gedanken an ein wesentlich standfesteres Fahrzeug gespielt - wenn es das wirklich gibt. Aber die ganzen tollen Hechte  aus dem Karpfenteich - oder sagen wir besser die meisten, also die mit den Suuuper-Rallye-Boliden, haben sich während der Baja Saxonia auf die eine oder andere Art abgeschossen. Sei es aufgrund fehlerhafter Navigation oder aufgrund technischer Ausfälle.  Und dies hat uns im Prinzip mit dem alles andere als einem Rallye-Boliden geltenden YellowCruiser auf einen für uns mehr als zufrieden stellenden 13. Platz gebracht (Vorjahr Platz 35). Trotz einiger eigener Fehler. Ohne diese Fehler - 10 Minuten Zeitverlust in der ersten Etappe durch das Umkippen und dann noch einmal 17 Minuten Verlust durch Festfahren im Sand während der zweiten Etappe - wären wir vielleicht mit etwas Glück sogar unter Platz 10 gerutscht. Was will man mehr?

-

Im Fahrerlager …
… wird überall geschraubt …
… und montiert …
… und gekocht …
… und geschlafen …
… und geschrieben …
… und getrunken …
… und viel gelacht!

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Baja Saxonia: 2. Etappe & Gesamt

geschrieben am 25. April 2011 um 16:57 von Tommi

Am Ostersonntag gegen Mittag startete die zweite und letzte Etappe der Baja Saxonia 2011 bei sehr sonnigen und warmen Wetter. Die bereits am Vormittag von der Strecke zurückkehrenden Motorrad- und Quad-Fahrer berichteten von einer sehr schnellen Etappe. Schlamm oder Wasserlöcher, die es im Vorjahr zur Genüge gab, waren aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit nicht vorhanden. Somit gab es entweder tiefen, weichen Sand oder trockene, festgefahrene Wege. Sicher hatte der Autor des Roadbooks für diese Etappe wieder mindestens eine kleine “Gemeinheit” eingebaut, so wie es am Vortag ein etwas versteckter CP war, der nur bei sehr genauer Einhaltung eines Kompasskurses zu finden war. Wir waren eines von nur sehr wenigen Teams, die diesen CP gefunden hatten, was ja Ursache für unsere unerwartet gute 7. Platzierung im Ergebnis der ersten Etappe war. Unser darauf natürlich berechtigt stolzer Navigator Peter hätte sich am liebsten von einem im Fahrerlager anwesenden Werbeunternehmen “CP-Finder” oder “Ich hab alle CP’s gefunden!” auf sein T-Shirt drucken lassen.

Vielleicht davon etwas zu stark motiviert gingen wir gleich zu Beginn der zweiten Etappe einen Kompasskurs zu leichtfertig an. Im tiefen Sand, optisch eine Mischung aus Sahara-Dünen und sibirischem Birkenwäldchen, wurde es ziemlich eng und als der ausgefahrene Weg plötzlich weg war meinte Peter, der inzwischen ausgestiegen war um sich einen besseren Überblick über die Lage zu verschaffen, dass ich einfach mal so mit unserem gut 2,3 Tonner über einen Dünenkamm hüpfen sollte, um unten wieder auf einen ausgefahrenen Weg zu kommen. Ja nix war mit hüpfen, wir saßen komplett auf Sand und alle Räder drehten ganz nach Lust und Laune mal hier und da durch. Die Räder, die nicht in der Luft hingen, gruben uns dann noch tiefer in unsere verzweifelte, aussichtslose Lage ein. Peter begann sogleich wie wild hier und da mit der Schaufel zu graben und hoffte uns somit zu befreien. Er hat wirklich gekämpft und gegraben wie ein Mann - als wollte er seine Entscheidung hier so tief wie möglich eingraben, jedoch vergeblich. Musste uns die Winde wieder mal helfen? Leider hatten wir keine Zeit zu warten, bis aus den rund um uns stehenden, dünnen Birken mal stattliche Bäume geworden sind. Keine Möglichkeit zum Ansetzen der Winde, bis auf eine wenigstens etwas dickere Tannengruppe - aber gleich beim ersten Versuch zog es nicht etwa unseren YellowCruiser zur Tanne, sondern die Tannen kam schön langsam auf mich zu. Umsonst, Bäume fällen wollten wir hier eigentlich nicht!

Zum Glück erschien wie gerufen ein Unimog auf dem etwa drei Meter unter uns befindlichen Weg und stoppte als wir winkend auf uns aufmerksam machten - Windenseil eingehangen und nach wenigen Sekunden hatten auch wir wieder einigermaßen festen Boden unter den Rädern. Trotzdem, so 15 bis 20 Minuten waren verloren. In der dritten Runde dann ein gewaltiges Feuer vor uns, schwarzer Rauch und riesige Flammen stiegen auf. Einige Fahrzeuge hielten bereits. Eines der führenden ORC-Teams hatte sich überschlagen und das Fahrzeug war wohl nur Sekunden nach dem Überschlag sofort in Flammen aufgegangen. Zum Glück konnte sich das Team in letzter Sekunde und ohne ernste Verletzungen retten. Das Feuer sah gewaltig aus, der erste Eindruck war hier brennt eine Tankstelle! Inzwischen schlossen weitere Teams von hinten auf und auch Feuerwehr und Rettungskräfte rückten an. Jedoch war von dem brennenden Mercedes G nichts mehr zu retten, nur ein ausgebrannter Klumpen blieb übrig. Ganz schön krass - da macht man sich schon so seine Gedanken über das was wir hier so treiben …

Das Rennen wurde hier angehalten, ging aber nach einigem Warten - schätzungsweise 30…40 Minuten - wieder los. Die Rennunterbrechung sollte uns dann später jedoch noch ganz schön zu Schaffen machen, Thema Reglement …

Während der folgenden drei Tagebau-Runden häuften sich mehr und mehr Fahrzeuge, die mit technischen Defekten wie zum Beispiel komplett abgerissenen Rädern am Streckenrand standen. Ich drückte die Daumen, dass unser Toyo senkrecht und haltbar über die Strecke kommt. Abgesehen von diversen Streckenabschnitten mit Sichtweiten zwischen 50 und Null Metern aufgrund schwarzer Kohlestaub- oder Sandwolken, was einige wohl geisteskranke Teams nicht von riskanten Überholmanövern bei voller Geschwindigkeit abhielt, gab es zum Glück keine größeren Probleme.

Am Ende des Rennens fuhren wir ca. fünf Minuten nach 19:00 Uhr durch den letzten CP und nur eine Minute später durch’s Ziel, wobei man uns und all den vielen noch nach uns ankommenden Teams dort ganz relaxt mitteilte, das das Rennen planmäßig 19:00 beendet wurde. Hallo, wie bitte? Da stehen wir ewig an einer Unfallstelle, kommen dann gut durch die gesamte Etappe und dann fehlt uns plötzlich einfach mal so völlig unverschuldet ein CP (=eine Stunde Strafzeit) und die Zieldurchfahrt (= noch eine Stunde Strafzeit). Das ist ja wohl der Hammer! Großzügig hat man allen Teams 44:30 Minuten Zeitbonus für die Rennunterbrechung gutgeschrieben, aber uns und über dreißig weiteren Teams - also fast die Hälfte der bei dieser Etappe noch im Rennen befindlichen Teams -hat man quasi vor der Nase das Rennen beendet und die Strafzeiten auferlegt. Pech gehabt, wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Wir - und auch sehr viele andere Teilnehmer, darunter echte “Rennhasen” - fanden diese Entscheidung massiv unsportlich, zumal es von der Rennleitung dazu weder im Verlaufe des Rennens noch danach eine offizielle Information gab.

Mit all den Strafzeiten kamen wir in der zweiten Etappe auf Platz 35, was ja grundsätzlich auch nicht so schlecht ist. Ohne die zwei Strafstunden sähe das aber noch deutlich besser aus. Als dann fast gegen Mitternacht die Gesamtergebnisse, also zusammengefasst aus erster und zweiter Etappe, veröffentlicht wurden, konnten wir uns trotzdem riesig und unerwartet über einen 13. Platz freuen!

Platz 13 bei dieser hochkarätigen Konkurrenz und dem riesigen Teilnehmerfeld! Etliche “alte Hasen” mit richtig hochgezüchteten Fahrzeugen, riesigen Service-Crews, tonnenweise Material im Team-eigenen Service-Truck und finanziellem Background in Größenordnungen über unserem Anfänger- und Low-Budget-Niveau, hatten wir mit unserem seriennahen YellowCruiser weit hinter uns gelassen! Und das obwohl wir in der ersten Etappe umgekippt waren und in der zweiten Etappe reichlich Zeit auf der Sanddüne im Birkenwäldchen und dann auch noch aufgrund des komischen Reglements verloren hatten!

Ist doch nicht schlecht für den Anfang, oder?

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Baja Saxonia: Luftbild

geschrieben am 23. April 2011 um 08:24 von Tommi

Der erste Renntag – nach sternenklarer Nacht mit heftig lauten Generatoren rundum, nicht enden wollenden Gesprächen auf allerhöchstem Bier-Niveau und ausgereizten Subwoofer-Car-HiFi-Anlagen - beginnt im Rallye-Camp der Baja Saxonia natürlich mit einem leckeren Frühstück. Und einer Email von Wolfgang. Diese hat mich sofort und spontan zum Verlassen des sonnigen Frühstückstisches und zu diesem Blogeintrag verleitet.

Wolfgang hat gestern unser Rallye-Camp von der Luft aus fotografiert – mit einem Modellflugzeug. Bei idealem Wetter und idealer Sicht – ein super Foto, mit dem man einen tollen Überblick über das Camp und den sich anschließenden Tagebau erhält. Wolfgang hat mir gestattet, sein Foto in meinem Blog zu veröffentlichen. Und das möchte ich doch meinen Bloglesern auf keinen Fall vorenthalten. Vielen Dank an Wolfgang für das Foto und wer sich für Wolfgang’s Webseite interessiert: www.luftbildstar.de

Möge der Tag heute so toll verlaufen und enden wie er begonnen hat – und Euch treuen Bloglesern ein frohes Ostern …

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Baja Saxonia: Prost auf Guttenberg

geschrieben am 22. April 2011 um 18:19 von Tommi

Auf Ingo K. aus S. ist eben Verlass. Pünktlich am Karfreitag stand ein Kasten Bier da – im Fahrerlager der Baja Saxonia Rallye. Wir hatten gewettet. Auf Facebook. Ob Herr KT zu Ostern noch im Amt sein würde. Wie schnell doch die Zeit vergeht – heute spricht kein Mensch mehr darüber.

Jedenfalls war ich der Meinung, dass dies wohl nicht der Fall sein würde und hatte dafür einen Kasten Bier gesetzt. Ingo setzte dagegen. Mit dem bekannten Ergebnis: KT ist weg und wir haben heute Abend einen Kasten Flensburger. Leider ist Ingo selbst nicht da, aber hat sich nicht lumpen lassen – den Kasten Bier perfekt zum Termin zugestellt. Also danke an den Spender und wir trinken auf das Wohl von Ingo. Und natürlich auf Herrn Ex-Dr. KT.

Ansonsten ist wieder Lagerleben angesagt: Fahrerlager zur Baja Saxonia bei Hohenmölsen, südlich von Leipzig. Gute Stimmung rundum, zahlreiche Wiedersehen mit guten Bekannten. Der Motorsport hat uns wieder!

Rund 130 Starter sind im hochkarätig besetzten, internationalen Starterfeld. Wenn das nicht ein heißes Rennen wird! Aber heiß ist es auch schon ohne Rennen, kaum Schatten und nur Sand und Staub. Das lässt ahnen wie es morgen auf der Strecke aussehen wird – nur der Erste hat gute Sicht, aber das wohl auch nur eine Runde. Sechs Runden zu je 33km sind insgesamt am ersten Tag der Baja Saxonia zu fahren.

Und die Party geht wieder los …

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4×4-Rally.com Camp im Fahrerlager

Anstehen zum Dokumente-Check

Knallharte technische Abnahme …

… und Teilnehmerfoto sind Pflicht

Schön die Twins wieder zu sehen …

… und auch die Freunde von der Presse

… und auch Thilo - immer ‘nen Spruch …

Daniel - Überbringer des Biers

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MT Rally: Winde gut, alles gut

geschrieben am 12. April 2011 um 18:24 von Tommi

Am letzten Tag der MT Rally gab es noch einmal 100 sonnige Kilometer über einen Mix aus schnell befahrbaren Waldwegen und festen Sandpisten, aber auch wieder extrem welligen und ausgefahrenen (Schleich-)Wegen. Und auch unsere selbstbewusste Wind musste unbedingt noch mal zeigen, dass sie nicht umsonst vor unserem YellowCruiser spazieren fährt - nur wenige Kilometer nach dem Start gab es erhebliche Staus an einem Schlammloch, das leider nicht umfahren werden konnte. Einige Fahrzeuge kamen durch, andere nicht. Nun, wie sollte es auch anders sein - wir gehörten wieder mal zu den Pechvögeln. Hans-Peter’s Schuhe waren gerade vom Schlammbad der Nachtetappe getrocknet, nun durften sie sich noch einmal einen vollen Schluck der schwarzbraunen Masse genehmigen - schmatz!

Zum Glück standen außer Fotografen auch noch einige Bäume in geeigneter Stärke rum und boten Halt für unser Windenseil. Wir waren ja schon hinsichtlich diverser Bergungsaktivitäten ein eingespieltes Team und somit saßen alle Handgriffe perfekt und das Thema war schnell erledigt. Der Nächste bitte zum Winchen …

Ansonsten gab es keine weiteren Probleme auf der Etappe, im Gegenteil - es wurde auf einigen Abschnitten richtig schön schnell. Eine schnurgerade, leicht abwärts verlaufende und fast alsphaltmäßig glatt verlaufende, breite Sandpiste, die auch entsprechend fest gefahren war, bot ordentlichen Auslauf für unseren dicken Diesel und damit Geschwindigkeiten jenseits der 100km/h - ich will Spaß, geb’ Gas! Genau am Ende der Piste  befand sich ein Checkpoint und es war schon ein eigenartiges Gefühl, mit Vollspeed auf die dort befindlichen Personen zu zu rasen und möglichst spät zu bremsen, damit man gerade noch so zum Stehen kam um den wichtigen Stempel abzuholen. Aber die Kollegen dort waren gut vorbereitet und schienen jederzeit zum Sprung in den Tiefsand an der Seite bereit zu sein.

Zum krönenden Abschluss gab es unmittelbar vor dem Ziel noch einen netten Kompasskurs, der aber ganz gut zu meistern war. Damit war die MT Rally 2011 vorbei! Geschafft! Ziel erreicht! Die Gesamtwertung wies Platz 19 aus, nicht berauschend aber für uns insgesamt zufriedenstellend.

Jetzt hieß es YellowCruiser vom Dreck befreien, aufladen und Heimweg antreten. Für die Fahrzeugreinigung fanden wir eine sehr kooperative Tankstelle in Drawsko Pomorskie, bei der wir für wenig Geld in aller Ruhe waschen konnten und vor allem mit dem Hochdruckreiniger Fahrwerksteile und Unterboden von der Schlammkruste befreien konnten. Eine erste Schadenanalyse brachte ein beschädigtes Motorlager sowie eine schwergängige und wieder klappernde Lenkung zum Vorschein. Darüber hinaus leuchteten einige bunte Lämpchen im Kombiinstrument, die wohl besser nicht leuchten sollten. Hier muss der Fachmann ran, hoffentlich nichts Ernstes!

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MT-Rally: Aaaachtung Bump!

geschrieben am 11. April 2011 um 17:50 von Tommi

Am dritten Tag der MT Rally gab es wieder eine 160 Kilometer lange Etappe im Zickzack-Ritt über den polnischen Truppenübungsplatz bei Drawsko Pomorskie zu absolvieren. Allerdings merkte man nicht wirklich viel vom Zickzack-Kurs über ausgefahrene Panzerstrecken und ausgewaschene Waldwege, nur der gelegentliche Blick auf die aufgezeichneten GPS-Streckendaten im Garmin-Offroad-Navi zeigte wie wir uns von einer Seite des Geländes auf die andere Seite „mäanderten“. Einige Streckenabschnitte ermöglichten auch Geschwindigkeiten um die 100km/h, allerdings immer mit einem wachsamen Auge auf plötzlich auftauchende Bodenwellen. Diese konnten weit über einen Meter tief sein und waren vor allem in bewaldeten Abschnitten durch die ungünstigen Lichtbedingungen aufgrund des starken Licht- / Schatten-Kontrastes nur schwer auszumachen. Auch plötzlich querende Wege mit tief eingegrabenen Fahrspuren waren extrem gefährlich bei höheren Geschwindigkeiten. Hans-Peter konnte dank seiner Körpergröße und somit einem etwas vorteilhafteren Blickwinkel viele Bodenwellen einige Zehntelsekunden eher ausmachen als ich und gleichzeitig mit seinem „Aaaachtung Bump!!“ wanderte das Bremspedal blitzartig zum Bodenblech. Mindestens ein mal jedoch trotzdem zu spät, so dass wir ziemlich hart aufschlugen. Unsere massive Frontstoßstange – die leider mitsamt Winde viel zu schwer ist und aufgrund des Gewichtes an anderer Stelle oft für Probleme sorgt – scheint den Aufprall aber recht gut abgefangen und andere Teile vor dem sofortigen Exitus geschützt zu haben. Später haben wir jedoch gemerkt, dass die Wucht des Aufpralls offensichtlich ein Motorlager zu hart getroffen und außer Gefecht gesetzt hat. Auch wieder auftretende Probleme mit der Lenkung nach dieser Etappe sind möglicherweise auf den einen, uns stark in Erinnerung gebliebenen Aufschlag zurück zu führen.

Weite Teile der Strecke konnten wir mit unserem Fahrwerk – das für sehr tiefe Bodenwellen nicht gut ausgelegt ist – nur mit gedrosselter Geschwindigkeit fahren. Andere Teams prügelten deutlich schneller über manche der für uns nur im Schleichgang möglichen Strecken. Hier gibt es am YellowCruiser noch deutlichen Änderungs- und Optimierungsbedarf: Gewicht runter, Platz in den Radkästen rauf. Überhaupt sammeln sich nach nun einem Jahr echter Rallye-Erfahrung eine ganze Menge an Änderungs- und Umbauideen am YellowCruiser. Die nächsten Rallyes und vor allem die interessanten Gespräche mit anderen Teams und auch das sicher erlaubte Abgucken der einen oder anderen technischen Lösung von anderen Fahrzeugen werden hier garantiert die Wunschliste weiter füllen. Unser YellowCruiser scheint in der jetzigen Verfassung nicht für vordere Platzierungen geeignet zu sein. Die Erkenntnis ist natürlich nicht ganz neu, auch ist das nicht unbedingt schlimm, denn das Sammeln von Erfahrungen kommt vor dem Sammeln von Erfolg. Und wir sind ja ursprünglich vor allem gestartet weil’s Spaß macht, ganz egal auf welchem Platz. Naja, ganz zum Schluss wollen wir dann doch auch nicht ankommen …

Trotz des Aufschlages konnten wir jedenfalls die dritte Etappe ohne weitere Probleme gut zu Ende bringen und Platz 19 einfahren. Das ist sicher nicht besonders rekordverdächtig, aber wir waren trotzdem stolz auf das Zwischenergebnis. Waren da doch manche Teams schon lange vorher bereits wieder abgereist, weil sie ihre Fahrzeuge bzw. wesentliche Teile davon schon während der ersten zwei Etappen kurz und klein geritten haben und die dazu – zumindest sah es so aus – bis an die Zähne mit Equipment, Ersatzteilen und Service-Crews ausgerüstet waren. Und die betreffenden Fahrzeuge schienen dabei meine Wunschliste und weit darüber hinaus schon umgesetzt zu haben. Also haben wir doch gar nicht so viel falsch gemacht, oder? Oder einfach Glück gehabt …

Heute aber endlich einige weitere Bilder:

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mt-6
Polnisches Rallye-Frühstück:
da bockt die Wurst …
Unser kleines Camp
Nach der Flutung - alles muss trocknen
Mach mal den Kleiderständer …
… und danach Kaffee!
Impressionen …
… der Nachtetappe
Toyo-Bruder
Power-Fiat
Warten am Start
Ein Kunstwerk der Natur
Rallye macht müde …
… und durstig!
Gute Laune am Abend …
… bei polnischer Folklore

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MT Rally: Wir saufen ab!!

geschrieben am um 07:30 von Tommi

Aber fangen wir von vorn an. Nach fünf Stunden Schlaf und einem Rührei konnte der zweite Tag hier im polnischen Rally-Camp einigermaßen positiv beginnen. Naja, wenn man von dem hellbraunen, lauwarmen Liquid absieht, was das Küchenpersonal hier wohl Kaffee nennt. Um das jedoch in das richtige Licht zu rücken, wir leben im Rally-Camp in einer Kaserne, die Küche „kocht“ hier sonst für NATO-Soldaten. Aber wechseln wir wieder zum Thema.

Nachdem unsere Hoffnungen auf ein Verschwinden der Elektrik-Probleme unseres YellowCruisers mal so ganz von allein und über Nacht - durch simples Trocknen nach der vielen Feuchtigkeit während der Nachtetappe - nach dem Frühstück allmählich schwanden, mussten wir uns diesen nun zwangsläufig widmen. Wasser und Schlamm hatten der Lichtmaschine zugesetzt, so dass diese keine Energie mehr lieferte. Zunächst hofften wir auf einen Hochdruckreiniger, der vor allem den Schlamm und Sand aus dem, an der wohl am schlechtesten zugänglichen Stelle angebrachten Bauteil entfernen sollte – vergebens. Wohl dem, der vorgesorgt hat: in unserem Ersatzteilvorrat befand sich genau ein Stück Lichtmaschine. Das Wechseln dauerte so seine Zeit, aber immerhin haben wir das Maschinchen wieder zum Laufen gebracht! Mit einer Stunde Verspätung konnten wir dann an den Start der zweiten Etappe der MT Rally gehen – oder sagen wir besser fahren. Diese verlief über viele Kilometer (insgesamt 160) im Prinzip ohne wesentliche Vorkommnisse, wenn man mal von der Tatsache der viel zu schnell in Richtung „Leer“ strebenden Tankanzeige absieht. Ich war nach der Nachtetappe davon ausgegangen, dass ein fast dreiviertel voller Tank Diesel für 160km Offroad-Spaß reichen sollte. Und wer wollte morgens um 03:00 Uhr nach der Nachtetappe, also total übermüdet ohne Licht und mit defekter Lichtmaschine noch in der polnischen Provinz nach eine Tanke suchen, die dann vielleicht gar nicht offen hat? Das dies ein Fehler war wurde mir schnell bewusst, ließ sich aber jetzt nicht mehr ändern - Augen zu und durch!

Ein Problem, auf das man gern verzichtet. Unschönes Gefühl, wenn eigentlich die ganze Etappe über meint zu wissen, dass es nicht reicht. Aber es reichte gerade so, puh ….!

Viel interessanter war eine fehlerhaft angefahrene Flussdurchquerung. Ich musste beim Anblick der Wassermassen vor uns an die erst neu eingebaute Lichtmaschine denken und ging die Furt wohl aus Angst um den Generator zu langsam an bzw. an einer falschen Stelle an. So etwa in der Mitte des Gewässers hatten wir uns festgefahren. Da musste direkt vor unseren Vorderrädern eine Betonkante in der Furt sein, die unsere Räder nicht erklimmen konnte. Nichts ging mehr. Das währe erst mal nicht ganz so schlimm, wenn nicht plötzlich unsere Füße nass geworden wären – also im Auto sitzend – und der Wasserstand im Innenraum Zentimeter um Zentimeter angestiegen wäre. Etwas Optimismus verbreitete nach einigen Minuten ein von hinten anfliegender Jeep – der jedoch winkend an uns vorbei fuhr. Nette Leute, vielen Dank!

Und als wir so richtig schön frustriert im Wasser saßen, tauchte plötzlich fröhlich grinsend Hansy von marathonrally.com auf - mit Pressekamera und immer auf Motivsuche natürlich - und hielt alles schön im Bild und auf Speicherkarte fest (so auch das Bild dieses Beitrags)! Nachdem ich dann schon die Bäume am gegenüberliegenden Ufer zwecks potenzieller Qualifikation zum mediengerechten Windeneinsatz in Augenschein nahm, näherte sich ein Landrover-Team von hinten und schickte sich an uns zu helfen. Zunächst scheiterten etliche Versuche mit dem Bergegurt, bis dahin dass sich der Kollege beim Anrucken die hintere Abschleppöse aus massivem Eisen abriss. Diese kam mitsamt Gurt in Bruchteilen einer Sekunde auf mich zugeschossen, verfehlte aber unsere Windschutzscheibe um einige Zentimeter und schlug im Dach ein. Glück gehabt!

Dann kam die Winde doch zum Einsatz, allerdings unter Nutzung des Landrovers als Zuganker. Das ging ganz gut und brachte uns bald wieder auf trockenen Boden zurück. Schätzungsweise 30 Minuten oder mehr waren verloren. Zuzüglich der später gestarteten 60 Minuten sowie zwei oder drei falscher, aber schnell korrigierter Navigationsentscheidungen, machte das absolut keine Hoffnung mehr unsere Platzierung von 15 (nach der Nachtetappe) zu verbessern. Natürlich ärgert man sich über die unnötige Wasserung, auch unabhängig von der Platzierung. Etwas Abhilfe aber brachte die Information nach ansonsten erfolgreicher Beendigung der Etappe, dass auch andere in der selben Flussdurchfahrt hängen geblieben waren. Zurück im Camp hieß es dann erst mal alles ausladen, auswringen und für guten Durchzug sorgen - ich schätze es wird wohl einige Wochen brauchen, bis unser YellowCruiser wieder vollständig trocken ist …

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MT-Rally: Licht aus …

geschrieben am um 07:20 von Tommi

Der Prolog zur MT-Rally war reichlich kurz. Etwas über 4 Kilometer Buckelpiste, reichlich Bewegungsfreiheit für Federn und Dämpfer. Aber kaum ausreichend um auf Betriebstemperatur zu kommen. Unsere Gedanken waren aber schon viel weiter voraus, bei der gegen 21.00 Uhr startenden Nachtetappe. 100 Kilometer, rundum alles mehr oder weniger grau oder schwarz. Werden unsere Dachscheinwerfer von Nutzen sein oder eher von tief hängenden Ästen abrasiert? Wie gut und wie rechtzeitig sind Hindernisse oder auch tiefe Bodenwellen sichtbar? Werden wir überhaupt die „Wege“ auf dem Panzerübungsplatz als solche identifizieren, geschweige denn an Kreuzungen den richtigen Abzweig zu finden? Auf unserer Anfahrt am Mittwoch hatten wir in den hiesigen Wäldern massenhaft Wild am Straßenrand stehen sehen, kommen uns die Hirsche oder Wisente – die es hier tatsächlich geben soll – in die Quere? Viele wirre Fragen und Gedanken, die mir vor der Etappe durch den Kopf gingen.

Dann ging es los, das Startschauspiel. Irgendwie surrealistisch, die Boliden und Streitwagen mitten auf dem dunklen, schier endlosen Gelände. Mit taghell leuchtenden Scheinwerfern an allen möglichen Positionen, auf dem Dach, auf der Stoßstange oder auf der Motorhaube. Den coolsten Eindruck machte ein 500er Fiat Prototyp, der als 4×4-Kampfmaschine aufgebaut war (Bilder folgen später bei besserer Internetverbindung). Dazu das Dröhnen der Motoren beim Abflug der Teams gleich hinter der Startlinie und wie sich die Race-Cars mit voller Festbeleuchtung in die Dunkelheit und den Wald bohrten. Einen besonders eindrucksvollen Hochstart legte Rolf vom ORC-Team hin, wobei er sich – wie ich später hörte – bei der unvermeidbaren Landung gleich wesentliche Motorteile seines neu aufgebauten Mercedes-G zerstörte und damit nur etwas später aus dem Rennen war. Schade!

Wir kamen gut vom Start weg und ich war begeistert von der Lichtausbeute unserer Dachscheinwerfer. Sehr gute Sicht, wir hatten die vier Scheinwerfer so ausgerichtet dass zwei nach vorn und je einer nach vorn rechts bzw. vorn links leuchtete und somit fanden wir alle Abzweigungen bestens. Hochspritzender Schlamm kam nicht bis auf das Dach und damit blieben die dortigen Scheinwerfer sauber. Das ermöglichte uns insgesamt eine sehr gute Navigation. Nur wenige Fehlentscheidungen oder etwas längere Überlegungen und 360° Zirkel. An manchen Stellen gab es massiven Verkehr in beide Richtungen, obwohl alle das gleiche Roadbook hatten!

Dann Schlamm. Tiefer Schlamm. Vorn, links und rechts. Na und vor allem unten! Alle Sperren drin, Vollgas. Plötzlich wechselte der Vortrieb in eine andere Richtung, nämlich nach unten. Wir saugten uns regelrecht in dem mehr als. 50 cm tiefen Schlamm fest – Ende. Sto djelatsch (was tun)? Ein uns verfolgendes Team hielt und zog uns freundlicherweise am Bergegurt aus dem Schlamassel. Allerdings hatte dabei Hans-Peter das unschöne „Vergnügen“ bis zu den Knien im Schlamm zu versinken, denn der Gurt musste ja vorn am Auto festgemacht werden (leider vor Aufregung keine Fotos gemacht!). Nur wenige Kilometer, danach kam dann Wasser – Flussdurchfahrt voraus. Eigentlich kein Problem, die Fotografen hatten tolle Motive – super Blitzlichtgewitter rundum.

Aber der Fluss schien etwas nachtragend auf die nächtliche Ruhestörung zu reagieren. Einige hundert Meter danach wurde es plötzlich um uns herum dunkel. Also nicht weil die Fotografen weg waren. Es dauerte einige Sekunden, bis ich realisierte, was passiert war. Licht aus! Bis auf die Nebelscheinwerfer – die ich ja erst vor der Rallye hinter Gitter verbannt hatte – leuchtete kein einziges Licht mehr am YellowCruiser. Sicherungscheck? Fehlanzeige, alle Sicherungen okay. Nach ca. 20 Minuten Fehleranalyse entschieden wir uns langsam und auf dem kürzesten Weg zum schon nahe liegenden Ziel durchzuschlagen. Glücklicherweise hatten wir bereits alle Checkpoints absolviert und konnten so die Etappe gerade noch gut beenden. Nicht mit Highspeed, aber immerhin. Allerdings sahen uns die Orga-Leute am Ziel etwas komisch an, und ich glaube das war weil wir von der falschen Seite ins Ziel gefahren kamen …

Trotzdem - Gesamtplatzierung nach einer Etappe: Platz 15 – von mehr als 30 Startern in unserer Klasse!.

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MT-Rally: Plattfuß

geschrieben am um 07:10 von Tommi

Die gute Nachricht: wir sind angekommen. Im Rally-Camp der MT-Rally, bei Drawsko-Pommorskie, Nordwestpolen. Fünf Stunden Fahrt durch die Nacht, Maximaltempo 100km/h mit schwerem Trailer einschließlich YellowCruiser im Schlepptau hinter unserem Rallyebus. Unterwegs zahlreiche Baustellenampeln, schlechte und schmale Straßen und immer die Zeit im Nacken nicht allzu spät im Camp einzutreffen. Aber gegen 01:00 Uhr war’s geschafft, einige Freunde begrüßen und 02:00 Licht aus. Kasernenunterkunft. Vier Betten auf einer Bude. Jedes knarrt anders. Laut feiernde Rallyekollegen, laut knallende Türen, blubbernde Motoren und einige Autoradios am Anschlag. Kein Schlaf …

Die schlechte Nachricht? Ja mit welcher soll ich anfangen? Am besten chronologisch, das ist wohl die fairste Aufzählungsfolge für schlechte Nachrichten. Ganz am Anfang gab’s gestern erst mal einen Plattfuß, direkt vor der Haustür - noch keinen Meter gerollt! Saublöd das. Ja und zu allem Übel zeigte das Chronometer 18:00 Uhr und damit Schließzeit für alle erreichbaren Reifendienste. Was tun, das Ersatzrad war nur ein Behelfsmittel und schien keinesfalls in der Lage zu sein, uns bis zum nächsten Autobahnkreuz zu bringen, geschweige denn bis nach Polen – und zurück. Zum Glück gab’s aber Retter ATU, die Kollegen haben bis 20:00 Uhr geöffnet und hatten sogar unsere anscheinend etwas exotische Reifengröße da. Nach reichlich eineinhalb Stunden war alles fertig und unser Rallye-Tross konnte endlich aufbrechen.

Schlechte Nachricht Nummer zwei: kein WLAN, Internet Web – Funkstille rundum im Rallye-Camp. Damit kann man normalerweise leben – konnte man früher doch auch! Aber doch nicht wenn täglich Blogeinträge hochgeladen werden sollen! Bleibt nur die Alternative UMTS Stick, allerdings im Schneckentempo und zu astronomischen Roamingpreisen.

Schlechte Nachricht Nummer drei: Wind. Ganz viel Wind. Zu viel für unser großes Pavillon-Krombacher-Bierzelt. Einfach weggeknickt, irreparabeler Schrott. Sehr ärgerlich. Da hilft auch kein Gemeinschaftsgefühl und das Wissen das es anderen ebenso geht - hier fliegen die großen (und viel teureren) Motorsportzelte nur so durch die Gegend!

Hoffentlich war’s das dann für heute mit den schlechten Nachrichten, in zwei Stunden startet der Prolog und dann am Abend die erste Etappe – 100 km durch die finstere polnische Nacht. Ach so, wie war das letzte Nacht? Nicht geschlafen. Und diese Nacht? Nicht schlafen, Rallye fahren. Ist irgendwie ganz schön hart …

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Kaizen

geschrieben am 1. April 2011 um 20:17 von Tommi

Lieber Toyota-Händler des Vertrauens in Leipzig! Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Seit fast einem Jahr versuchen wir bei Euch unseren Ersatzteilvorrat für unseren YellowCruiser käuflich zu erwerben. Mehrere Anfragen dazu habt Ihr einfach ignoriert. Und dabei wollen wir die nicht umsonst - inzwischen haben wir ganz schön viel Bares für diverse Teile hier und dort ausgegeben, nur nicht bei Euch. Fast ein Jahr ist es auch her, dass wir sogar zwei teure Landcruiser-Neufahrzeuge für einen unserer Sponsoren bei Euch angefragt haben - ebenfalls ohne Antwort. Sicher hattet Ihr beim Einsammeln der Verschrottungsprämie in der Vergangenheit so viel zu tun, dass dies mal eben hinten runter gefallen ist. Dass Ihr uns trotzdem nicht vergessen habt, beweisen Eure regelmäßigen Einladungen, wenn irgend ein abgehalftertes Schlagersternchen seine Lieder in Eurem Autohaus trällert oder ein neues Auto vorgestellt wird, welches so gar nicht zu uns passt. Kommt auch vor, dass solche Einladungen gleich doppelt ins Haus flattern- da scheut Ihr weder Kosten noch Mühe.

Und heute auch noch eine Hochglanz-Geburtstagskarte! Zwar nicht ganz pünktlich, aber immerhin. Scheint zu funktionieren Euer Customer Relationship Management System, zumindest in dieser Beziehung. Schade nur, dass dort wo es wirklich wichtig wäre - also für uns als langjährigen Kunden und ganz sicher auch für Euren Vertrieb - nicht funktioniert. Kaizen (Wikipedia: Kai = Veränderung, Wandel; Zen = zum Besseren, „Veränderung zum Besseren“) sagen die Japaner, das solltet Ihr doch kennen. Na wollen wir mal hoffen, denn die Hoffnung stirbt zuletzt …

Viele Grüße, Euer 4×4-Rally.com-Team. Und danke für die Geburtstagskarte!

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Ready to race?

geschrieben am 29. März 2011 um 09:12 von Tommi

Noch nicht ganz, aber wir nähern uns. Da sind nur noch so ungefähr eintausend “Kleinigkeiten” zu erledigen bis es nächste Woche auf geht nach Polen zur MT Rally. Was gehört in welche Kiste gepackt, was muss noch am YellowCruiser gemacht werden, wie, wer, was, wann, wo …

Gestern ist nun endlich unser Toyo nach den Reparaturen und Anti-Orangenhaut-Arbeiten wieder auf den heimischen Hof gerollt. Dort, wo vor einiger Zeit noch heftige Dellen und Knitter im Blech still und leise an unsere Balkan-Erlebnisse erinnerten, strahlt jetzt glatte Haut. Zwar noch nicht in gelber Farbe, aber immerhin glatte und straffe Rundungen - wie neu geboren. Robert ist eben der geborene Schönheitschirurg, hat alles schön glatt gemacht und das ganz ohne Botox oder Silikon. In den nächsten Tagen muss hier der Hobby-Fahrzeugfolierer noch mal ran, damit die Farbe wieder stimmt. Finale Kosmetik.

Aber auch unter dem Blech hat sich einiges getan: mehr Platz in den vorderen Radkästen für die (vielleicht zu) großen Räder, neue Lenkung die jetzt auch wieder gerade steht, überarbeitete Bremsen, geänderter Auspuff und neu konstruierte Achsfangbänder hinten. Na und noch dies und das, alles aufzuzählen wäre dann doch zu viel. Leider gab es Probleme mit dem geplanten Chip-Tuning (+25% Leistung, +25% Drehmoment, +25% mehr Spaß), aber daran arbeiten wir noch. Schließlich will ja so ein Projekt immer weiter entwickelt werden.

Und dafür braucht man ja übrigens auch immer genügend flüssige Mittel. Aber da reden wir nicht von Motorschmierung oder gar Super E10. “Wenn’s um Geld geht - Sparkasse!” - gab es nicht mal so einen Werbespruch? Nicht nur Sprüche macht die Sparkasse Leipzig - nachdem unser Projekt im letzten Jahr bereits von den Leipziger Bankern finanziell unterstützt wurde, hat man uns auch für dieses Jahr wieder Unterstützung zugesichert. Und darüber darf man sich schon mal ordentlich freuen, oder?

Na und neben Auto, Logistik, Organisation und Geld ging es die letzten Tage auch um das Thema Fitness. Schließlich zehren die anstrengenden Kilometer und Stunden zwischen Lenkrad, Tripmaster und (bretthartem) Schalensitz ganz schön an der Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer. Und die gilt es nach einem langen Winter wieder etwas auf Vordermann zu bringen. Nicht dass unser frisch gelifteter YellowCruiser besser und fitter aussieht als die Besatzung …

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Wenn’s um Geld geht …
Wenn’s um Fitness geht …
Glatte Haut auch wieder vorn
Neue Achsfangbänder hinten

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Hinter Gitter!

geschrieben am 3. März 2011 um 23:20 von Tommi

Die Reparaturarbeiten sowie die Anti-Cellulitis-Wellness am YellowCruiser sind in vollem Gang. Trotz Kälte in der Werkstatt hat Robert in den letzten Tagen bereits ganze Arbeit geleistet! Am besten zu sehen dort, wo noch vor drei Wochen Dellen und Beulen im Blech an bulgarische Birkenstämme erinnerten, auf die wir uns damals seitlich abgerollt hatten. Fehlt nur noch etwas Farbe und anschließend frische gelbe Folie drauf - und er sieht wieder aus wie neu. Also nicht der Robert, unser Toyo ist hier gemeint.

Aber auch unter dem Blech gehen die Arbeiten weiter. Bremsen, Lenkung, Auspuff, einige Schweißarbeiten hier, einige Änderungen dort - da ist noch was zu tun bis zur nächsten Sonntagsausfahrt in den Staub. Und eine nervige Kleinigkeit habe ich heute auch endlich abschließen können: die Sache mit den leidigen Nebelscheinwerfern. Andauernd gehen die kaputt, Steinschlag rechts und dann auch links. Und beim nächsten Mal garantiert umgekehrt. Nicht nur im Gelände, neulich gab es den Knall sogar direkt auf der Landstraße. Scheinbar halten sich die in die ARB-Stoßstange eingelassenen Scheinwerfer genau in der Hauptflugzone anfliegender Steine auf und verhalten sich ganz nach dem Motto “der Klügere gibt nach”. Nur, dies reist jedes Mal unangenehme Löcher nicht nur ins Scheinwerferglas selbst, sondern direkt in’s Budget.

Also was tun? ARB als führender 4×4-Zubehöranbieter und Lieferant all dieser Teile, der das Problem eigentlich von tausenden Kunden aus dem australischen Outback kennen sollte, hat keine Lösung. Oder gibt es dort etwa keine Steine? Also musste wieder mal der Baumarkt ran und aus Streckmetall, Aluwinkeln und Nieten hatte ich in den vergangenen langen Winterabenden da schon mal im Keller was vorbereitet. Irgendwie erinnerte mich die Bastelei an frühjugendliche Zeiten zwischen Lautsprecherboxenbau und Moped-Tuning. Wie auch immer, ab heute sind sie hinter Gitter - die Nebelscheinwerfer.

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Beulen sind weg …

… und Falten

vorher

nachher

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Ansteckungsgefahr!

geschrieben am 9. Januar 2011 um 17:38 von Tommi

Wieder einmal um diese Zeit am Anfang des neuen Jahres geht unser Blick nach Südamerika. Anerkennung für die Race-Teams, die in diesen Tagen und Nächten die endlose Weite Argentiniens und Chiles sowie die harten Rallye-Etappen der Südamerika-Dakar unter ihre Räder nehmen!

Man liest von Überschlägen (X-Raid Mini), Umfallern (Walcher-Unimog - das kennen wir doch selbst bestens aus Bulgarien, ist noch nicht lange her …), Reifenschäden (Peterhansel), Motorschäden usw.; man liest von gegenseitiger Hilfe der Teams beim Bergen, von extrem kurzen Nächten und begeisterten Zuschauern. Alles in allem eine hochinteressante Mischung - garantiert aber nicht für Muchachos normalos. Man muss schon etwas neben der Spur laufen, um sich für diesen Wahnsinn zu begeistern. Aber man infiziert sich auch sehr leicht mit diesem Virus. Nix mit Impfung oder häufigem Händewaschen, schon das Lesen der Zeitung und diverser Webblogs oder auch simples Fernsehen kann für schwerwiegende Infektionen mit lebenslanger Betroffenheit sorgen. Es grassieren eben nicht nur Influenza- oder Schweidegrippe-Viren um diese Zeit in Deutschland, sondern auch die bisher kaum erforschten Rally-Raid-Viren.

Ich bin infiziert. Schon lange. Heilung ausgeschlossen. Und um mit dieser Infektion besser leben zu kommen, habe ich mich ja schon im vergangenen Jahr diversen Selbsthilfegruppen angeschlossen und auch in diesem Jahr werden wir Infizierten uns wieder von Zeit zu Zeit zusammenrotten und für eine unkontrollierte Ausbreitung der Viren sorgen: MT-Rally im April in Polen, Baja-Saxonia zu Ostern bei Leipzig, Baja Powerdays im Sommer bei Leipzig, MT-Series im Oktober in Polen und die Hardenberg-Rallye (genannt auch Mini-Dakar) im November in Holland. Ein schönes Rallye-Jahr erwartet uns, die Planungen haben gerade erst begonnen - und mit den Berichten von der Dakar steigt von Tag zu Tag die Vorfreude auf die kommende Saison!

Und da hat sich noch jemand mit dem Rallye-Virus infiziert - möglicherweise während des Balkan-Offroad-Marathons: Co-Piot und Navigator Hans-Peter. Bei unserem Drift über den Balkan im vergangenen Jahr hatte er sich zunächst als Gast bestens in das Thema Roadbook-Navigation eingearbeitet.  Ab jetzt übernimmt er den Platz hinterm Tripmaster auch für die kommende Saison - willkommen bei 4×4-Rally.com, willkommen bei den YellowCruiser’s!

Wir werden garantiert viel Spaß haben! Und wer sich nicht anstecken lässt ist selber schuld …

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Erstens kommt es anders

geschrieben am 21. Oktober 2010 um 08:40 von Tommi

- und zweitens als man denkt! Und dann auch noch über Nacht und ohne Vorwarnung!

Aus die Maus! Einen Tag vor der Abfahrt nach Polen zur MT Series fällt unser Navigator wegen gesundheitlicher Probleme aus. Ersatz kurzfristig nicht möglich. Alles ist gepackt, organisiert, vorbereitet, umgebaut, angebaut, Dachzelt angeschafft und montiert, Trailer gemietet, Service-Team angeheuert, Presseinformation geschrieben, Journalisten eingeladen - unser Rallye-Tross steht vollständig zur Abfahrt bereit vor der Tür. Eigentlich wären wir jetzt schon unterwegs in Richtung Nordosten …

Irgendwie ist es wie verhext, im Frühjahr fällt die MT Rallye in Polen wegen des tragischen Flugzeugunglücks des polnischen Präsidenten ins Wasser und wir verschieben unsere lange herbei gesehnte Rückkehr nach Polen auf den Herbst. Hatten wir doch im letzten Herbst im Umfeld der 2009-er MT Series und auf den riesigen Truppenübungsplätzen Nordpolens so richtig Blut geleckt und das großartige Team um Tomasz und Moli kennen und schätzen gelernt. Goldener Herbst und Cross Country Rallye in Drawsko Pommorskie, nichts Schöneres kann es geben als einen solchen Saisonabschluss!

Bunte Wälder und noch buntere Race-Cars, aufregende Drifts im Sand, Highspeed auf breiten Panzerpisten. Benzingespräche am nächtlichen Lagerfeuer, endloses Schrauben und Reparieren im Fahrerlager. Tagsüber Kampf gegeneinander und gegen die Zeit, abends gemeinsames Feiern und gute Stimmung untereinander. Diesmal leider ohne uns.

We will miss you, MT Series Rally! See you next time.

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The show must go on …

geschrieben am 15. Oktober 2010 um 14:29 von Tommi

… es ist wieder Rallye-Zeit! Dabei ist der Balkan Offroad Marathon nur gerade einmal fast fünf Wochen her. Die Beulen im Blech des YellowCruisers erinnern noch an die vergangenen Abenteuer in deutlich wärmeren Gefilden. Einiges ist inzwischen wieder gerichtet und repariert, aber alles eben noch nicht. Warum auch, schließlich wollen wir mit unserem linksseitig etwas eingedrückten Toyo keinen Beauty-Contest gewinnen, sondern vor dem langen Winter noch einmal ordentlich Rallye-Feeling erleben. Und im Winter ist dann sowieso genügend Zeit um hier und da zu schrauben, zu reparieren und zu verbessern.

Ein Bekannter meinte neulich nachdem er über einen Zeitschriftenartikel in der Lokalpresse über unseren Balkan-Trip mit Foto von uns gestolpert war “Achso, Du verbrennst wieder Erdöl”! Ja was denn sonst? Einige Patrioten müssen sich doch darum kümmern, dass das Zeugs irgendwann alle ist. Sonst gäbe es doch keinen Grund für die Entwicklung von Hybrid- und Elektrofahrzeugen, oder? Und von den Steuereinnahmen durch Betrieb und artgerechte Haltung unseres YellowCruisers wollen wir hier mal nicht reden. Oder doch? Verwendet werden diese wohl angeblich hauptsächlich zur Erhaltung des Straßennetzes. Welches wir ja eigentlich nicht benutzen. Also bitte, wir sind die Guten!

Aber zurück zur Rallye-Zeit. Die Beginnt wieder nächste Woche und führt uns nach einem Jahr endlich wieder nach Polen - zur MT Series in das ehemalige Militärgelände rund um Drawsko Pommorskie. Letztes Jahr haben wir dort schon einmal im Sand gewühlt und dabei viel Freu(n)de gefunden. Also geht es jetzt wieder los, das Packen, Planen und Organisieren von Logistik und all dem Drum und Dran. Und natürlich auch wie immer die Vorfreude und etwas Nervosität.

Wir melden uns dann wieder von unterwegs aus Polen. Denn: The show must go on!

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“Is that you? …”

geschrieben am 24. September 2010 um 10:08 von Tommi

OFF-ROAD 10/2010, Seite 12

… fragte mich gestern die etwas zu kurz geratene, aber nicht minder selbstbewusste Italienerin neben mir am Flughafen, zeigte energisch mit ihrem Swarovski-beringten Finger auf die vor mir liegende OFF-ROAD und sah mich mit strahlenden Augen durch ihre dunkle Gucci-Sonnenbrille (wie sich das so gehört …) an. Obwohl - eigentlich war es ziemlich finster im Warteraum vor dem Gate, von Sonne keine Spur.

Zunächst wusste ich gar nicht, was sie von mir wollte. War ich doch in Gedanken wo ganz anders. Gerade hatte ich wieder mal den üblichen Spruch gehört “… your Lufthansa flight LH0815 to Milano will be delayed for 60 minutes for technical reasons. We apologize for any inconvenience …” und ich hatte daraufhin versucht den Frust über diesen, nun schon fast zur Normalität werdenden Zustand sinnlos verlorener Lebenszeit auf irgendwelchen Airports dieser Welt durch extensives Auto-Magazin-Shopping zu ertränken. Von wegen “apologize”; ein Kaffee wäre mir lieber gewesen als das ewige und andauernd höfliche “wir hoffen auf Ihr Verständnis” der immer freundlichen Airline-Damen! Und wieso erinnert mich eigentlich dieses “APOLOgize” auf dem Flughafen immer irgendwie an “APOLLO 13″ und “Houston, wir haben ein Problem!”? Na wenn das mal gut geht …

Noch immer zeigte sie auf das Foto mit dem gelben Auto auf Seite 12 unten - da sah ich endlich was sie meinte. “Ähm, ja also, yes - that’s me!”. “Nice car!” antwortete sie. Aha, also ging’s ihr um das Auto und nicht etwa um mich. Ist auch egal, ihr Fingerzeig richtete meinen Tunnelblick sofort auf den kleinen Artikel , der mich plötzlich und spontan mehr interessierte als die pan-europäische Völkerverständigung mit einer (zu) kleinen Mailänder Modepuppe. Ehrlich!

Mamma-mia, guckst Du hier! Da hat doch die OFF-ROAD im Oktober-Heft mit Foto über unseren Start beim Balkan Offroad Marathon berichtet, uns Glück gewünscht und Interesse an vielen Live-News bekundet! Na so was liest man doch gern, und wenn man dann noch so nett darauf angesprochen wird, nimmt man die Verspätung immer gern mal wieder in Kauf. Darauf habe ich der Italo-Lady gleich eine(n) geklebt. Den beiliegenden OFF-ROAD-Aufkleber.

Wohin? Auf ihr schickes Designer-Notebook.

Grazie bella Signorina! Grazie, ähm’ danke OFF-ROAD!

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Balkan-Offroad: Nachlese (Videos)

geschrieben am 18. September 2010 um 23:29 von Tommi

Neben zahlreichen Fotos haben wir beim Balkan-Offroad-Marathon 2010 auch einige Videoaufnahmen mit unserer Bordkamera gemacht, die einen ganz guten Einblick in das Rallye-Geschehen im und vor dem Fahrzeug geben. Aber auch andere haben natürlich interessante Filmchen gemacht …

 

Am Steuer des YellowCruisers …

 

Prolog (Bordkamera)

Dieses Video zeigt einen Teil des Prologs am 05.09.2010 in der Nähe von Plovdiv aus der Sicht unserer Bordkamera.

 

Start Prolog

Das folgende Video (gefunden auf YouTube, by DarkStam) zeigt den Start des Prologs. Die Fahrzeuge starten nacheinander im Abstand von einer Minute.

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Balkan-Offroad: Nachlese (Bilder)

geschrieben am 16. September 2010 um 09:31 von Tommi

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Boatpeople …

geschrieben am 15. September 2010 um 21:47 von Tommi

… waren wir für 24 Stunden auf der Überfahrt von Igoumenitsa (Griechenland) nach Venedig auf unserer Rücktour vom Balkan Offroad Marathon. Zum Glück hatten alle Fahrzeuge der deutschen “Reisegruppe” - wie man die meist im Rudel auftretenden, fröhlichen deutschen Teams während der Rallye ganz nett titulierte - die Tortouren des heftigen Rennens über die Berge des Balkans gut überstanden. Somit konnten wir uns alle auf eigener Achse auf den Rückweg in die Heimat machen.

Vorab gönnten sich die Rallye-Reisegruppe allerdings noch einen erholsamen Tag on the beach, unter Olivenbäumen am Traumstrand in nur kurzer Distanz zum Fährhafen mit herrlichem Anblick aus- und einfahrenden Luxusliner, schwimmender Schrotthaufen und Seelenverkäufer. Um unsere gebuchte Fähre am frühen nächsten Morgen zu erreichen war dies der beste Platz zum Entspannen unserer Rennsitz-gekrümmten, ohne Eis geschüttelten und gestauchten Rücken und zum Tanken einiger letzter Sonnenstrahlen bevor wir wieder ins verregnete Deutschland eintauchen.

Die Übernachtung auf der Fähre gestaltet sich wieder als eines der letzten Abenteuer unserer Zivilisation, da anstatt Kabine (absolut ausgebucht) Isomatte und Schlafsack angesagt waren. Wo aber hin damit, auf dem Außendeck lärmt und zieht es gewaltig und im Innendeck war entweder jeder Zentimeter bereits belegt - hier sah es aus wie im Flüchtlingsboot - oder die alles andere als motivierte Besatzung brüllte uns “Don’t sleep here!” entgegen sobald man nur seine Utensilien irgendwo auch nur kurz abstellen wollte. Scheinbar sahen wir aber so Mitleid-erweckend (oder sympathisch ??) aus, dass zwei nette Österreicherinnen auf dem Fußboden der Bar freundlicherweise etwas zusammen rückten und wir der schaukelnden Nacht trotz rundum taghellem Licht doch etwas Schlaf abringen konnten.

Die Strapazen der “Quartiersuche” und der Flutlicht-Nacht waren vergessen, als sich uns dann kurz nach Sonnenaufgang der Anblick von Venedig von seiner schönsten Seite und bei schönstem Wetter bot. Dann galt es Fahrzeuge von Bord holen und den Heimweg über den Brenner antreten. Unseren YellowCruiser hatten wir übrigens nur für die Fährüberfahrt auf den Trailer gestellt, um Kosten zu sparen - denn für vollen oder leerer Trailer zahlt man wohl den gleichen Preis. Warum also für ein Auto zusätzlich zahlen?

Na und was erwartete uns wohl sobald wir uns kurz vor Innsbruck der kleinen, deutschsprachigen Alpenrepublik näherten: wieder eine neue Vignette auf die Scheibe! Und damit wären wir dann ja auf unserem Trip quer durchs geeinte Europa wieder dort, wo wir vor fast zwei Wochen gestartet waren - bei den Wegelagerern!

Hatte ich da etwa gerade …
… “Reisschüssel” gehört?
Mittelmeer voraus!
Race cars on the beach
Flachköpper bitte!
Endlich mal in Ruhe (griechisch) essen …
… aber wer isst denn sowas?!
Naviator entspannt
Land- und Wasser-Cruiser
Abendstimmung am Strand
‘Deutsche Reisegruppe’ am Lagerfeuer
YellowCruiser hoch - Kosten runter
So klein und schon Tretminen im Hafen legen!
Unser stolzes Schiff
Endlich mal ‘ne richtige Seilwinde!
Kameras raus … !
Venedig auf Steuerbord …
… von seiner schönsten Seite
Schön langsam von Deck!
Dann die (vorerst) letzte Vignette.

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Balkan-Offroad: Kamikaze im Gebirge

geschrieben am 13. September 2010 um 09:30 von Tommi

Dunkle Wolken über dem Camp vor der letzten Etappe der Balkan Offroad Marathon Rallye rund um Ioannina in Griechenland. Der Start der Motorräder und ATVs wurde bereits aus Sicherheitsgründen abgesagt. In den Bergen regne es und es sei wohl extrem rutschig, warnte man die Racecar-Besatzungen im morgendlichen Briefing - kein gutes Zeichen. Nachdem wir die selbst bei trockenen Bedingungen gefährlichen Bergstrecken ja bereits umfassend kennen und respektieren gelernt hatten, malte ich mir in allen erdenklichen Farben aus, wie wohl die Bodenverhältnisse jetzt dort oben über 1.500 m aussehen würden und wie jeder auch nur kleinste Fahrfehler tödlich enden könnte. Sollen wir hier wirklich zum Gerbirgskamikaze antreten? Immerhin standen als Wertungsprüfung ca. 70 Kilometer fast reine Offroad-Strecke an. Keine angenehme Entscheidung. Andererseits, wir sind bis hierher gekommen und man will ja auch nicht gerade als Warmduscher in die kleine Szene eingehen. „Nur die Harten kommen in den Garten“ – das war wohl Thilos (auf silbernem Mercedes G Streitwagen) einziger Kommentar zu dieser Frage. Vor dem Start vereinbarten wir jedoch innerhalb der vier deutschen Fahrzeuge (3x Mercedes G, Toyota YellowCruiser), dass wir möglichst einigermaßen zusammen leiben wollten, um uns im Notfall zu helfen. Heute würde sowieso niemand mehr auf einen Medaillenrang fahren. Durchkommen ist jetzt alles; also olympischer Gedanke eben. Ach so, wir sind ja auch im Geburtsland der olympischen Idee.

Also fuhren wir an den Start – und es wurde noch schlimmer als befürchtet. Nach wenigen Kilometern waren wir in den Wolken – Nebel voraus und von oben kam endlos Wasser! Sichtweite weniger als 50 Meter. Höchste Konzentration, vier Augen starrten nach vorn in den Wasserdampf und versuchten den Streckenverlauf zu erspähen. Geht es nun nach rechts in den sicheren Tod oder nach links? Hoffentlich kommt uns jetzt nicht auch noch ein Holztransporter ohne Licht entgegen, keine Seltenheit während der letzten Tage. Der rotbraune, vom strömenden Regen durchweichte schlammige Weg bot (k)eine Haftung wie flüssige Seife. Bremsen? Lieber nicht. Manchmal musste es aber doch sein und so gingen meine Stoßgebete lautlos mehrfach in Richtung des für unser ABS zuständigen Technikgottes und dessen Erfinder überhaupt. Allerdings legte sich die rotbraune Soße auch zwischen Bremsscheiben und Bremsbeläge, so dass hier noch irgendeine andere unsichtbare Macht mitspielte - und uns aber letztlich wohl gesonnen war. Einige wenige Kilometer Asphalt etwa in der Mitte der Etappe verhalfen dann ein wenig zu entspannen und durchzuatmen, allerdings galt es hier zwischen plötzlich hinter der Kurve auftauchenden – und hoffentlich liegen bleibenden – Baumstämmen hindurch zu zirkeln. Wie Thilo am Morgen eben sagte: nur die Harten kommen in den Garten. Apropos, Thilo war nach einigen Kilometern von unserem Radar – meint Rückspiegel – verschwunden und wir machten uns erhebliche Sorgen. Glücklicherweise wurde er ‚nur’ durch einen Reifen- und Felgenschaden aufgehalten. Radwechsel im strömenden Regen und Nebel im Hochgebirge und ohne festen Bodenhalt – sicher gibt es schönere Beschäftigungen …

Am Ende waren alle ersichtlich glücklich, die Etappe doch ohne ernsthafte Schäden absolviert zu haben. Ein weiterer Glücksmoment bot sich dann für alle deutschen Teams mit dem Finden einer Waschgelegenheit zum Säubern der Fahrzeuge ohne sofort vom Eigentümer oder Pächter verjagt oder verprügelt zu werden – wie man das so von zuhause kennt. So gesäubert und mit Deutschlandfahne bestückt ging es dann zum letzten Mal zurück ins Rallye-Camp.

Unsere Platzierung? Ach so, da war ja noch was. Man fährt ja eine Rallye im stetigen Kampf gegen die Zeit, gegen die Wettbewerber und letztendlich gegen die Rangliste. Das war für uns nicht wirklich wichtig. Wir wollten im Ziel ankommen und das haben wir geschafft. Natürlich haben wir auch eine Platzierung: von den letztlich im Endziel angekommenen 25 Fahrzeugen haben wir Platz 17 erreicht. Hinter und auch vor erfahrenen Rallyeteams die – anders als wir - diesen aufregenden Sport in der Regel seit Jahren und regelmäßig betreiben! Etliche Teams waren bereits vorher mit ihren Fahrzeugen ausgefallen oder hatten das Handtuch geworfen und das Rennen schon beendet. Ohne unser böses Missgeschick gleich zur ersten Etappe wäre eine Platzierung sicher unter den ersten Zehn möglich gewesen. Wäre …

Und mein Gast-Navigator? Hat sich wacker geschlagen. Natürlich gab es Fehlentscheidungen, aber die gab es bei den anderen auch. Und es gab auch zahlreiche eklatante Fehler im Roadbook. Da kann man schon mal falsch abbiegen. Schön ist, wenn man auch dabei Spaß hat – und den hatten wir. Jeden Tag, jede Stunde und jeden Kilometer!

Und dass unser YellowCruiser auf diesen fast 2.000 Kilometern Extremstrecke keine ernsthaften Probleme bereitet hat ist für mich eine Sensation. Kein einziger Reifenschaden, kein Fahrwerkteil ist gebrochen. Niente, nothing, nichts. Einzig die ausgeschlagene Lenkung macht sich im Gelände durch Klappern bemerkbar. Sicher müssen wir nach der Rückfahrt in Ruhe alles noch einmal durchsehen und auf Schäden prüfen. Aber wir können auf Achse zurück nach Deutschland fahren!

Gute Stimmung am Morgen, …
… doch dann starker Regen am Start
Bloß nicht abrutschen!
Holz von links!
Endlich geschafft!
Haste mal ‘ne Schlauchschelle?
Siegerehrung …
… und alle haben gewonnen.

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Balkan-Offroad: Endlich Speed!

geschrieben am 12. September 2010 um 07:17 von Tommi

Am Freitag zeigte das Roadbook zwei Wertungsprüfungen mit jeweils 92 Kilometern und 67 Kilometern sowie drei Liaisons zu je zwei mal 132 Kilometern und ein mal 46 Kilometern. Also ein ziemlich anspruchsvolles Programm. Für die Liaisons - bei denen im Unterschied zu den Wertungsprüfungen die gefahrene Zeit nicht in die Wertung eingeht - jedoch ein maximales Zeitlimit für die Absolvierung der Liaison vorgegeben ist und überwacht wird - waren wieder sehr harte Offroadstrecken ausgewählt. Am Abend hin war es natürlich erwartungsgemäß aufgrund der Gesamtlänge spannend, ob wir das Rennen noch bei Tageslicht beenden konnten.

Nachdem die erste Wertungsprüfung schon ganz gut lief, brachte die zweite Wertungsprüfung endlich sehr schnelle Streckenabschnitte. Einige hundert Kilometern nach unserem Abflug von der Strecke in die stabile Seitenlage hatte ich nun inzwischen wieder gutes Vertrauen in das Zusammenspiel zwischen mir, Fahrzeug und Physik und gleichzeitig begann ich meinen Fahrstiel umzustellen. Zwischen Vollgas und Vollbremsung mit ABS-Einsatz gab es jetzt kaum noch Zwischenstufen. Auch hatte ich inzwischen gelernt, das mehrere Sekunden “tiefe” Turboloch unseres 3 Liter Serien-Diesels nach dem Kickdown besser zu beherrschen und gab dementsprechend schon genau die Zeit vor dem benötigten Schub wieder Gas - also wenn man eigentlich noch vor der scharfen Kurve bremst. Und das alles hat sich gelohnt: wir hatten eine unserer schnellsten Wertungsprüfungen und konnten auch auf die anderen Teilnehmer einige Minuten gut machen. Das fünf Minuten vor uns gestartete und einige Plätze vor uns liegende ORC-Damenteam schaute nicht schlecht, als wir nach nur kurzer Zeit von hinten an- und vorbei geflogen kamen. Das war endlich mal Rallye pur!

Auch landschaftlich - sofern überhaupt Zeit war, aus dem Fenster zu sehen - war die Etappe nach Ioannina sehr schön. Wir kamen durch malerische Bergdörfer und Orte mit solch wohlklingenden Namen wie Grammatika und Monopilo, die uns oft zum schmunzeln brachten.

Nette Verabschiedung am Start
Tiefflug über den Balkan
Achtung - Schafe auf der Strecke …
… und Rinder
Service Check zwischen den WPs …
… und etwas Verschnaufen …
… dann wieder Helm auf und weiter.
Abends wird wieder rundum geschraubt.

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Balkan-Offroad: Mach mal Eier!

geschrieben am 11. September 2010 um 18:31 von Tommi

Der Ruhetag in Edessa (Griechenland) nach der strapaziösen Marathon-Etappe begann mit einem zünftigen Frühstück in unserem kleinen Camp. Besonderer Höhepunkt dabei war das auf dem Lagerfeuer von Robert bereitete Rührei. Und gleich am Rande des Camps wild wachsende Tomaten. Unübertroffen und einzigartig zu genießen unter der griechischen Morgensonne. So muss ein Tag beginnen!

Heute mach die Rallye mal Pause, Zeit sich etwas intensiver um die geschundenen Fahrzeuge zu kümmern. Am Nachmittag stand lediglich der Umzug nach Florina auf dem Programm - ausschließlich über Asphaltstraßen. Der YellowCruiser wird’s danken, und nicht nur dieser. Uns schmerzen nach drei Tragen Wackelritt über die Waschbrettpisten in Bulgarien und Griechenland die verschiedensten Körperteile und Muskelstränge. Kickdown, Bremsen, Kickdown, Bremsen, Lenken 180° links, Kickdown, Driften 120° rechts,  usw., waren garantiert ein gutes Workout und im YellowCruiser fast genauso effizient wie in der Muckibude. Jede Minute außerhalb der Rennschalen bzw. lediglich Fahren auf Asphalt ist jetzt Wellness pur.

Nach der Überführung zum nächsten Camp in Florina, das inmitten des Stadtzentrums aufgebaut war und dort viele Neugierige anlockte, gab es erst mal Freibier für alle die uns beim Bergen des abgerutschten YellowCruisers am Ende der ersten Etappe unterstützt hatten.

Und morgen geht’s dann weiter in Richtung Ioannina.

Neben Roberts Rührei …
… gehört natürlich Karstens Kaffee …
… zu einem perfekten Rallye-Frühstück!
Es ist viel zu tun …
… mancher dreht am Rad …
… oder macht Licht ans Rad.
Gladiator im Zweikampf gegen Kühler
Auch eine Überführung macht müde.
Dringend benötigte Lebensmittel
Camp im Zentrum von Florina

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Balkan-Offroad: 2. und 3. Etappe

geschrieben am 9. September 2010 um 18:52 von Tommi

Die Ereignisse und Erlebnisse der letzten Tage auf der Balkan Offroad Marathon Rallye lassen sich schwer in wenige Zeilen fassen. Bei fast 40°C im Schatten – sofern man diesen findet - ist am heutigen Ruhetag in Edessa (Griechenland, GR) zumindest etwas Zeit diese zu sortieren. Nach dem filmreifen „Seitensprung“ des YellowCruisers kurz vor Ende der ersten Wertungsprüfung der Etappe rund um Plovdiv (Bulgarien, BG) am Montag waren wir am Dienstag Morgen nach einer sehr kurzen Nacht wieder startbereit und konnten die zwei Wertungsprüfungen (70km und 90km) der zweiten Etappe von Plovdiv (BG) nach Goce Delchev (BG) in Angriff nahmen. Beide Wertungsprüfungen waren wieder hinsichtlich des harten Geländes sehr anspruchsvoll, vor allem für das Fahrwerk des YellowCruisers. Der Schreck vom Vortag saß allerdings noch im Nacken, wobei dies in Anbetracht der wieder rutschigen Spitzkehren durch den bulgarischen Wald eigentlich positiv im Sinne von Material und Gesundheit war und damit für etwas mehr Respekt vor der Strecke und für weniger Speed sorgte.

Kulturell ‚interessant’ wurde das Warten am Start zur zweiten Etappe, als man bulgarischen Metzgern live bei der „Verarbeitung“ von Schafen direkt auf der Straße über die Schulter schauen konnte. Die Herren mit den langen Messern hatten einiges zu tun, denn gleich daneben stand ein großer Hänger mit ca. 20 Schafen, die natürlich auch alle gleich mit zusehen konnten, was mit ihren Kollegen da passiert und was sie selbst erwartet. Nichts für schwache Mägen …

Apropos Warten. Viel Zeit bringen wir hier mit Warten zu. Warten will die CPs noch nicht besetzt sind, Warten weil keiner weiß was, wo und wie. Warten weil dies und Warten weil das. Das nervt alle Teams ziemlich, andererseits sorgt das Warten für viel Kommunikation. Wir sind ja hier nicht nur um im Auto zu sitzen, sondern auch um Land und Leute zu sehen. Innerhalb der fünf deutschen Teams (4x Car, 1x ATV) herrscht ein super Klima und man versteht sich gnz gut. Von fast keiner (wir …) bis zu gefühlten Jahrzehnten Rallye-Erfahrung ist alles dabei. Die „alten Hasen“ geben uns jedoch nicht das Gefühl uns hier ständig als Neulinge fühlen zu müssen. Dabei haben wir aber auch während einiger Etappen schon mehrmals einige nach dem rechten Weg suchende – oder besser irrende - Fahrzeuge der „deutschen Reisegruppe“ zurück auf den richtigen Kurs gebracht. Anfängerglück? Egal, ich glaube zu blöd haben wir uns nicht angestellt in den letzten Tagen - bis auf unseren kleinen „Seitensprung“ (über den gestern soger die Leipziger Volkszeitung berichtete ..). Aber auch hinsichtlich unserer Zeiten der bisherigen Etappen und das nicht selbstverständliche Durchkommen auf der gestrigen Marathonetappe (Platz 13) überhaupt müssen wir uns nicht verstecken.

Die wirklich anstrengende Marathonetappe gestern von Goce Delchev (BG) bis nach Edessa (GR) ging über ca. 500 km, wobei ca. 90% davon offroad verliefen. Und offroad heißt hier nicht Feldweg. Offroad heißt hier vor allem enge und ausgewaschene Wald- bzw. Gebirgswege. Große Steine, Gebirgsbäche, scharfkantige Schotterpisten und so weiter. Ich schätze, die Marathonetappe hat unseren YellowCruiser so durchgeschüttelt und mechanisch beansprucht, wie es 500.000 km im „normalen“ Autoleben auf Asphalt nicht tun würden. Fahrwerk-Seitig hatten wir bis jetzt zum großen Glück nur Kleinigkeiten: wieder gerissene Achsfangbänder hinten und kleinere Dellen in den vorderen Felgen. Etwas Sorgen bereitet mir jedoch die Lenkung, diese klappert wie ein Würfelbecher. Ausgeschlagen aber nicht gefährlich meint Mercedes-G-, Landcruiser- und Rallye-Experte Robert, sollte bis zum Ende durchhalten. Hoffentlich behält er Recht …

Aufstehen 05:00 Uhr, Start 06:00 Uhr, Zielankunft gegen 23:30 Uhr, im Camp waren wir schließlich gegen 01:00 Uhr. Ein langer und anstrengender Rallye-Tag. Anstrengend aber nicht nur fürs Auto. Etwa ab Mitte der zweiten Wertungsprüfung wurde es in den Bergen dann dunkel. Ich meine richtig dunkel, rundum schwarz. Nicht leicht zu navigieren oder die Strecke zu lesen. Nicht leicht, um plötzlich auftauchenden Felsbrocken, Baumstämmen, Rindern oder anderem Großgetier auszuweichen. Ich bremse auch für Rinder, Esel, Füchse, Igel, Dachs und Schildkröte, alles war dabei.

Spitzkehre links voraus in letzter Sekunde – rechts geht es mehrere hundert Meter tief abwärts. Kurvenradius einschätzen? Fehlanzeige. Die mit Schlamm verschmierten Scheinwerfer ‚sehen’ eh’ nichts mehr. Jenen Kilometer anhalten und Scheinwerfer reinigen? Blöd. Kurvenlicht müsste man haben! Und eine Scheinwerferreinigungsanlage. Sofern solche automobile Hochtechnologie die Rüttelei hier überhaupt nur hundert Meter überstehen würde. Also dann lieber nicht. Drei Stunden volle Konzentration. Bis ins Ziel. Klar, die „richtigen“ Marathons die ich zu Fuß vor einiger Zeit auf Asphalt in New York und Berlin absolviert habe, haben mich deutlich mehr beansprucht, aber auch „Marathon“ (Rallye) fahren ist nicht ganz ohne. Muss man erlebt haben.

Da unser bestelltes Hotelzimmer einschließlich der seit Stunden herbei gesehnten Dusche dem Organisations-Chaos des Rallye-Veranstalters zum Opfer viel, galt es wieder im (Dach-) Zelt zu übernachten.

Fortsetzung folgt …

Warten auf den Start.
Trotzdem gute Stimmung bei den Teams.
Der Countdown läuft.
Technik Check zwischen zwei Teiletappen
Und wieder warten vor dem Start
Public Schlachting …
… und wie man sonst mit Tieren umgeht
Seitenblick (1)
Seitenblick (2)
Rückblick

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Balkan-Offroad: sauber abgelegt

geschrieben am 7. September 2010 um 21:26 von Tommi

… lag unser YellowCruiser nur drei Kilometer vor dem Ziel der gestrigen ersten Wertungsetappe (118 km) in einem Loch neben dem Waldweg. Und unter dem Toyo ging es noch einige Meter weiter nach unten, gehalten wurde er nur durch einige dünne Bäume und Zweige. Zu schnell gefahren? Muss wohl so gewesen sein. Die Etappe war sehr hart und „bumpy“, aber auch gleichzeitig extrem rutschig. Der rotbraune Lehmboden bot kaum Grip. Selbst marathonrally.com berichtete von einem „knallharten Auftakt“. Bremsen entwickelte sich zur Glückssache. Und nach über vier Stunden hochgradig angespannter Fahrzeit auf einer sehr komplizierten Strecke hatte wohl auch meine Konzentration etwas nachgelassen. Ja, ich bin schuld und kann niemand anderen dafür verantwortlich machen. Wer bremst verliert. Die Kontrolle, was sonst. Also war hier die gestrige Etappe erst mal beendet für uns. Sieht ziemlich schlimm aus das Bild, auch die Situation vor Ort live und in Farbe sah alles andere als Erfolg versprechend aus. OK, es gab keine Verletzte. Das war erst mal die gute Nachricht.

Und noch eine weitere gute Nachricht vorweg: der YellowCruiser läuft und rennt wieder. Wer hätte das gestern gedacht! Und wir sind heute erfolgreich die zwei Wertungsprüfungen der zweiten Etappe des Balkan Offroad Marathon in Bulgarien gefahren.

Aber erst mal zurück zu gestern. Am Morgen sah natürlich alles noch ganz gut aus. Die üblichen Sprüche der anderen deutschen Teams, etwas Aufregung und dann ging es los. Aber recht schnell wurde klar, dass die Strecke hart werden würde. Nicht vergleichbar mit der Baja Saxonia oder der MT Rally, fast schon eine Art Trophy mit Trail-Einlagen. Nachdem etwa zur Hälfte der Wertungsprüfung eine Vielzahl der Teams (einschließlich wir) an einer wohl sehr schwierig - ich meine falsch dargestellten - Stelle des Roadbooks mehrfach im Kreise fuhren, hörte der Spaß allmählich auf. Und irgendwie ist es dann eben passiert. Kurve rechts mit ordentlich Schmatz angefahren, böse Bodenwelle, kurzes Schaukeln uuuuuuund Takeoff …

Das sitzt sich auch voll blöd, wenn man so auf links liegt. Und nach oben durch die Beifahrertür aussteigen ist auch nicht besser. Und noch cooler ist wenn man von außen in das liegende Auto und auf den Fahrersitz zurück klettert. Die Bergung des YellowCruisers gestaltete sich ganz schön schwierig, da der Wagen nach hinten in das tiefe Loch abzukippen drohte und dann wohl nur noch als Klumpen abtransportiert werden könnte. Dank Alex und einiger helfender bulgarischer und griechischer Teams haben wir den YellowCruiser unter Verwendung mehrer Winden und Gurte, Säge und Spaten dann nach fast zwei Stunden bergen können. Und die Maschine sprang sofort wieder an und lief wie ein Uhrwerk! Bleiben einige Blessuren auf der linken Seite und ein abgerissener Rücksiegel, alles Sachen die uns an der Weiterfahrt nicht hindern sollten – und ein Rallye-Auto doch erst so richtig standesgemäß „kleiden“.

Auf der heutigen Etappe, die aus zwei Spezialprüfungen (50 km und 90 km) bestanden, hat sich unser YellowCruiser heute bestens bewährt und hat uns nach den vorläufigen Ergebnissen – veröffentlicht vor 20 Minuten - auf Platz 15 für diese Etappe gefahren.

Warten am Start
Dann gings zur Sache …   (c)marathonrally.com
Da liegt er, erste Helfer sind da.
Stück für Stück …
… ziehen die Winden ihn raus.
Riesigen Dank …
… an die vielen Helfer!
Böses Loch!
Nächtliche Reparatur, …
… am nächsten Morgen …
.. nette Sprüche der “Kollegen” …
… und es geht wieder zum Start.

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